Interview : „Wir können stolz auf das Ergebnis sein“

Immer engagiert: Jens Timm auf der Trainerbank der Herzhorner Handballer.
Immer engagiert: Jens Timm auf der Trainerbank der Herzhorner Handballer.

Der scheidende Herzhorner Coach Jens Timm erläutert, warum er bei den Oberliga-Handballern des MTV aufhört.

von
23. Mai 2015, 05:36 Uhr

Im November 2012 hatte Jens Timm als Trainer-Nachfolger von Michael von Thun die Oberliga-Handballer des MTV Herzhorn in bedrohlicher Tabellen-Situation übernommen. Nur aufgrund des schlechteren direkten Vergleichs verpasste man dann am Saisonende haarscharf den Klassenverbleib. In der folgenden Spielzeit folgte dann der Wiederaufstieg aus der SH-Liga und im Jahr darauf der Klassenverbleib nach einer starken Rückrunde. Nach drei zehrenden Spielzeiten entschloss sich der selbstständige Physiotherapeut nun zu einer Handball-Pause. Im Gespräch mit unserer Redaktion erläutert der 51-Jährige die Gründe.

Sie haben die Oberliga-Männer des MTV Herzhorn seit November 2012 trainiert. Wie lautet ihr persönliches Fazit?

Wenn ich die Mannschaft aus diesem Jahr mit der aus dem Abstiegsjahr vergleiche, so können wir schon ein bisschen stolz auf das Ergebnis sein. Im Abstiegsjahr waren wir von den Namen her noch wesentlich besser besetzt. Mit unserer jungen Truppe haben wir einige sehr gute Spiele gezeigt und auch den einen oder anderen Gegner überrascht. Gerade die Arbeit mit den jungen Spielern hat sehr viel Spaß gemacht. Dass wir am Saisonende acht Punkte vor einem Abstiegsplatz liegen, haben wir vor Saisonbeginn nicht unbedingt erwartet.

Aus welchen Gründen haben Sie sich zu Jahresbeginn entschlossen, nicht mehr weiterzumachen?

Ich war in der abgelaufenen Saison häufig angeschlagen und habe mich von einem grippalen Infekt zum nächsten gehangelt. Berufliche und private Verpflichtungen, dazu der Trainingsalltag und die laufende Saison waren kaum unter einen Hut zu bekommen. Ich brauchte einfach mal eine Pause.

Was wird Ihnen am meisten fehlen und was gar nicht?

Es gibt schon ein paar Spieler, mit denen das Arbeiten viel Spaß gemacht hat. Ich sehe gerade in den jungen Spielern ein großes Entwicklungspotenzial. Dies zu fördern ist eine reizvolle Aufgabe. Fehlen werden mir sicher die emotionalen Momente auf der Trainerbank, nicht fehlen wird mir der ständige Zeitdruck.

Den zu Saisonbeginn angestrebten Klassenverbleib hat die Mannschaft geschafft. Haben Sie zwischenzeitlich mal daran gezweifelt?

In der Vorbereitung lief es nicht besonders gut. Wir haben auf dem Spielfeld einfach nicht gut zueinander gefunden und auch emotional waren wir nicht richtig auf der Höhe. Ich hatte zwar keine Zweifel an unserem Vorhaben, war mir aber darüber im klaren, dass es sehr schwer werden wird. Mit zunehmender Spieldauer war ich mir schon sicher, dass wir die Klasse halten werden.

Mit Dirk Frank übernimmt ein in hiesigen Handball-Gefilden noch recht unbekanntes Gesicht ihren Trainerjob. Hat es schon Kontakt oder gar eine Übergabe gegeben?

Ich wusste lange nicht, wer dieser Unbekannte ist. Mehr als ein kleiner Plausch fand bisher nicht statt.

Wie ist ihr Eindruck von ihm?

Wie gesagt: Ich habe ihn zu wenig kennengelernt, um ihn beurteilen zu können. Jeder Trainer, der eine Mannschaft neu übernimmt, hat gewisse Vorstellungen und setzt sich seine Ziele. Grundsätzlich finde ich es gut, dass mal ein neues Gesicht im Verein auftaucht. Die Mannschaft hat einige gute Neuzugänge für die kommende Saison. Ich glaube, dass es eine interessante Aufgabe sein wird, diese Mannschaft zu führen und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie auch in der nächsten Saison die Klasse halten werden.

Werden sie sich an den Trainings- und Spieltagen nicht furchtbar langweilen?

Sicher wird es erstmal komisch sein, aber ich bin durchaus in der Lage, mich anders zu beschäftigen. Den Handballsport werde ich aber weiterhin aufmerksam beobachten.

Wann werden wir den Trainer Jens Timm wieder in den Hallen sehen?

Vielleicht schon zum ersten Saisonspiel...als Zuschauer (lacht).

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen