zur Navigation springen

SHFV-Pläne in nordfriesland umstritten : Bedenken gegen die Kreisreform

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sechs Fußball-Regionen statt 13 Kreise – dieser Plan des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes stößt in Nordfriesland nicht unbedingt auf Gegenliebe.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 17:35 Uhr

Sechs Regionen statt 13 Kreise – das Reformkonzept der Projektgruppe Zukunftsentwicklung des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV/wir berichteten) hat für Wirbel im Norden gesorgt. „Das hat uns und andere Kreisverbände überraschend und unvorbereitet erwischt“, sagt Patrick Gregersen, seit 2012 Vorsitzender des Kreis-Fußballverbandes (KFV) Nordfriesland.

„Für die Westküste ist das ein Schock“, so Gregersen im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch seine Kollegen aus Dithmarschen und Steinburg äußerten sich eher ablehnend, während Bernd Bleitzhofer vom KFV Schleswig-Flensburg, der in der Projektgruppe mitarbeitete, der Reform aufgeschlossen gegenüber steht.

Gregersen und seine Vorstandskollegen sehen durchaus Handlungsbedarf. „Der Aussage von SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer, dass man jetzt agieren statt später reagieren solle, stimmen wir zu“, stellt der Vorsitzende klar. Doch zu dem vorgelegten Papier gibt es seiner Meinung nach mehr Fragen als Antworten – das reicht von der Finanzierung bis hin zur Motivation der künftigen Ehrenamtler. Gregersen fasst zusammen: „Wir werden den Teufel tun und den demografischen Wandel verneinen – aber mit den Lösungsansätzen tun wir uns schwer. Spieler, Spielerinnen und Ehrenamtler brechen weg. Aber dort setzt die Strukturreform nicht an.“

Eine völlige Zerschlagung der traditionell gewachsenen Strukturen – das fürchten die Fußball-Funktionäre in Nordfriesland. Gregersen hat es mal durchgespielt: „Eine Region soll etwa 100 Vereine umfassen. Wir haben 50, Schleswig-Flensburg 65 bis 70. Eiderstedt würde dann wohl Dithmarschen zugeschlagen.“

Es ist jede Menge Gesprächsbedarf vorhanden. Der KFV will mit den Vereinen, den Kollegen in Schleswig-Flensburg und auch mit dem Kreissportverband reden, sich auf jeden Fall mehr Zeit als die vom SHFV vorgesehenen drei Wochen zu nehmen. „Vor vier Jahren hieß es noch, dass die Kreise gestärkt werden sollten, jetzt werden sie den Regionen geopfert“, ist Gregersen verwundert und führt den Landessportverband als positives Beispiel an – dessen Präsident Hans-Jakob Tiessen startete unlängst in Nordfriesland den LSV-Kommunaldialog. „Der LSV nimmt die Menschen vor Ort mit und wertschätzt deren Engagement, der SHFV setzt seine Mitglieder mit dem fest stehenden Datum 1.Juli 2016 für die Realisierung seiner Pläne unter enormen Zeitdruck“, heißt es in einer Erklärung des KFV.

Der Kreisvorstand fürchtet, dass eine gravierende Strukturreform „übers Knie gebrochen wird“, aus der mehr Unfrieden als Nutzen entstehen kann. Gregersen zitiert den Chef des KFV Lauenburg: „Stellt Euch vor, die Reform floppt. Dann hinterlasst Ihr verbrannte Erde.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert