Tolle Programme und großzügige Anlage, Aber . . . : Zu wenig junge Erwachsene beim ITV

ITV-Vorsitzender Heinrich Gaußling mit Pressewart Nils Lohmann und Sportwart Pitt Voigt.
ITV-Vorsitzender Heinrich Gaußling mit Pressewart Nils Lohmann und Sportwart Pitt Voigt.

Mitgliederentwicklung beim Itzehoer Tennisverein stagniert trotz hervorragender Bedingungen

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05. Juli 2014, 05:00 Uhr

„Wir haben tolle Programme und eine großzügige Anlage mit neun Sandplätzen und einer Einfeldhalle“, schwärmt Heinrich Gaußling, Vorsitzender des Itzehoer Tennisvereins. Trotzdem steuert sein Club schwierigen Zeiten entgegen. Beim noch gut dastehenden Vorzeigeverein stagniert die Mitgliederentwicklung seit Jahren und die Altersstruktur tendiert immer mehr zu Überalterung.

„Wir haben zu wenig junge Erwachsene zwischen 20 und 40 Jahren.“ 52 Prozent der Mitglieder seien älter als 40, die meisten sogar über 60. Es gebe weniger leistungsstarke aber auch weniger für Punktspiele gemeldete Mannschaften. Noch gebe es keine Probleme, doch die Entwicklung lässt in Zukunft einige erwarten. „Wir brauchen unbedingt mehr junge Erwachsene“, so Gaußling. „In dieser Altersklasse rückt nicht nur bei uns nichts nach. Junge Leute wollen sich nicht mehr binden.“ Man betreibe zwar gern Sport, möchte dabei aber flexibel sein. „Zehnerkarten, wie im Fitnessstudio, können wir jedoch nicht bieten.“ Allerdings sei es für Fremdspieler durchaus möglich gegen Gastgeld auf der schönen Anlage zwischen Schwimmzentrum und dem Planschbecken Tennis zu spielen. Um die Anlagen in Schuss zu halten, müsse aber auch von den eigenen Mitgliedern eine Sonderumlage entrichtet werden.

„Das geht leider nicht anders. In dieser Hinsicht sind wir gegenüber anderen Vereinen der Stadt benachteiligt“, sagt Gaußling. Während diese die städtischen Hallen und Plätze umsonst nutzen könnten, bekomme der Tennisverein für die Instandhaltung seiner eigenen Halle und der Außenplätze nicht einmal Zuschüsse. Die gesamte Anlage müsse daher von den Mitgliedern unterhalten werden. „Das geschieht über die Mitgliedsbeiträge und durch viel ehrenamtliche Arbeit. Unsere engagierten Vereinsmitglieder sind mit viel Herzblut dabei“, so Gaußling. Aber auch die Bewirtschaftung des nach einem Brand 2003 neu aufgebauten Vereinsheims werde von Clubmitgliedern geleistet. Das Clubhaus sei ein Schmuckstück, müsse aber mehr genutzt werden. „Die Energiekosten für Halle und Clubhaus nehmen immer mehr zu. Das könnte den Verein in nicht allzu ferner Zukunft in finanzielle Enpässe bringen, zumal die 40 Jahre alte Halle sanierungsbedürftig ist.“

Immerhin seien die Zahlen der Jugendlichen zufriedenstellend. Gut 30 Prozent der ITVer sind zwischen sieben und 18 Jahren. „Insgesamt sind es 81. Die wollen wir natürlich halten. Deshalb bieten wir eine sehr gute Jugendarbeit.“ Selbstverständlich zahle der Nachwuchs keine Hallen- oder Platzgebühren. „Die Kosten für die Jugendbetreuung können wir aber mit den Beiträgen nicht ausgleichen.“

Nun gehe es darum, verstärkt Mitglieder zu werben und das gezielt bei den jungen Erwachsenen. Dafür stelle der Verein ein vielfältiges Angebot bereit, erklärt Sportwart Pitt Voigt. Neben den Punktspielen stünden Tenniscamps für Kinder und Erwachsene auf dem Programm. Es gebe Fitness-Programme, gemeinsame Unternehmungen wie Fahrradtouren, Grillabende oder der Besuch des Profiturniers am Hamburger Rothenbaum. „Alles tolle Angebote, die gern genutzt werden“, so Voigt. Sehr beliebt seien auch Vereinsmeisterschaften, Mutter/Kind-Tennis (mit Kinderbetreuung), sowie regelmäßiges Schnupertraining für „Einsteiger“ oder freies Spielen für interessierte „Nicht-Vereinsspieler. Neu angeboten wird ein Leistungsklassenturnier, in dem sich die stärksten Spieler des ITV mit Akteuren anderer Vereine messen. „Die Zuschauer erwartet hier ambitioniertes Tennis, das sich bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen genießen lässt.“ Durch die besonderen Angebote für neue Mitglieder falle den meisten der erste Schritt in den Verein sehr leicht“, weiß Voigt.

Man müsse aber kräftiger die Werbetrommel rühren, damit die Leute wissen, was sie bei uns erwartet, fügt Heinrich Gaußling hinzu. „Viele Leute glauben, Tennis spielt nur die High Society. Das ist natürlich nicht richtig. Bei uns schlagen ganz normale Leute auf.“ Davon könne man sich jederzeit überzeugen. Gelegenheit dazu würde es zum Beispiel regelmäßig dienstags ab 18 Uhr am freien Spieltag geben. Tennis-Einsteiger können hier zum Beispiel unter Anleitung die ersten Schläge probieren“, wirbt Gaußling. „Wir freuen uns über jedes neue Mitglied. Kapazitäten haben wir genug. Unsere Anlage kann mehr als 400 Tennisspieler verkraften. Zur Zeit haben wir 270. Es ist also noch viel Luft nach oben.“

● Mehr Infos unter www.itv-Itzehoe.de

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