Reitsport : Zum vierten Mal Kreismeister der Vielseitigkeit

Kreismeisterehrung im Reiterbund Steinburg (von links): Katrin Albrechtsen, Kathrin Carl auf Carlandro, Heiko Strüven auf Viktor, Birgit Lamke und Dr. Julia Reverey auf Nausikaa.
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Kreismeisterehrung im Reiterbund Steinburg (von links): Katrin Albrechtsen, Kathrin Carl auf Carlandro, Heiko Strüven auf Viktor, Birgit Lamke und Dr. Julia Reverey auf Nausikaa.

Heiko Strüven gewinnt auf „Viktor“ erneut den Titel beim Turnier des PBSV Kremperheide.

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14. Juli 2015, 11:43 Uhr

Julia Mestern und „Princess Pandera“ heißen die Sieger der Vielseitigkeitsprüfung Klasse A**, die der PBSV Kremperheide im Rahmen seines dreitägigen Turniers auf der Vielseitigkeitsanlage im Heideweg veranstaltete. Die Deutsche Meisterin von 2010 und Doppeleuropameisterin in der ländlichen Vielseitigkeit des Jahres 2007 gewann vor Heiko Strüven auf „Viktor“. Platz drei des Wettbewerbs aus Dressur, Parcoursspringen und Geländeritt ging ebenfalls an Julia Mestern, die auch auf „Cavalcanti“ überzeugte.

Eingebettet in diese Prüfung war die Kreismeisterschaft des Kreisreiterbundes Steinburg (KM), die sich Heiko Strüven und „Viktor“ sicherten – seit 2010 nun schon zum vierten Mal. Vizemeister wurde Dr. Julia Reverey auf „Nausikaa“, und der dritte Platz ging an Kathrin Carl, die „Carlandro“ unter dem Sattel hatte. Einziger Wermutstropfen aus Sicht der hiesigen Reiterei: Mit Jill Madelaine Kandel hatte nur noch eine weitere Steinburger Teilnehmerin für die KM genannt, die dann leider im Springparcours ausschied und deshalb den Geländeritt nicht aufnehmen konnte. Kathrin Carl äußerte sich nach der Siegerehrung über das Manko so: „Es wäre schön, wenn im nächsten Jahr mehr Paare vertreten wären, denn bei größerer Konkurrenz muss man sich auch mehr anstrengen.“

Und dennoch: Was die Protagonisten geleistet hatten, ist aller Ehren wert. Geschenkt wurde ihnen jedenfalls nichts, dafür hatte schon Christian Schneider mit einer sehr anspruchsvollen Linienführung im Gelände gesorgt. Sie forderte von allen Zweibeinern hohes reiterliches Können und von den Vierbeinern genügend Kondition, um im welligen Gelände bei ständigem Rhythmuswechsel über 20 Hindernisse zu bestehen. Am Ende schied nur ein Paar vorzeitig aus – nach dreimaliger Verweigerung.

„Es ist hier sehr kurvenreich, ich kenne das vom Training. Aber wir haben ja auch den Ruf, dass es hier schwieriger ist als anderswo. In Kremperheide geht es eben nicht nur geradeaus, wir haben hier auch Ecken und Kanten“, war Heiko Strüven gut auf das eingestellt, woran sich andere erst gewöhnen mussten. Letztlich konnte sich aber auch der Kremperheider vorher nicht sicher sein, mit einem Sieg zu glänzen: „Ich bin mit keiner Riesenerwartung rangegangen, weil ‚Viktor’ unter einer chronischen Bronchitis leidet. Aber heute ging es, und wenn das nicht wäre, hätten wir auch schneller sein können. Letztlich hatten wir aber auch nicht die schlechteste Zeit im Gelände“, freute sich der vierfache Kreismeister über eine insgesamt starke Leistung, die letztlich nur von der international erfahrenen Julia Mestern getoppt wurde.

„Sehr zufrieden“ war die Zweite in der Kreismeisterschaft. Insbesondere mit ihrem Pferd, das in der Dresseur „schön gelaufen“ sei: „Besser als in den letzten Jahren“, sagte Julia Reverey. Gut sein „Nausikaa“ auch im Gelände gewesen, trotz der Zeitfehler. „Das ist mir aber nicht so wichtig, denn sie kam sicher durch und ist mit 17 Jahren auch schon etwas älter. Ich bin stolz, dass sie mitmacht.“ Dass für Julia Reverey letztlich der zweite Platz in der Meisterschaft und der Siebte im Gesamtklassement von 21 Paaren herausspringen könnte, habe sie nicht erwartet. „Ich bin mit geringen Erwartungen hierher gekommen, denn vorher lief es nicht super rund. Aber heute hat ‚Nausikaa’ in alter Form geglänzt.“

„Nicht zufrieden“ war Kathrin Carl, „denn die Dressur war nicht gut“. Da hätten Reiterin und Pferd schon bessere Ergebnisse erzielt. Deshalb: „An der Dressur müssen wir noch arbeiten. Sie ist bei uns der limitierender Faktor.“ Zeit genug hätte sie, denn „Carlandro“ ist erst acht Jahre alt. Gefreut habe sie sich aber an der guten Prüfung im Gelände.

Das erste Mal auf einem Turnier mit „Princess Pandera“ und trotzdem gewonnen. Julia Mestern bezeichnete diese Tatsache als „sensationell“. Grundlage dafür war die beste Dressur von allen, die sich an der A**-Vielseitigkeitsprüfung beteiligt hatten. Deshalb: „Ich bin total stolz, zufrieden und glücklich. ‚Princess Pandera’ ist ein großartiges Pferd mit drei sensationell guten Grundgangarten. Ich bin überwältigt, was sie heute für Leistungen gebracht hat.“ Und dazu gehörte neben der Dressur, bei der sich „Princess Pandera“ trotz anfänglicher Aufgeregtheit sehr gut habe reiten lassen, mit Sicherheit auch die exzellente Geländeleistung. Abstimmungsschwierigkeiten habe es dennoch gegeben: „Wir haben zwei Fehler beim Springen gemacht, aber wir kennen uns ja auch erst seit drei Wochen.“ Vorher hätte das Pferd bei einem Dressurreiter gestanden. „Vielseitigkeit lief nur nebenbei. Zuletzt hat es vor einem Jahr an einem Turnier teilgenommen.“

Das erste Mal überhaupt auf der Kremperheider Anlage war die in der Nähe von Hohenwestedt wohnende Gabriele Hort-Scholz, die Miss Megan vorstellte. Die Trakehner-Stute (8) habe sie bereits als Fohlen bekommen und sie soll sich in Richtung L-Prüfungen entwickeln: „Wenn sie Lust hat, und heute hatte sie Lust“, freute sich Gabriele Hort-Scholz über einen fehlerlosen Geländeritt. Dies gelang nur noch Heiko Strüven und Tessa Malene Rammers auf Velura, die ebenfalls in der erlaubten Zeit blieben. Die gute Vorstellung von Gabriele Hort-Scholz rundete das fehlerfreie Springen ab.

Dennoch war die Reiterin nicht restlos zufrieden: „In der Dressur ist Miss Megan zwar artig gelaufen, aber da muss ich noch mutiger werden, um Wertnoten von 7,0 und besser zu bekommen.“ Hoffnung habe sie, auch wenn ihre Stute „nicht einfach zu reiten“ sei: „Wir sind ein Team.“

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