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Senioren-Weltmeisterschaften in Lyon : Viktor Kirsch verpasst beide Endläufe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hingstheider mit Abschneiden in Frankreich nicht zufrieden – Dreisprung-Bronze für Horst Pfeiffer

von
erstellt am 28.Aug.2015 | 05:00 Uhr

Viktor Kirsch (M40) hatte sich für seine erste Teilnahme an Senioren-Weltmeisterschaften so viel vorgenommen, doch dann schloss der Senioren-Europameister die Rennen über 5000 und 1500 Meter unter seinen eigenen Erwartungen ab. Über die längere Distanz lief er als Elfter mit 16:18,63 Minuten eine Zeit, die deutlich über seiner persönlichen Bestzeit (15:20,80 min.) liegt, und auf der Mittelstrecke verpasste er das Finale nach 4:12,71 Minuten nur um einen Platz: „Lyon war für mich ein Wechselbad der Gefühle“, sagte der für den LC Oase Hingstheide startberechtigte Läufer im Gespräch mit unserer Zeitung.

Über 5000 Meter gehörte Viktor Kirsch nicht zu den Favoriten, allein 14 Aktive waren mit schneller persönliche Bestzeiten als er gemeldet worden. Und dann war da auch noch die enorme Hitze von 38 Grad, die allen zu schaffen machte. An schnelle Zeiten, die im Bereich der eigenen Leistungsfähigkeit liegen könnten, war da nicht zu denken. Also hieß es, taktisch klug zu laufen, um sich bei der extremen Witterung nicht vorzeitig zu verschließen.

Zunächst ging der Plan von Viktor Kirch auch auf. Nach acht Runden lag er an sechster Stelle. Doch dann stellten sich Komplikationen ein, die er sich bis heute nicht erklären kann. „Von jetzt auf gleich ging es mir rasant schlecht.“ Seine Rundenzeiten wurden immer langsamer, so dass er letztlich immer weiter ins Hinterreffen geriet und machtlos zusehen musste, wie sich der Spanier Jo Blanco Quevedo nach 15:40,88 Minuten den Titel sicherte. Ob er bei besserer körperlicher Verfassung eine Möglichkeit gehabt hätte, in die Entscheidung mit eingreifen zu können, sei nicht gewiss, aber Viktor Kirsch ist sich sicher, dass ihm die Schwäche 40 Sekunden gekostet hat. Zwischendurch habe er sogar daran gedacht, den Lauf vorzeitig zu beenden, doch letztlich entsprach das nicht seinem sportlichen Selbstverständnis. „Außerdem hatte ich mich ja nicht auf den langen Weg gemacht, um Runden vor Schluss auszusteigen.“

Unbefriedigend verlief für Viktor Kirsch auch der Wettkampf über 1500 Meter – bei jetzt nur noch 34 Grad Celsius. Zwar wurde er in seinem Vorlauf Vierter, doch die Zeit reichte nicht für den Endlauf. Sein Pech: Er hätte im langsameren zweiten statt im schnelleren dritten Vorlauf starten sollen. Dort hätte er dem Polen Robert Celinski im Weg stehen können, der sich als Sieger des zweiten Rennens in 4:22,61 Minuten für das Finale qualifizierte. Die Regel besagt nämlich, dass der Vorlauf-Erste immer in den Endlauf kommt. Mit seiner Zeit von 4:12,71 Minuten sei er unter den gegebenen Witterungsbedingungen zufrieden gewesen: „Sie ging voll in Ordnung.“

Dass sich am Endlauf nur noch 15 statt 16 Läufer beteiligten, hatte den Grund, dass der Spanier Rodriguez Fernandez-Hernandez (4:08,92), auf seinen Endlaufplatz wegen eines Starts bei den Hindernisläufern verzichtet hatte. Nachrücken konnte Viktor Kirsch deshalb aber nicht, das schlossen die Regeln für Welt- und Europameisterschaften aus. „Er hatte mir das zwar angeboten, nachdem er mich im Stadion gesucht und gefunden hatte, doch im Wettkampfbüro musste ich dann die letzte Hoffnung auf das Finale begraben“, bedauerte Viktor Kirsch die Entscheidung der Offiziellen.

Dennoch kehrte der Hingstheider, der Mitte September in Belgien an einem Senioren-Länderkampf Deutschland-Belgien-Frankreich teilnehmen wird, auch mit einem lachenden Auge aus Frankreich zurück: „Ich habe sehr viele Erfahrungen gesammelt und bin gegen Jungs gelaufen, mit denen ich auch mithalten kann. Ich habe in Lyon festgestellt, dass sie mit dem gleichen Wasser wie ich kochen.“ Das gebe ihm „für die Zukunft auch Hoffnung“. Die Frustration, die ihn in Lyon eingefangen hatte, sei jedenfalls verschwunden.

Ein erfreuliches Resultat konnte die Steinburger Leichtathletik dann aber doch aus Lyon mitnehmen: Horst Pfeiffer vom SC Itzehoe gewann die Bronzemedaille im Dreisprung der Altersklasse M85.

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