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Segel-Bundesliga : „Wollen nichts dem Zufall überlassen“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bundesligateam der Seglervereinigung Itzehoe bereitet sich intensiv auf das erste Rennen am 1. Mai auf dem Starnberger See vor

von
erstellt am 16.Apr.2015 | 05:00 Uhr

„Wir wollen nichts dem Zufall überlassen und top-vorbereitet in unser erstes Bundesliga-Rennen gehen“, sagt Steuermann Christian Soyka. Am 1. Mai startet die Segel-Bundesliga mit der ersten Regatta auf dem Starnberger See. „Dort wollen wir den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen“, so Soyka. Das Team der Seglervereinigung Itzehoe(SVI) möchte am Ende wieder im oberen Drittel der Tabelle stehen.

Die Teams der Segel-Bundesliga rüsten in dieser Saison auf. Einige haben sogar in Monaco in einer Winterserie unter Wettkampfbedingungen gesegelt, so dass sie deutlich besser vorbereitet in die Saison gehen als im vergangenen Jahr. Doch auch das kleine Team der SVI investiert deutlich mehr ins Training als im Vorjahr. Seit Anfang März sind Christian Soyka und Co an jedem Wochenende auf der Alster unterwegs. Beim Deutschen Meister „Norddeutscher Regattaverein“ haben sich die Itzehoer mit fünf anderen Teams zu einer Trainingsgemeinschaft zusammengeschlossen und üben dort ihrerseits unter Wettkampfbedingungen. „Wir trainieren zum Beispiel an einem Wochenende bis zu 80 Starts und segeln ganze Wettkampfstrecken gegeneinander“, berichtet Soyka. „Alle wollen für den Ernstfall gerüstet sein. Abläufe und Teameinspielungen müssten genau abgestimmt sein, wenn man nicht schon von vornherein im Hintertreffen liegen wolle. Daran werde jetzt mit den anderen an jedem Wochenende gefeilt. Lediglich Ostern habe man eine Pause für die Familie eingelegt.

„Das ist wesentlich intensiver, als wenn wir allein trainieren würden.“ Alle sechs Teams sind mit eigenen Booten auf der Alster unterwegs. Hauptsächlich gehe es natürlich darum im Format der Bundesliga zu trainieren, aber es werde auch Material getestet. „Denn auch wir werden versuchen, andere Einheitsregatten mit unserem Boot „Voice of Itzehoe“ zu segeln, um den Nachwuchs zu fördern“, so Soyka, der bislang noch der einzige Steuermann im zehnköpfigen Itzehoer Bundesligateam ist. Das soll sich über kurz oder lang ändern. „Ich könnte vom Alter her von fast allen Crewmitgliedern der Vater sein. Es wird Zeit, dass da mal jüngere nachrücken, damit wir auf Dauer konkurrenzfähig bleiben.“ Für einen kleinen Verein, wie die SVI sei es ohnehin schwierig gegen die großen mitzuhalten. „Der Norddeutsche Regattaverein kann zum Beispiel immer aus dem Vollen schöpfen, was bei uns nicht so ganz einfach ist, weil die Jungs auch in normale Segelprojekte involviert sind und nicht immer Zeit haben.“ Zehn Segler seien deshalb eigentlich zu wenig. „Unser Team müsste eigentlich größer sein.“

Ein Nachteil für kleine Vereine sei auch, dass an den Regatten nur Segler teilnehmen dürften, die mehr als ein Jahr im Verein sind. „Diese neue Regelung ist an sich vollkommen richtig, damit einige Top-Segler nicht bei jeder Regatta in neuen Teams antreten können. Die großen Vereine haben allerdings einen Riesenpool, auf den sie zugreifen können. Da können wir nicht mithalten.“ Das sei auch beim Training deutlich geworden. Am Norddeutschen Regattaverein könnten die anderen fünf Teams nicht klingeln. „Die sind einfach zu stark besetzt“. Mit den anderen vier Mannschaften sei man aber auf Augenhöhe, was Anlass zu vorsichtigem Optimismus gebe. „Wir streben wieder einen Platz im vorderen Mittelfeld an. Titelaspiranten sind aber auf jeden Fall der NRV und der Verein Seglerhaus am Wannsee Berlin. Wenn wir am Ende wieder auf Rang vier stehen, wäre das natürlich sensationell.“

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Itzehoer nicht nur Zeit auf dem Wasser investiert, sondern auch ein spezielles Fitnessprogramm individuell für jeden Segler aufgestellt. „Wir haben einen Gesundheits- und Fitnesscheck im Mare Wellness und Sport in Kiel absolviert, um Stärken und Schwächen jedes einzelnen zu analysieren.“ Kai Harder und Sören Petersen hätten einen besonders guten Eindruck hinterlassen. Doch auch sie hätten, wie für alle anderen auch, ein spezielles Trainingsprogramm mitbekommen. „Jeder muss an sich im Einzeltraining arbeiten um Schwächen zu minimieren. Zum Bundesligastart sollen natürlich alle körperlich topfit sein“, erklärt Soyka.

In dieser Saison stehen im übrigen sieben Regatten auf dem Programm. Zu den bisherigen sechs Wettkämpfen in Starnberg, Kiel, Travemünde, Berlin, Friedrichshafen und Hamburg ist Warnemünde neu ins Programm aufgenommen worden. „Das ist für uns sicherlich kein Nachteil, weil wir lieber bei Welle im Meer segeln. Die meisten Regatten finden in Binnengewässern statt, da haben die Süddeutschen Clubs eher leichte Vorteile. Die haben wir aber durch das Training auf der Alster deutlich minimiert. Wir sind jedenfalls schon mächtig heiß und freuen uns auf den Saisonstart in Tutzing“, gibt sich Christian Soyka angriffslustig.

Neben Steuermann Soyka gehören Kai Harder, Sören und Arne Petersen, Moritz Burmester, Leon Stolp, Ole Stücker, Stefan Schimkowski, Tim Krämer und Hinnerk Müller zur Itzehoer Bundesligacrew. In den einzelnen Bundesligaregatten kommen aber nur vier Mann als Besatzung zum Einsatz, die dort nur noch bei Verletzung oder anderen gesundheitlichen Problemen gewechselt werden dürfen. 

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