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Segeln : X-Tours verteidigt „Blaues Band der Stör“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei der Störregatta zwischen Kasenort und Wewelsfleth war die Crew der Tracy am schnellsten nach berechneter Zeit.

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erstellt am 04.Okt.2014 | 04:58 Uhr

Die Störregatta 2014 hat zwei klare Sieger hervorgebracht: Im Wettbewerb um das „Blaue Band der Stör“ (Schnellster nach gesegelter Zeit) dominierte wie im Vorjahr die Crew der X-Tours (Andreas Dahm, Sabine Maas und Henrik Nödiger). In der Wertung um das „Grüne Band der Stör“ (Schnellster nach berechneter Zeit) stand am Ende die Mannschaft der Tracy (Knud und Marion Kaiser sowie Maik Hauptmann) an erster Stelle. Unter dem Beifall der 25 gestarteten Besatzungen überreichten die Regattaleiter Manfred van Ohlen (SVI) und Olaf Bielenberg (SVW) die Auszeichnungen während der Regattaparty in Beidenfleth.

Gesegelt wurde traditionell von Kasenort nach Wewelsfleth und zurück über eine Gesamtstrecke von rund 30 Kilometern – bei bestem Wetter und bei Windstärken zwei (Hinfahrt) und drei (Rückfahrt). Somit waren alle Boote bei der Rückfahrt schneller als bei der Hinfahrt. Dabei handelte es sich um Differenzen zwischen 20 und 30 Minuten.

Dass die Crew der X-Tours ihren Vorjahreserfolg wiederholen könnte, daran hatten Andreas Dahm und Sabine Maas vorher nicht geglaubt – am allerwenigsten mit dem großen Vorsprung. „Die Windstärken und die Windrichtung waren für die X-Tours genau richtig. Andererseits waren wir heute auch extrem gut“, machte Andreas Dahm die Garanten für den Erfolg aus. Dennoch fand Sabine Maas fand ein Haar in der Suppe: „Unser Hinstart war nicht so gut, wir überquerten die Startlinie als Dritte und das mit 18 Sekunden Verspätung.“ Dies schmälert die Gesamtleistung des Paares jedoch nicht, denn die X-Tours war sowohl während der Hinfahrt als auch bei der Rückfahrt mit 1:23:59 bzw. 1:00:58 Stunden jeweils am schnellsten. Manfred van Ohlen erklärt: „Bei wenig Wind sind die erfahrenen Segler im Vorteil. Da zeigt sich, wer der wahre Segelexperte ist.“ Zur Erinnerung: Während der Hinfahrt blies der Wind gerade mal zwei Stärken.

Die „idealen Bedingungen“ machte Andreas Dahm auch dafür verantwortlich, dass er und Sabine Maas „mit dem großen Schiff“ in punkto berechneter Zeit noch nie so weit vorn gewesen sind wie bei der jüngsten Regatta: „Ich erinnere mich an eine Regatta vor Brunsbüttel. Von 25 Schiffen waren wir nach gesegelter Zeit die Ersten und nach berechneter Zeit die Letzten.“ Ob es etwas gäbe, was sie nach der Titelverteidigung gern erreichen würden? „Ja“, betonte Sabine Maas. Sie und Andreas Dahm würden eine Regattastrecke gern unter 60 Minuten segeln. Mit Blick auf den nicht optimalen Hinstart betonte die Seglerin: „Wir haben noch Potential nach oben.“

Zufrieden war offensichtlich auch die Crew der Tracy. Der Erfolg sei der Verdienst einer jahrelangen Zusammenarbeit zwischen Knud und Marion Kaiser sowie Maik Hauptmann. „Wir sind ein eingespieltes Team“, betonte Marion Kaiser im Gespräch mit unserer Zeitung. Die „guten Bedingungen am Regattatag“ stellte auch Knud Kaiser heraus: „Die Windverhältnisse waren für alle optimal.“ Dass die Stör auf der Rücktour mehr als auf der Hintour gekreuzt werden musste, dafür waren die Windverhältnisse ausschlaggebend: „Wir hatten heute ein gutes Verhältnis von Kreuz- und An-Windkursen“, sagte Marion Kaiser. Zwar hätten sie das „Grüne Band der Stör“ nun schon zum dritten Mal gewonnen, doch dass es so ausgehen werde, damit hätte die Crew nicht gerechnet. Marion Kaiser: „Wir hatten starke Gegner. Da ist es immer spannend, und man weiß nicht, was passiert.“

Die stärkste Gruppe innerhalb der Regatta wurde wieder von den Piraten gestellt – neun waren es in diesem Jahr, die mit Steuermann und Vorschoter die Wettfahrten aufnahmen. Am Ende erwiesen sich Christian Niefert und Malte Biedermann als beste Crew – sowohl nach gesegelter als auch nach berechneter Zeit waren sie das Maß der Dinge. Ein spannendes Rennen lieferten sie sich von Wewelsfleth nach Kasenort mit der Crew der Blue Wave (Torge Langmaack/Lennart Meinke). „Mehrfach hat die Führung gewechselt, wir haben uns richtig beharkt. Doch am Ende hat die Blue Wave einen klaren Vorsprung herausgesegelt“, betonte Christian Niefert: „Unseren Sieg haben wir auf der Hintour erreicht.“

Christian Niefert, ehemaliger Landesjugendmeister von 1998 und Teilnehmer an Deutschen sowie Europameisterschaften in der 505er Klasse (Gleitjolle mit Trapez) nahm als Jugendwart des Beidenflether Segelvereins nicht in erster Linie zu seinem eigenen Vergnügen an der Störregatta teil. Sein Einsatz und der von Vereinsmitglied Torge Langmaack habe in erster Linie der Jugendförderung gegolten. Als „erfahrener Segler“ hätten sie mit Seglern in einem Boot gesessen, „die noch nicht so erfahren sind“, den Nachwuchs an das Regattasegeln heranzuführen und Erfahrungen zu verschaffen.

Dass die Nachwuchsförderung auf der Stör im Piratboot genau das Richtige für junge Segler ist, das stellte auch SVW-Jugendwart Thomas Dethlefs heraus: „Der Pirat ist das geeignete Ausbildungsboot für Jugendliche auf Fluss-Tidengewässern.“ Dass es bei der 66. Auflage der Störregatta erstmals einen Preis für den schnellsten Jugend-Piraten (nach berechneter Zeit) gegeben habe, sei für Thomas Dethlefs nur folgerichtig: Schon seit Jahrzehnten würde man sich an der Stör der Förderung des Piratsegelns widmen, da könne der neue Preis eine zusätzliche Motivation für diejenigen sein, die den Segelsport ernsthaft betrieben wollen.


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