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18. Liliencronlauf in Kellinghusen : Viktor Kirsch mit Siegeshunger

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Viktor Kirsch aus Hingstheider war sowohl über 10,1 als auch über 5,4 Kilometer nicht zu schlagen. Die Frauen-Rennen gewannen Christine Dörscher und Paulina Kayßer. Vor allem am „Bauernberg“ trennte sich die Spreu vom Weizen.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 16:37 Uhr

Kellinghusen Viktor Kirsch war der überragende Athlet beim Liliencronlauf: Der schnelle Hingstheider gewann die Rennen über 10,1 und 5,4 Kilometer nach Belieben. Die Läufe der Frauen dominierten die Kronshagenerin Christine Dörscher (10,1 km) und die Itzehoerin Paulina Kayßer (5,4 km).

Der Startschuss für das Rennen über die lange Strecke war kaum verhallt, das sah das übrige Feld nur noch die Hacken von Viktor Kirsch (36:01). Einziger im Pulk, der halbwegs folgen konnte, war Kai Neumann. Nachdem der Itzehoer jedoch nach einer Runde ausgestiegen war, war auch die letzte Spannung dahin: Viktor Kirsch siegte letztlich mit deutlichem Vorsprung. Dahinter ging es deutlich enger zu. Zunächst lag Björn Tietz (39:39) noch vor Lukasz Soltisiak (39:27) – doch das änderte sich bei Kilometer drei: Da zog Lukasz Soltisiak an seinem Gegner vorbei und löste sich von ihm peu à peu. Spannung auch beim Kampf um die Plätze vier und fünf: Am Ende dominierte Bodo Praefke (40:16) über Stefan Naumann (40:40).

Und der Sieger? Der war mit seinem Wettkampf, der für ihn zugleich Test für die im Oktober ausgetragenen Landesmeisterschaften über die Halbmarathon-Distanz war, zufrieden: „Mein Plan mit einer Pulsfrequenz von 180 bis 182 steht jetzt.“ Warum er das Rennen so schnell angegangen sei, hätte aber noch einen zweiten Grund gehabt: „Ich wollte Kai Neumann aus der Puste bringen.“

Der Lauf der Frauen war geprägt von dem Duell zwischen Christine Dörscher und Romy Wischmann. Beide liefen bis weit in die zweite Runde hinein auf Augenhöhe. Zu Beginn des Bauernberges war es dann aber soweit: Christine Dörscher hatte einen Vorsprung von drei Metern und zog so stark an, dass Romy Wischmann nicht mehr folgen konnte. Rückblickend sagte die Siegerin: „Ich fühlte mich an der Stelle gut und merkte, dass ich den Berg schneller als Romy hinaufkommen würde, deshalb zog ich den Schritt auch länger.“ Oben angekommen, machte die Kronshagenerin weiter Druck und ließ auf dem dann folgenden abschüssigen Streckenteil auch nicht nach, Distanz zwischen sich und Romy Wischmann zu bringen.

Trotz der Niederlage: Romy Wischmann war mit ihrem Rennen zufrieden. Sie habe gewusst, dass Christine Dörscher eine schnelle Läuferin ist. Deshalb sei ihr Ziel gewesen, die spätere Siegerin nicht aus den Augen zu verlieren und möglichst lange mit ihr auf einer Höhe zu laufen. „Es ist gut, Schnelle vor sich zu haben. Nur so kann man an seine Grenzen gehen“, freute sich Romy Wischmann über das gute Ergebnis.

Hinter den beiden Führungsläuferinnen war viel Luft: Iris Koch hielt sich von Anfang an auf Platz drei und lief nach 46:56 Minuten über die Ziellinie – unbedrängt von Sabrina Engelbrecht (48:11), Uta Sjut (48:15) oder Katja Profé (48:27).

Dass sich mit Tim Hartmann (19:12) nachmeldende Konkurrenz für die 5,4-Kilometer-Distanz auf den Weg nach Kellinghusen gemacht hatte, das erfuhr Viktor Kirsch erst nach seinem Sieg über die lange Distanz. „Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich den Zehner eine ganze Minute langsamer gelaufen. Als Tim dann da war, wusste ich, dass es für mich Ernst werden würde“, sagte Viktor Kirsch, der die Halbdistanz aber dennoch dominierte. Ausschlaggebend war dafür sein schnell gestrickter Plan: „Wenn Tim und ich am Bauernberg gleichauf sind, versuche ich, mit einem schnellen Antritt von ihm wegzukommen.“ Und dieser Plan ging auf. Hatte Viktor Kirsch nach einem Drittel Hügel bereits 20 Meter Vorsprung, war es auf der Kuppe bereits die dreifache Länge – der Rest des Weges war für den späteren Sieger dann nur noch Genießen.

Hinter den beiden Erstplatzierten kämpften Lars Kirchknopf (20:22), Marcel Krüger (20:28) und der erst 13-jährige Thilo Köhne um die Plätze. Nachdem sich die drei Athleten bis etwa zwei Kilometer vor Schluss dicht bei dicht aufgehalten hatten, zog zunächst Lars Kirchknopf davon, und Marcel Krüger schaffte es, 400 Meter vor Schluss von Thilo Köhne wegzukommen.

Angesicht des Teilnehmerfeldes hatte sich Lars Kirchknopf ausgerechnet, bestenfalls den dritten Platz belegen zu können. Wie die meisten hatte er neben der übrigen Konkurrenz einen weiteren „unerbittlichen Gegner“: „Das war der Bauernberg: Weil er sehr steil war, bin ich ihn vorher schon mal im Training gelaufen.“ Er habe vor der Steigung sehr viel Respekt gehabt und deshalb am Berg Tempo rausgenommen: „So hatte ich Kraft für das flache Stück am Ende.“

Bei den Frauen war Paulina Kayßer die Schnellste. Die Itzehoerin lief von Anfang an der Spitze des Frauenfeldes, war dort aber relativ allein auf sich gestellt – noch nicht einmal ein männlicher Läufer war in ihrer Nähe. Doch das störte die 13-Jährige nicht in ihrem Vorwärtsdrang: „Nur am Bauernberg wurde es anstrengend.“

Gut unterwegs war auch Nina Gründel (23:36), die sich nach gut 1,5 Kilometern und wechselnder Führungsarbeit letztlich von Mia Böthern (23:53) absetzen und auch Johanna Grell (23:58) auf Distanz halten konnte. An ihre Grenzen gehen musste die junge Glückstädterin dabei nicht.

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