schleswig-holstein-liga : Aufsteiger Husum tritt auf der Stelle

Die Husumer Führung: Jonas Cordts umkurvt Hartenholms Torwart Christopher Newe und trifft zum 1:0.
Die Husumer Führung: Jonas Cordts umkurvt Hartenholms Torwart Christopher Newe und trifft zum 1:0.

1:1 gegen Hartenholm – das hatten sich die Fußballer der Husumer SV anders vorgestellt. „Nach einer Stunde haben wir das Fußballspielen eingestellt“, sagte Trainer Malte Köster.

shz.de von
18. November 2013, 05:30 Uhr

Und wieder einmal reichte es nicht. Sechs Minuten vor Schluss führten die SH-Liga-Fußballer der Husumer SV 1:0 gegen den TuS Hartenholm, der heiß ersehnte „Dreier“ war zum Greifen nah. Doch Philipp Möllers Tor in der 84. Minute bescherte den Gästen noch einen Punkt und sorgte für Enttäuschung bei den Nordfriesen.

„Leider haben wir nach einer Stunde das Fußballspielen eingestellt und keinen Zugriff mehr bekommen. Der Punkt hilft uns nicht weiter“, sagte Husums Trainer Malte Köster zerknirscht. Sein Kollege Jörg Schwarzer befand, seine Mannschaft habe das Glück der Tüchtigen gehabt. „In der ersten Halbzeit waren wir ja gar nicht auf dem Platz, haben alle Zweikämpfe verloren. Nach dem Wechsel waren wir dann energischer“, so der Hartenholmer Coach.

Köster war vom sonst üblichen 4-4-2-System abgewichen, ließ in der Abwehr mit einer Dreierkette spielen. Er wollte von Beginn an für Druck sorgen – und die Marschroute ging zunächst auch auf. Seine Mannschaft übernahm sofort die Initiative, gewann fast alle Zweikämpfe. Die Gäste waren gezwungen, mit langen Bällen zu operieren, die die Husumer Deckung vor keine nennenswerten Probleme stellten.

Und die Nordfriesen agierten effektiv, nutzten ihre zweite Torchance zur verdienten Führung. Sebastian Kiesbye bediente seinen Sturmkollegen Jonas Cordts, der Fahrt aufnahm, seinen Gegenspieler abschüttelte, auch Torwart Christopher Newe umkurvte, und nach 25 Minuten das verdiente 1:0 erzielte. „Wir müssen in die Zweikämpfe kommen, das ist viel zu wenig“, forderte Hartenholms Innenverteidiger Björn Johannsson seine Mitspieler auf.

Die Husumer Fans verabschiedeten ihr Team mit Applaus in die Halbzeitpause. Und die Stormstädter machten zunächst druckvoll weiter. In der 46. Minute grätschte Tobias Wetzel nur knapp an einer Kiesbye-Flanke vorbei. Doch der Anfangs-Elan verpuffte. Im Spielaufbau offenbarten sich nun Mängel, zudem entschlossen sich auch die Gäste, am Spiel teilzunehmen. Tim Ollenschläger (61.) gab einen ersten Warnschuss ab, Torwart Finn Hübner konnte aber zur Ecke klären. Jonas Cordts (65.) hätte dennoch für die Vorentscheidung sorgen können, er suchte aber allein den Abschluss, anstatt abzuspielen.

Die Gäste agierten jetzt mit zwei Spitzen, zwangen die Husumer, wieder auf eine Viererkette umzustellen. Köster reagierte, brachte mit Daniel Hornburg und Roman Jun für Sebastian Lühr und Michael Petersen zwei frische Kräfte – Wechsel, die auf den Zuschauerrängen für Verwunderung sorgten. „Wir hatten keinen Zugriff mehr. Und Daniel Hornburg hat es beim 4:4 in Preetz richtig gut gemacht“, begründete Köster seine Maßnahmen.

Simon Harrsen (79., Kopfball) und Sebastian Kiesbye (80., Newe hielt), jeweils nach Freistößen von Marco Nagel, hätten das 2:0 machen können. Doch das Tor fiel auf der anderen Seite, als der eingewechselte Philipp Möller nach einem langen Freistoß traf (84.). Während sich die Gäste freuten, einen Konkurrenten im Abstiegskampf auf Distanz gehalten zu haben, sah man nachdenkliche Gesichter bei den Husumern. Erst drei Siege, aber schon acht Unentschieden, 16 Punkte aus 18 Spielen – der Aufsteiger tritt auf der Stelle.

Husumer SV: Hübner – Nagel, Herpel, Wetzel – Harrsen, Petersen (74. Jun), Lühr (70. Hornburg), Lorenzen (89. Wullenweber) – Cordts, Kiesbye, Halawani.

TuS Hartenholm: Newe – Delfs, Johannsson, Quinting, Jäger – Ollenschläger, Genz, Holz, Jaacks (74. Käselau), Meyerfeldt (70. Philipp Möller) – Liebert (85. Marco Möller).

Schiedsrichter: Müller (Eutin), unauffällig und gut.

Zuschauer: 197. Tore: 1:0 Cordts (25.), 1:1 Philipp Möller (84.).

Beste Spieler: Nagel, Harrsen/Johannsson, Quinting.

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