Fußball : Zwei Nummern zu groß

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16. August 2018, 04:26 Uhr

Selbst die kühnsten Optimisten dürften von den Fußball-Frauen der SG Kellinghusen/Bramstedt nicht unbedingt den Einzug in die zweite Runde des Landespokals erwartet haben. Genauso kam es dann auch: Der Regionalligist Holstein Kiel war dem Steinburger Pokalsieger in allen Belangen überlegen und brachte am Dienstag-Abend beim 0:11 (0:4) den Unterschied von drei Spielklassen auch in Zahlen standesgemäß zum Ausdruck.

Zwar waren die Gäste aus der Landeshauptstadt etwas knapp angereist, aber gleich nach dem um 15 Minuten nach hinten verschobenen Anpfiff waren sie hellwach und ließen den Ball flüssig durch die eigenen Reihen laufen. SG-Coach Jan Wieckhorst hatte seinem Team eine defensive 5:4:1-Formation verordnet, aber naturgemäß kam Holstein dennoch schnell zu Chancen. Zwar konnte SG-Torhüterin Mona Schwarzkopf gegen Tabea Lycke (6.) noch retten, aber der nachfolgende Eckstoß von Samanta Carone rutschte ihr unglücklich zum 0:1 (7.) über die Hände.

Auch in der Folge agierte der Regionalligist in seiner 3:4:3-Grundordnung sehr variabel mit vielen Positionswechseln, nutzte seine technischen und läuferischen Vorteile und kam zu weiteren Möglichkeiten. Für das 0:4 nach einer halben Stunde sorgten Anna Selk (14., 30.) und Luiza Zimmermann (27.). Trotz der Gegentore tat Gastgeber-Torfrau Mona Schwarzkopf aber ihr Bestes und vereitelte weitere gute Gelegenheiten von Lycke (6., 8.), Michelle Hoheisel (11., 39.), Selk (34.) und Carone (35.). Es wäre sogar ein Kellinghusener Ehrentreffer möglich gewesen, aber nach einem energischen Antritt der einzigen SG-Stürmerin Lana Weise scheiterten in der 43. Minute binnen zehn Sekunden Weise und Jule Gloy jeweils an der Latte des gegnerischen Gehäuses.

Nach dem Wiederbeginn hatt es zunächst den Anschein, als ob die Kielerinnen, die ohne Auswechselspielerin an die Stör gereist waren, im Gefühl des sicheren Sieges ein paar Gänge zurückschalten würden. Aber das war lediglich eine Momentaufnahme.

Als die Gäste das Tempo wieder anzogen, ging es dann Schlag auf Schlag: Binnen sieben Minuten schraubten Anna Selk (66., 73.), Fjolla Brahimi (67.), Luiza Zimmermann (69.) und Michelle Hoheisel (72.) das Ergebnis auf 0:9. Mit ihrem insgesamt fünften Treffer machte die nie zu zähmende Anna Selk das Resultat sogar zweistellig, und Samata Carone (84.) sorgte nach dem ersten schließlich auch für den letzten Treffer der Partie.

SG-Coach Jan Wieckhorst nahm das Ausscheiden seines Teams nicht allzu tragisch. „Es mag vielleicht komisch klingen, aber trotz des Ergebnisses bin ich mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Kiel war gedanklich einfach viel schneller als wir, dennoch haben wir erhobenen Hauptes verloren. Niemand hat sich hängen lassen. Meine Mannschaft kann sehr viel aus diesem Spiel lernen, auch wenn wir unser Minimalziel verpasst haben: Wir wollten eigentlich nicht zweistellig verlieren.“


SG Kellinghusen/Wrist: Schwarzkopf – Croppenstedt (51. König), Ehlers (60. Borch), Stukenberg, Rathjen, Albers – Seider, D. Pereira, Gloy, Dorow – Weise (78. Wieckhorst).

Holstein Kiel: Pirotton – Labuj, Grosnick, Krohn – Carone, Zimmermann, Brahimi, Thien – Lycke, Selk, Hoheisel.

SR: N. Zabinski (Beidenfleth)

Tore: 0:1 Carone (7.), 0:2 Selk (14.), 0:3 Zimmermann (27.), 0:4 Selk (30.), 0:5 Selk (66.), 0:6 Brahimi (67.), 0:7 Zimmermann (69.), 0:8 Hoheisel (72.), 0:9 Selk (73.), 0:10 Selk (78.) , 0:11 Carone (84.).

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