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Hallen-Europameisterschaften der Leichtathletik-Senioren : Zweimal Silber für Werfer Jan Voigt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer im polnischen Toru mit Hammer und Gewicht erfolgreich.

Silber im Hammerwerfen (43,66 m), Silber im Gewichtwerfen (16,64 m) und noch Platz sechs im Diskuswerfen (42,36 m): Mit diese Erfolgen und Leistungen kehrte Jan Voigt (M60/SC Itzehoe) von den Hallen-Europameisterschaften der Senioren aus dem polnischen Toruń (Thorn) zurück.

Dass sie bei bester körperlicher Verfassung möglich sein werden, davon konnte der Wettkämpfer eigentlich ausgehen: Seine Vorleistungen deuteten in allen Disziplinen an, dass er den Sprung aufs Siegerpodest auch schaffen könnte. Doch dann lief es in der Vorbereitung doch nicht so gut: Jan Voigt blieb bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Erfurt drei Wochen vor den kontinentalen Meisterschaften als Zweiter im Diskuswerfen und Vierter mit dem Hammer „wegen Beinbeschwerden unter meinen Möglichkeiten“. Danach plagte ihn die Grippe, so dass er das Unternehmen Medaillensegen fast schon vergessen konnte, zumal auch „das Bein“ immer noch nicht richtig mitspielen wollte.

Doch Jan Voigt ist das, was man einen „harten Hund“ nennt. Er fuhr mit dem Pkw acht Stunden lang und 750 Kilometer weit gen Osten, vertraute sich in Toruń dem Physiotherapeuten des Deutschen Leichtathletikverbandes an, der ihm dabei half, die Mobilität zu erlangen, die für die anspruchsvollen technischen Disziplinen unerlässlich ist – jedenfalls dann, wenn Edelmetall möglichst mitgebracht werden soll.

Doch die Unsicherheit blieb zunächst, löste sich dann aber schon beim Hammerwerfen auf, zu dem der Wettkämpfer „mit einem schlechten Gefühl angetreten“ war. Voigt führte bis zum fünften Durchgang mit 43,04 Meter, ehe Jaroslav Hubacek aus der Tschechischen Republik das Gerät im selben Durchgang auf die Siegesweite von 43,66 Meter katapultierte.

EM-Wettkampf zwei war für Jan Voigt das Diskuswerfen. Es ging gut los, seine Würfe landeten beim Einwerfen deutlich über 40 Meter. Doch dann lief es nicht wie gewünscht: Die Versuche eins und zwei im Vorkampf blieben bei maximal 36 Meter hängen. Doch er hatte ja noch eine Möglichkeit, sich für den Endkampf zu qualifizieren – doch dazu musste eine Leistungssteigerung kommen. Und mit diesem Gedanken und der nötigen „Entschlossenheit“ betrat Jan Voigt den Ring und warf den Diskus auf 41,60 Meter: „Ohne diese Leistung wäre ich ausgeschieden“, betonte der Itzehoer im Gespräch mit unserer Zeitung. Es folgten für ihn im Endkampf zwar noch eine Resultatsverbesserung auf 42,36 Meter und der zwischenzeitliche Platz vier, „doch dann reichten mich meine Gegner auf den sechsten Rang durch“.

Im Gewichtwerfen traf Jan Voigt im Kampf um die Medaillen wieder auf den Tschechen Jaroslav Hubacek, der mit 17,99 Meter auch in diesem Wettbewerb das Maß der Dinge war. „Ich kannte ihn von den Senioren-Europameisterschaften aus Izmir her. Doch im August vergangenen Jahres war er noch nicht so stark. Er hat den Winter über sehr gut trainiert. Und wer fleißig ist, soll auch belohnt werden“, erkannte Jan Voigt die Leistung seines Gegners an.

Ganz begeistert blickt Voigt auf die Bedingungen und die Organisation in Toru: „Ich bin jetzt seit 1996 international unterwegs, aber solch eine Perfektion habe ich bisher nirgendwo anders erlebt. Die Polen haben wirklich etwas für uns Athleten getan. Das war echt eine Eins.“

Nun hofft Jan Voigt auf eine weit weniger gesundheitlich angeschlagene Saison, als er sie in den letzten Wochen erfahren durfte. Sein „Fahrplan“: Teilnahme an Werfertagen im April und Mai, Starts bei den Landes- und Regionalmeisterschaften im Juni sowie bei den Deutschen Meisterschaften im Juli. Und wenn dann alles stimme, würde er gern ins französische Lyon fahren und dort an den Weltmeisterschaften der Senioren teilnehmen – „Mit Starts im Hammer- und Gewichtwerfen, wo ich mit den Besten mithalten kann.“

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erstellt am 09.Apr.2015 | 05:00 Uhr

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