16. Itzehoer Störlauf : Yannik von Soosten nur knapp hinter dem Sieger

Einen Zweikampf  bis kurz vor dem Ziel lieferten sich Pascal Dethlefs (li.) und Yannick von Soosten.
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Einen Zweikampf bis kurz vor dem Ziel lieferten sich Pascal Dethlefs (li.) und Yannick von Soosten.

10 km: Pascal Dethlefs setzt sich gegen den besten Steinburger im Spurt durch – Bei den Frauen bestimmt Katharina Nüser aus Hamburg das Renngeschehen

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11. Mai 2015, 05:00 Uhr

Pascal Dethlefs war nach anstrengenden Wochen mit Deutscher Meisterschaft im Halbmarathonlauf (1:07:47) und Landesstraßenmeisterschaft über zehn Kilometer (30:51) in die Kreisstadt gekommen, „um Spaß zu haben“. Und dennoch: Den Sieg wollte Schleswig-Holsteins derzeit schnellster Langstreckler auch in diesem Jahr nicht aus der Hand geben. Der Büdelsdorfer ließ sich zwar bereitwillig darauf ein, Yannik von Soosten zu einer schnellen Zeit zu ziehen, doch letztlich tat er das, was ein spurtstarker Läufer immer tut: Er nutzte seine Möglichkeiten und zog auf dem letzten Kilometer auf und davon und lag zum Schluss mit 33:24 Minuten fünf Sekunden vor dem hoffnungsvollen Nachwuchsläufer aus Itzehoe.

Nachdem im Ziel die erste Enttäuschung bei Yannik von Soosten verflogen war, sagte der Jugendliche (U20): „Pascal hat mir super geholfen, aber zum Schluss war die Kraft weg. Da hatte ich nur noch schwere Beine und konnte nicht mehr folgen.“ Pascal Dethlefs nötigte das dennoch Respekt ab: „Yannik hat eine super Leistung gebracht.“

Im Gefolge der beiden ganz Schnellen tat sich zunächst nichts. Doch dann ging es Schlag auf Schlag: Zunächst überquerte Patrick Kacynski (35:14) aus Lüneburg den Zielstrich, dann folgten mit Kai Neumann (35:55) und Xhevat Krasniqi (36:25) zwei Itzehoer, die vor Dominic Adlung (36:47/Kiel) unbedrängt daherliefen.

Patrick Kacynski selbst konnte das Tempo in der Spitze nur 1500 Meter lang mitgehen, dann merkte er, dass es für ihn (pers. Bestzeit 34:49) zu schnell sein würde und ließ abreißen. Es gelang ihm aber eindrucksvoll, Kai Neumann in Schach zu halten, für den die Pace nach dem Passieren von Schloss Breitenburg („Da konnte ich nicht mehr.“) zu schnell wurde. Im Ziel sagte der Dritte: „Der Lauf war sehr belastend, aber die Schönheit der Strecke machte alle Anstrengungen wieder wett.“

Dass gerade das Teilstück zwischen Schloss Breitenburg und Münsterdorf mit langen Anstiegen viel Kondition erfordere, dass sah auch Xhevat Kasniqi so. „Da fangen die Schwierigkeiten für viele erst so richtig an.“ Ob er Kai Neumann dennoch hätte erreichen können? „Da hätte ich mich wohl sehr quälen müssen, aber weil der Sechste weit hinter mir lag, musste ich das nicht. Platz fünf reichte mir, und außerdem wollte ich Spaß haben.“

Bei den Frauen bestimmte Katharina Nüser (38:52) das Renngeschehen – und zwar so, wie sie wollte. Im Ziel lag die Rennläuferin der LG Wedel-Pinneberg (pers. Bestzeit 37:44) deutlich vor der Zweitplatzierten, Rebecca Blass (42:22) aus Braunschweig. Mehr Spannung bestimmte das Renngeschehen hinter dem Führungsduo, denn mit Marike Sönnichsen (45:44/Kiel), Rike Friedrichs (45:46/Heiligenstedten) und Britta Hünnefeld (45:49/Hohenlockstedt) folgten drei Läuferinnen mit wenigen Sekunden Abstand zueinander. Eine feine Leistung lieferte mit 46:37 Minuten auch Fee-Sophie Brahmstedt vom Sophie-Scholl-Gymnasium Itzehoe als Sechste ab.

Eigentlich hatte sich Katharina Nüser vorgenommen, Bestzeit zu laufen, doch die schwere Strecke mit Steigungen, Wind, Sturm und Regen, die sie nach eigenen Worten „vorher unterschätzt“ hatte, machte ihr einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Dennoch hätte ihr das Rennen, bei dem ihr nichts geschenkt wurde, Spaß gemacht: „Ich war Teil einer guten Männer-Gruppe, die dicht hinter mir geblieben ist, statt mir Windschatten zu geben. Andersherum hätte ich es aber lieber gehabt“, machte die Siegerin deutlich, dass Frauen gegenüber Männern auch manchmal die Oberhand behalten können – sportlich wie moralisch.

Ihren spannenden Zieleinlauf mit hartem Kampf gegen Marike Sönnichsen sah Rieke Friedrichs so: „Ich habe sie erst zum Schluss wahrgenommen und dann herausgefordert. Zwar war ich wenige Meter vor dem Ziel knapp vor ihr, wurde dann aber doch eingeholt.“ Dass Rieke Friedrichs ihr folgen würde, das hatte Marike Sönnichsen bereits in Münsterdorf durch Zuschauerrufe erfahren. „Da wusste ich, dass der dritte Platz in Gefahr war. Aber ich wollte die Platzierung nicht aufgeben.“ Deshalb habe sie zum Schluss auch entsprechend gefightet.

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