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Motorsport : „Wikinger“ sorgen für Wunder von Brokstedt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Deutsche Meistertitel in der Speedway-Bundesliga geht nach Schleswig-Holstein – der MSC Brokstedt macht im zweiten Finallauf sieben Punkte Rückstand wett.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 05:17 Uhr

Nach 17 Jahren gewinnt der MSC Brokstedt e.V. im ADAC den langersehnten Titel in der Speedway-Bundesliga und sorgt in einem packenden Finale vor rund 4000 Zuschauern auf dem heimischen Holsteinring für Furore. Mit der schweren Hypothek eines Sieben-Punkte-Rückstandes, das erste Finalrennen hatten die Brokstedter zwei Tage zuvor in Landshut gegen die „Devils“ vom AC Landshut mit 43:50 verloren, setzte das Team um Mannschaftskapitän Tobias Kroner von Beginn an auf eine geschlossene Mannschaftsleistung. Dabei musste MSC-Teammanagerin Sabrina Harms die Zusammenstellung ihrer Equipe kurzfristig überarbeiten, konnte der Däne Peter Kildemand doch nach seinem Unfall in Landshut nicht für Brokstedt starten. Mit Robert Miskowiak (Polen) konnte Harms jedoch einen Ersatzfahrer verpflichten, der letztlich mit seinen 13 Punkten zu einem Garant für den Titelgewinn werden sollte.

Nach vier deutlichen Laufsiegen zum Auftakt setzten die „Wikinger“ gegen Landshut bereits früh ein deutliches Zeichen. Als der ACL im sechsten Lauf den Deutschen Grand-Prix-Fahrer Martin Smolinski mit der Joker-Rolle ausstattete und dieser für seinen Laufsieg ganze sechs Zähler kassierte, keimte zwar noch einmal Hoffnung bei den Gästen auf, doch ließen sich die Gastgeber nicht aus der Ruhe bringen und setzten die eingeschlagene Marschroute weiter fort. Scheinbar elektrisiert durch die Kulisse – die Fans in Brokstedt sorgten für eine perfekte Stimmung, die an die goldenen Zeiten des Bahnsports in den 1980er Jahren erinnerten – fuhren die Schleswig-Holsteiner Punkt um Punkt ein und nährten im Verlauf des Rennens, welches auf einer bestens präparierten Bahn stattfinden konnte, die Hoffnung auf den Titelgewinn.

Im vorletzten Lauf des Tages sorgten Robert Miskowiak und Tobias Kroner mit einem 4:2-Erfolg für die Entscheidung. Am Ende wurde mit dem 53:40-Heimsieg nicht nur der Rückstand aus dem ersten Finale aufgeholt, sondern auch der Deutsche Meistertitel unter Dach und Fach gebracht. MSC-Mannschaftskapitän Tobias Kroner: „Heute hat bei uns alles gepasst. Wir hatten uns viel vorgenommen und haben unser Ziel letztlich erreicht.“ Kroner dankte nach der viel umjubelten Siegerehrung allen Verantwortlichen für die Arbeit, die in den letzten Jahren beim MSC geleistet wurde und die letztlich mit dem Titelgewinn 2014 belohnt wurde.

Ein besonderer Erfolg ist der Brokstedter Titelgewinn für Matthias Kröger. Der 45-jährige Brokstedter „Dauerbrenner“ zählte bereits 1997 zum Meisterteam des MSC, das damals in Güstrow bis dato den Wettbewerb im Deutschen Speedway-Oberhaus zum letzten Mal für sich entscheiden konnte. Kröger: „Zweimal Deutscher Meister mit demselben Verein zu werden in einem Abstand von 17 Jahren schaffen wohl nicht so viele Sportler.“

Zu den ersten Gratulanten des frischgebackenen Meisterteams zählte Jan Härtel, Teammanager des AC Landshut, der von einem verdienten Meisterschaftsgewinn der Brokstedter Stahlschuhartisten sprach. „Wir haben fünf Mal den Meistertitel in Folge gewonnen – vielleicht wurde es einfach Zeit für eine Ablösung. Für uns hat dieses Ergebnis auch etwas Gutes. Im kommenden Jahr können wir für unser Heimrennen gegen Brokstedt damit werben, dass wir den amtierenden Deutschen Meister empfangen.“

MSC Brokstedt – AC Landshut Gesamt 96:90

1. Finale in Landshut
ACL Landshut Devils 50 Punkte: Martin Smolinski 12, Renat Gafurov 0, Christian Hefenbrock 12, Michael Härtel 9, René Deddens 6, Mark Riss 11).

MSC Brokstedt Wikinger 43 Punkte: (Jason Doyle 21, Peter Kildemand 0, Tobias Kroner 6, Kai Huckenbeck 10, Matthias Kröger 6.
2. Finale in Brokstedt
MSC Brokstedt Wikinger 53 Punkte: Robert Miskowiak 13, Joonas Kylmäkorpi 15, Matthias Kröger 3, Tobias Kroner 11, Kai Huckenbeck 11.
AC Landshut Devils 40 Punkte: Martin Smolinski 17, Andzej Lebedevs 8, Erik Riss 11, Mark Riss 1,
Rene Deddens 3.

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