Landes-Crossmeisterschaften in Kremperheide : Vier Titel für Kronshagener Stig Rehberg

Start zum Hauptlauf der Männer und Senioren über 9900 Meter.
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Start zum Hauptlauf der Männer und Senioren über 9900 Meter.

Alina Ammann schnellste weibliche Teilnehmerin

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16. Dezember 2014, 05:00 Uhr

Die Landes-Crossmeisterschaften in der Nordoer Heide hatten in Stig Rehberg den überragenden Teilnehmer: Der Mann von SG TSV Kronshagen/Kieler TB startete sowohl über die Mittel- als auch über die Langstrecke und siegte jeweils bravourös als Einzel- und Mannschaftsläufer. Über 3400 Meter bezwang der 22-Jährige den schnellen Andreas Lange, der die 800 Meter bereits in 1:45,69 Minuten gelaufen ist und in diesem Jahr bei den Deutschen Hallemeisterschaften über 800 Meter siegte, ebenso souverän, wie drei Stunden später Pascal Dethlefs, den Seriensieger beim Itzehoer Störlauf, über 9900 Meter.

In beiden Rennen setzte sich Stig Rehberg so rechtzeitig von seinen schärfstem Gegnern ab, dass sie ihm im Schlussspurt nicht mehr gefährlich werden konnten. „Ich weiß, dass Andreas im Spurt einfach schneller ist als ich, und vor Pascal habe ich ebenfalls Respekt“, fasste der Doppellandesmeister seine Motivation für taktisch kluge Rennen zusammen. Fehler erlauben durfte er sich nämlich nicht: Immerhin hatte es der Kronshagener auf der kürzeren Distanz mit einem der stärksten deutschen Mittelstreckler zu tun, und Pascal Dethlefs war ausgeruhter als er. „Gut, dass es auf der ersten Runde des Langstreckenlaufes nicht zu schnell war, denn der Lauf davor hatte mich doch sehr angestrengt“, gab Stig Rehberg dann auch unumwunden zu, dass auch er Grenzen hätte: „Glücklicherweise musste ich nur auf der Mittelstrecke bis zum Ende Druck machen, auf der langen Strecke blieb mir das erspart.“

Mit Platz zwei war Pascal Dethlefs nicht unzufrieden: „Ich hatte gehofft, mit Stig lange mitlaufen zu können, aber die zweite Runde war einen Tick zu schnell für mich.“ Dass die Runden mit Bergan-Passagen auf losem Sand selektierend waren, das gab Pascal Dethlefs zu: „Die Dünen haben richtig Kraft gekostet.“ Eine Erfahrung, die viele andere ebenfalls machten.

Bei den Frauen/U20 trafen mit Alina Ammann und Thurid Gers zwei Deutsche Jugendvizemeisterinnen aufeinander, die von Christin Adler stark gefordert wurden. Am Ende war Alina Ammann die schnellste innerhalb der Konkurrenz – zwei Sekunden später folge Christin Adler und weitere vier Sekunden dahinter lief Thurid Gers über den Zielstrich. Den Zuschauern konnte das gerade Recht sein, erlebten sie doch so interessanten Wettkampfsport mit.

Konkurrenzfähig war in diesem Rennen auch lange Zeit die Itzehoerin Nina Eim, die am Ende der ersten Runde immer noch auf Tuchfühlung zum Spitzentrio lief. Erst eine halbe Runde vor Schluss musste sie sich beugen und fiel nach dem harten Anstieg an der Düne zurück: „Ich musste da abreißen lassen und kam nicht mehr an die Spitze heran“, sagte die U18-Läuferin nach dem Einlauf und betonte: „Dass Alina und Thurid schnell sind, wusste ich ja, aber ich wollte auch solange wie möglich an ihnen dranbleiben.“ Und das ist Nina Eim famos gelungen und war Grundlage für den dritten Platz bei der weiblichen Jungend U18.

Gut aufgelegt war von den jüngeren Itzehoern auch Philipp Gehring. Der U18-Läufer schaffte es, und damit hatte er vorher gar nicht gerechnet, die von ihm leistungsmäßig höher eingestuften Torge Carstensen und Lennart Sievers zu bezwingen. Der Grund für seine Annahme: „Ich bin Triathlet, und sie sind Leichtathleten. Ich dachte, wenn es gut für mich läuft, komme ich gerade noch aufs Podest.“ Dass es für ihn noch besser kam, mag daran gelegen haben, dass Philipp Gehring sich die Körner bis zum Schluss aufgespart hatte, die benötigt werden, um nach einem kräftezehrenden Lauf noch druckvoll sprinten zu können. Und da war der Triathlet der Konkurrenz aus der Leichtathletik haushoch überlegen.

Körner am Schluss, die hätte sich sicherlich auch Philip Krützelmann gewünscht, der bei den Schülern forsch anging und in Runde zwei einbrach. Zum Schluss fehlten zwar nur zwei Sekunden bis zum Treppchenplatz, doch der Hingstheider hatte mehr erreichen wollen und sich wohl auch stärker eingeschätzt. Entsprechend deutlich stand ihm die Enttäuschung über ein nicht optimales Rennen ins Gesicht geschrieben: „Zum Schluss war bei mir die Kraft weg“, sagte der Schüler und haderte damit, dass ihm die Spitze nach der Dünenpassage weglief.

Optimal dagegen lief es bei Paulina Kayßer im Rennen der Schülerinnen. Die Itzehoerin hatte gehofft, an Leonie Sievers aus Ahrensburg daran bleiben zu können und war dann diejenige, die das Tempo so hoch hielt, dass keine Konkurrenz mehr folgen konnte. Am Ende lagen fast 30 Sekunden zwischen den beiden jungen Landesspitzenläuferinnen. Siegessicher sei Paulina Kayßer erst nach dem ersten Drittel der zweiten Runde gewesen: „Da hörte ich keine Schritte mehr hinter mehr.“ Das gute Itzehoer Nachwuchsergebnis komplettiert Malte Schmidt mit Platz zwei in der Altersklasse M14.

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