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Rasant : Vom Schwimmbad auf die Piste

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Den Itzehoer Schmimm-Meister Jens Sühl zieht es auf die Piste. Die Leidenschaft des 43-Jährigen sind Motorradrennen. In der Seriensport-DM belegt er nach sieben Rennen in der Klasse 3 auf seiner Yamaha R6 mit 14 Punkten Rang 18.

Er kann es nicht lassen. Nach 18 Monaten Pause zog es den Itzehoer Jens Sühl wieder auf die Piste. Motorradrennen ist das Hobby des 43-Jährigen Schwimm-Meisters. In der Seriensport-DM belegt er nach sieben Rennen in der Klasse 3 auf seiner Yamaha R6 mit 14 Punkten Rang 18 von 43 gemeldeten Fahrern. Eine im wahrsten Sinne des Wortes reife Leistung für sein Alter – Sühl ist damit einer der schnellsten Bademeister in Deutschland.

Seit 25 Jahren ist Jens Sühl im Itzehoer Schwimmzentrum tätig. Die Badegäste kennen ihn als stets freundliche gern lächelnde Aufsichtsperson. Was sie nicht wissen, ist, dass Sühls besondere Leidenschaft Motorräder sind. Zunächst war es nur das Fahren auf zwei Rädern, das den Itzehoer faszinierte. Um seine Grenzen auszutesten, begann er dann vor 14 Jahren Rennen zu fahren. „Mittlerweile bin ich der zweitälteste in dem Zirkus“, lacht er. Aber das Alter hat seinen Preis. „Früher taten die Knochen weh, wenn ich gestürzt bin. Heute spüre ich sie nach jedem Rennen, so als wenn ich gestürzt wäre“, sagt er. Er frage sich mittlerweile schon vor jeder Veranstaltung, warum er sich das antue. „Doch wenn die Ampel erst einmal auf Grün umgesprungen ist, schießt das Adrenalin durch den Körper und du entfachst eine Euphorie, die dich bis an die Schmerzgrenze rasen lässt.“ Beim Anblick der Zielflagge bekomme er dann jedes Mal ein unbeschreibliches Glücksgefühl. „Das lässt dich nicht mehr los. Davon willst du noch mehr haben.“

In diesem Jahr hatte Jens Sühl dieses Gefühl schon sieben Mal. Jeweils zwei Rennen in Oschersleben und auf dem Lausitzring sowie drei auf dem Nürburgring stehen für ihn zu Buche. Sühl fährt in der Klasse 3 mit einer 600 ccm Yamaha. Sein Ziel war wenigstens einen Punkt in dieser Rennserie einzufahren. Das hatte er allerdings schon am ersten Rennwochenende in Oschersleben geschafft. Im zweiten Rennen sah er als 15. die Zielflagge und hatte seinen Punkt damit eingefahren. Wie knapp es war, verdeutlicht der minimale Vorsprung von 0,2 Sekunden auf den nachfolgenden Fahrer.

„Es wird immer schwieriger Punkte einzufahren, weil man älter wird, aber immer schneller und mit mehr Schräglage fahren muss“, sagt Sühl. Die Jüngeren kämen mit immer mehr Erfahrung an den Start, weil sie immer früher anfangen würden. Es sei kaum noch möglich unter die Top-Ten zu kommen, deshalb habe er die Ränge dahinter bis 15 im Visier – um Punkte zu erhaschen.

Die Starterfelder wären zwar kleiner, dafür aber qualitativ stärker geworden. Weil das Startgeld von 60 auf 250 Euro angestiegen sei, gäbe es immer weniger „normale“ Fahrer in der Rennserie, glaubt Sühl. „Die jungen Wilden fehlen dagegen allerdings nicht.“ Sühl versuche seine Kosten, durch Nutzung von gebrauchten Teilen klein zu halten. „Ich habe im vergangenen Jahr einen Reifen-Satz gekauft. Den fahre ich nach acht Rennen immer noch.“ Sponsoren zu finden wäre schwer. „Und das, obwohl ich noch so viel freie Werbefläche auf meiner Maschine habe“, schmunzelt er.

Umso erstaunlicher ist es, dass der Itzehoer es dennoch auf 14 Punkte gebracht hat. „Bei den ersten beiden Rennen auf dem Nürburgring bin ich als 16. und 18. leer ausgegangen, beim dritten habe ich dann mit Rang elf mein bestes Ergebnis hingelegt.“ Was aber kein Wunder gewesen, sei, weil er sich mit Wasser gut auskenne, schmunzelt der Bademeister. In dem Regenrennen wären sogar noch mehr als sechs Punkte für ihn drin gewesen. Wegen zu hohem Reifendruck seien die Pneus aber nicht richtig warm geworden. „Sonst hätte ich noch schneller fahren können“, sagt er. Leider verhinderte Oel auf der Strecke enen Tag später das vierte Rennen auf dem Nürburgring. „Da wollte ich eigentlich noch mehr.“

Die restlichen sieben Punkte hatte Jens Sühl auf dem Lausitzring eingefahren, wo er 13. und 14. wurde. Mit den erreichten 14 Punkten soll aber noch nicht Schluss sein, denn es stehen noch vier Rennen auf dem Programm. Jeweils zwei auf dem Dreieckskurs Schleiz und im tschechischen Most.

„Beides sind Straßenkurse, die die Rennen besonders interessant machen.“ Punkte zu ergattern wird aber vor allem in Most schwer werden. „Dort fahre ich zum ersten Mal und Streckenkenntnisse sind nun mal immer von Vorteil. Aber ich werde alles versuchen, um noch einmal in die Punkteränge zu kommen“, verspricht der schnelle Bademeister.

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erstellt am 29.Aug.2013 | 18:30 Uhr

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