1. Segel-Bundesliga : Unter der eigenen Erwartung geblieben

Mit einem einstelligen Platz klappte es für die Crew der Seglervereinigung Itzehoe in Warnemünde nicht.
Mit einem einstelligen Platz klappte es für die Crew der Seglervereinigung Itzehoe in Warnemünde nicht.

Seglervereinung Itzehoe kommt vor Warnemünde nur auf Rang 13, in der Tabelle belegt die SVI nun Platz neun.

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08. Juli 2015, 09:52 Uhr

Unter keinem guten Stern stand der dritte „Spieltag“ der 1. Segel-Bundesliga in Warnemünde für die Crew der Segler-Vereinigung Itzehoe. Durch den dort ersegelten 13. Platz unter 18 Teams fielen die Steinburger in der Tabelle vom fünften auf den neunten Rang zurück. „Damit sind wir natürlich deutlich unter unserer eigenen Erwartung geblieben“, räumte Skipper Christian Soyka selbstkritisch ein. Den Tagessieg heimste vor der mecklenburgischen Ostseeküste der Titelverteidiger Norddeutscher Regatta Verein ein und verbesserte sich auf Platz drei. Tabellenführer bleibt der Deutsche Touring Yacht Club (in Warnemünde auf Rang drei) vor dem Tagessiebten Flensburger Segel Club.

An den drei Tagen waren die Verhältnisse für alle Crews des deutschen Segel-Oberhauses sehr unterschiedlich. Am Sonnabend und Sonntag gab es wenig bis gar keinen Wind; schon das reduzierte das geplante Programm. Am Montag frischte es dann merklich auf mit durchschnittlicher Windgeschwindigkeit von 20 Knoten und in Böen sogar darüber. Das verzögerte den Crew-Wechsel erheblich, weil der nun nur im ungefährlichen Flachwasser des Vorhafens mit anschließender Anfahrt zum Startboot erfolgen konnte. Dadurch standen am Ende für jedes Boot nur jeweils acht statt der geplanten 15 Wettfahrten zu Buche.

Für die Itzehoer, die neben Skipper Christian Soyka mit Ole Stücker, Moritz Burmester und Hinnerk Müller angetreten waren, begann der erste Wettfahrt-Tag mit Rang drei noch ganz zufriedenstellend. Richtig Pech hatten sie dann aber kurz vor dem Ende der zweiten Wettfahrt, als ihnen aus dem Schiedsrichter-Boot die rote Flagge gezeigt wurde. Die SVI-Crew musste als Strafe einen Vollkreis fahren. Dass dauert je nach Wind zwischen 20 und 30 Sekunden – genug für die Itzehoer, um am Ende von Rang drei auf sechs zurückzufallen. „Für uns war das von vornherein nicht nachvollziehbar“, sagte Christian Soyka später. „Aber wir mussten dem nachkommen, ansonsten droht mit der schwarzen Flagge der Ausschluss aus dem betreffenden Rennen und ein zusätzlicher Strafpunkt.“

Die nachträgliche Bitte der Crew, diese Maßnahme zu erläutern, endete nach einer gewissen Beratungszeit – mit einer Entschuldigung. Soyka: „Da hatte wohl jemand die Bundesliga-Statuten nicht so genau gelesen, denn die Jury räumte eine Fehlentscheidung ein. Eine Wiedergutmachung für uns gab es aber trotzdem nicht.“

Das war dann insgesamt der Knackpunkt für die SVI: Die Crew verlor ihre Souveränität, Flüchtigkeitsfehler häuften sich und die Pechsträhne nahm ihren Lauf. Es folgten in den nächsten Rennen am Sonnabend als bestes Resultat ein dritter Platz, ansonsten gab es lediglich vierte Ränge.

Die schwarze Serie gipfelte dann vor dem ersten Rennen des letzten Tages am Montag in einem Bordunfall, bei dem sich Ole Stücker bei einem Sturz die Schulter ausrenkte. Da kein Ersatzmann vor Ort war und zu viert gesegelt werden muss, biss er auf die Zähne und machte tapfer weiter. Auch wenn sich die Schulter nahezu wieder von selbst einrenkte, war Stücker dennoch ohne Kraft im Arm und konnte nur stark gehandicapt agieren. Soyka: „Es war, als segelte man nur mit dreieinhalb Mann.“ Auch ein zweiter Platz zum Abschluss nach zwei vierten Rängen konnte die Laune der Itzehoer nicht mehr heben.

Doch lange zu hadern, bleibt keine Zeit. Das nächste Event der Segel-Bundesliga steht schon vor der Tür, denn bereits vom 18. bis 20 Juli gastiert die DSL auf der Travemünder Woche. „Bis dahin heißt es: Wasserstunden, Wasserstunde, Wasserstunden“, kündigt der SVI-Skipper angesichts der großen Ausgeglichenheit des Feldes eine noch intensivere Vorbereitung an. Das bedeutet an fast jedem Abend der nächsten beiden Wochen Training auf der vereinseigenen J/70 „Voice of Itzehoe“ vor Laboe – ungeachtet der 180 Fahr-Kilometer hin und zurück.  

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