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2. Segel-Bundesliga : Vierter Platz für SVI auf dem Bodensee

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

 Seglervereinigung Itzehoe mit fünf Rennsiegen vor Lindau

von
erstellt am 31.Mai.2017 | 05:00 Uhr

Der Norden dominiert im Süden. Bei der zweiten Regatta der 2. Segel-Bundesliga haben die Nordlichter auf dem Bodensee die Akzente gesetzt. Am Ende standen in der Rangliste vier Crews aus Schleswig-Holstein und Hamburg in Lindau ganz oben. Mit dabei als Vierter die Seglervereinigung Itzehoe (SVI), die sich knapp der Konkurrenz aus Flensburg, Schleswig und Blankenese geschlagen geben musste. „Es hätte besser laufen können, aber wir haben unser Ziel, unter die Top-Five zu segeln, geschafft. Damit sind wir zufrieden“, sagt SVI-Skipper Christian Soyka. Im Gesamtklassement stehen die Itzehoer nach zwei „Spieltagen“ sogar punktgleich mit Aufsteiger Schlei-Segel-Club aus Schleswig an der Spitze.

Allerdings lief längst nicht alles so, wie es sich die Itzehoer vorgestellt hatten. Die erste Ernüchterung gab es gleich im ersten Flight, als Soyka, Leon Stolp, Kai Harder und Hinnerk Müller als Sechster und damit Letzter über die Ziellinie kamen. „So war das natürlich nicht gedacht. Auf diesen schwachen Auftakt hätten wir gern verzichtet. Doch in der Bundesliga wird im Gegensatz zu unserem Trainingsmaterial mit einer anderen Genua (Amwindsegel) gefahren. Leon hatte Schwierigkeiten sich darauf einzustellen“, erzählt Soyka. Nach einer Fehler-Analyse lief es dann jedoch wesentlich besser für die Itzehoer Crew, die zweimal hintereinander Siege einfuhr. Im vierten Rennen gab es jedoch wieder einen Dämpfer, als es nach verpatztem Start nur zu Rang fünf reichte. Zum Abschluss wurde „Himmelfahrt“ aber noch ein zweiter Platz eingefahren, so dass der erste Tag mit einem „guten Gefühl“ abgehakt werden konnte.

Am Freitag segelten die Itzehoer mit drei weiteren Rennsiegen, zwei dritten und einem zweiten Platz ganz nach vorn. „Wir haben uns aus allem Gerangel rausgehalten und mussten nicht einen Kringel drehen. Deshalb sind wir zum Beispiel im zehnten Flight noch vom fünften auf den zweiten Platz vorgefahren, weil andere Teams zu viel riskiert und sich Strafen eingehandelt hatten“, schmunzelt Soyka. Man habe aus den Fehlern der vergangenen Saison seine Lehren gezogen.

Am Ende gingen den Itzehoern aber doch noch „die Pferde durch“. Im 12. Flight lag die SVI-Crew sicher auf Rang drei, schaltete in den Angriffsmodus, fuhr dabei aber zu weit nach links heraus und kam deshalb zu spät zur Wende an die Tonne. „Wir wurden auf Platz fünf durchgereicht. Nach neun Stunden auf dem Wasser hatte die Konzentration merklich nachgelassen“, gab Soyka zu. Das wurde auch im letzten Flight des Tages deutlich, als ein Kommunikationsproblem zwischen Taktiker und Steuermann zu einem Frühstart führte. „Wir haben das leider zu spät erkannt und fühlten uns auch noch auf der sicheren Seite als zwei Boote umgedreht hatten.“ Verwundert habe man schließlich registriert, dass die Flagge oben geblieben sei. „Als wir gemerkt hatten, dass wir gemeint waren, konnten wir dem Feld nur noch hinterhersegeln.“ Das habe den guten Eindruck vom zweiten Tag noch ziemlich getrübt.

Zum Abschluss waren am Sonnabend wegen des schwachen Windes nur noch zwei Flights gestartet worden. Im ersten Rennen hatten die Itzehoer dabei auch noch Pech, so dass es erneut nur zum fünften Platz reichte. „Das uns zugeloste Boot wurde sehr lange aus für uns nicht zu erkennenden Gründen repariert, so dass wir uns nicht rechtzeitig auf den Start vorbereiten konnten. Das war schon sehr ärgerlich.“ Im letzten Flight gelang aber noch ein zweiter Platz, der Soyka und Co immerhin noch Platz vier rettete. Zwar waren die Itzehoer punktgleich mit Duisburg und Warnemünde, aber fünf Rennsiege hatte von diesen beiden Crews keine zu bieten. Überhaupt hatte diese Bilanz nur Aufsteiger Schleswig mit sechs ersten Rängen überboten. Der Spitzenreiter des zweiten Spieltages aus Flensburg hatte zwar „nur“ vier auf dem Konto, war aber insgesamt ausgeglichener als der Schlei-Segel-Club und die SVI unterwegs. Auf Rang drei hatte sich dazwischen auch noch Itzehoes Trainingspartner Blankenese geschoben. Drei fünfte und zwei sechste Ränge hatten dem SVI eine noch bessere Platzierung in Lindau gekostet.

Beim nächsten „Spieltag“ vom 1. bis 3. Juli auf der Ostsee vor Warnemünde wird die SVI nun mit dem Ex-Kieler Julian Ramm als Steuermann an den Start gehen. Ramm hat seinen langjährigen Segelpartner Oliver Levin (Trimmer) mit im Boot, mit dem er schon mehrere Erfolge gefeiert hat. Die beiden weiteren Plätze sind noch offen. „Julian Ramm wird in Warnemünde und Travemünde für den SVI steuern. Der Steuermann, der dann die besseren zwei Ergebnisse herausgefahren hat, darf beim Saisonfinale in Glücksburg ran“, kündigt Soyka einen vereinsinternen Wettkampf zwischen ihm und Ramm an.

Zunächst wolle man aber das Problem mit der Genua lösen. „Wir brauchen unbedingt ein neues Trainings-Segel, damit wir keine weitere Überraschung, wie im ersten Lindauer Rennen erleben.“ Das Ziel Wiederaufstieg dürfe nicht wegen falschem Trainingsmaterial gefährdet werden. 

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