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Fussball-Kreispokal : 5:4 nach 0:3 – Frisia dreht ein irres Spiel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Titelverteidiger SV Risum-Lindholm triumphiert im Kreispokal-Finale nach Verlängerung beim Verbandsliga-Konkurrenten Blau Weiß Löwenstedt

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Mal ehrlich, Herr Schmidt: Das Ding war durch, oder? Bodo Schmidt, ehemaliger Profi von Borussia Dortmund, lächelte milde und reagierte ganz anders als BVB-Trainer Jürgen Klopp auf die bekannte Frage eines TV-Journalisten.

Kein Wunder: Während Klopp damals ein 0:3 bei Real Madrid zu verarbeiten hatte, durfte sich Schmidt (beide Jahrgang 1967) am Donnerstag Abend über einen Sieg freuen. Fußball-Verbandsligist SV Frisia 03 Risum-Lindholm gewann den nordfriesischen Kreispokal mit 5:4 nach Verlängerung beim Liga-Rivalen SV Blau-Weiß Löwenstedt. Dabei hatten die „Löwen“ von Trainer Bernd Hansen „dat Finale to huus“ anfangs klar dominiert und schon 3:0 geführt.

Entsprechend enttäuscht war Hansen nach dem Schlusspfiff. „Lindholm ist eine Mannschaft, die nie aufgibt“, lobte er den Gegner und kritisierte sein Team: „Ein 3:0 darf man nicht mehr herschenken.“ Er sprach aber auch die seiner Meinung nach rustikale Spielweise der Gäste an, unter der besonders Torwart Max Nehren zu leiden gehabt hätte. Und auch das Verhalten auf und neben der Frisia-Bank gefiel ihm nicht. Dort ging es ähnlich engagiert zu wie auf dem Feld – kaum eine Entscheidung des Schiedsrichter oder strittige Situationen blieben unkommentiert.

„Krasses Spiel“, kommentierte Frisia-Coach Bodo Schmidt, nachdem er die erste Dusche – Björn Petersen hatte ihm einen Becher Wasser über den Kopf gekippt, dabei aber die Hälfte verschüttet – überstanden hatte. „BP“ musste sich in seinem letzten Pflichtspiel den Spott seiner Mitspieler gefallen lassen: „Das Tor trifft er aber besser . . .“

Der 37-Jährige blieb ohne Treffer, durfte aber die Trophäe aus den Händen von Landrat Dieter Harrsen in Empfang nehmen. Nach einer Titelverteidigung hatte es bis weit in die zweite Halbzeit nicht ausgesehen. „Löwenstedt hat uns körperlich und läuferisch beherrscht“, befand Schmidt. Lars Hansen hatte die Gastgeber mit zwei Foulelfmetern (7. und 34.) in Führung gebracht – und als Frisia sich in der Pause gerade wieder sortiert hatte, gelang Christian Peters (48.) nach prima Vorarbeit von Lars Hansen und Sven Nielsen sogar das 3:0 – das Ding schien durch.

„Die Jungs hören nie auf, wollen immer gewinnen“, würdigte Schmidt seine Spieler, die eine atemberaubende Aufholjagd hinlegten. Innerhalb von nur elf Minuten brachten Sönke Hansen (52., 58.) und der starke Jannik Drews (63.) die zuvor einseitige Partie zum Kippen. Und auch das 4:3 von Jannik Oliver Fust (70.) beeindruckte die Schwarz-Gelben nicht, Lars Christiansen II (78.) glich aus, bescherte Spielern und den 500 Zuschauern auf dem Au-Wiesen-Platz die Verlängerung.

In der gaben die Gäste den Ton an, Oke Petersen schoss sein Team in der 110. Minute ins Pokal-Glück. Beim Schlusspfiff ließen sich die ausgepumpten „Löwen“ frustriert zu Boden fallen, während Frisia ausgelassen feierte.

Jetzt hofft das Team aus Risum-Lindholm auf mehr Losglück im SHFV-Pokal als in der Vorsaison – da waren die Frisianer bereits in der Qualifikation unglücklich am TSV Kropp gescheitert. Auch 2014/15 sind wieder 17 Mannschaften am Start.

Zufrieden mit dem Endspiel-Dreierpack waren die Organisatoren des Kreisfußballverbands. Die Partien waren gut besucht, „Herrentag-Nebenwirkungen“ blieben aus, und auch das Wetter spielte mit. Der Endspielort 2015 steht mit Friedrichstadt bereits fest.

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