Pferdesport : Über 1000 Reiter beim Saison-Auftakt

Maximilian Gräfe und Uriko gewannen die Springprüfung der Klasse M** mit Stechen.
Maximilian Gräfe und Uriko gewannen die Springprüfung der Klasse M** mit Stechen.

Bei den Horster Pferdetage gewinnen Maximilian Gräfe und Uriko im M**-Springen mit Stechen.

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05. Mai 2015, 04:39 Uhr

Die „grüne Saison“ der Reiter ist eröffnet. Mit seinen „Horster Pferdetagen“ stimmte der Reitverein Kollmar die große Pferdesportgemeinde auf hoffentlich weiterhin interessante Turniere ein. Dass die von Karl-Heinz Kruse-Soenke geleitete Veranstaltung einen guten Ruf weit über die Kreisgrenzen hinaus hat, machten mehr als 1000 Reiter deutlich, die in 47 Prüfungen um Sieg und Platzierungen kämpften.

Zu einer außerordentlich interessanten Prüfung entwickelte sich das M**-Springen mit Stechen, an dem sich zum Schluss der viertägigen Veranstaltung 50 Paare beteiligten. Am Ende lagen Maximilian Gräfe auf Uriko (1. Abteilung) und Philip Loven auf Unesca (2. Abteilung) vorn. Als bestes Steinburger Paar landeten Lena Timm und Carmencita in der zweiten Abteilung auf Platz zwei. „Ich freue mich“, sagte die Breitenburger Amazone nach der Ehrenrunde.

Im Umlauf qualifizierten sich 13 Paare nach makellosem Ritt für das Stechen. Sie alle waren ohne Spring- und Zeitfehler geblieben. Den Anfang im Finale auf verkürztem aber dennoch nicht leichtem Parcours machten Philip Loven und Unseca. Und dieses Paar setzte die übrige Konkurrenz mächtig unter Druck. Null Fehler in einer sprichwörtlich rasenden Zeit (35,90 sec.) – das war schon sehenswert, und dafür gab es den verdienten Applaus des fachkundigen Publikums. Gut in der Linie mit ebenfalls fehlerfreien Ritten waren danach Michael Grimm und Vanea (38,75) sowie Lena Timm und Carmencita (37,62), aber ihre Zeiten waren langsamer.

Die nächste Duftmarke setzten anschließend Maximilian Gräfe und Uriko in der letztlich schnellsten Zeit von 35,54 Sekunden. Danach folgten aber noch sieben Paare, so dass der spätere Sieger aus Elmshorn noch bange Minuten überstehen musste, ehe sein Erfolg endgültig feststand. Verhindern konnten den auch Jennifer Fogh Pedersen auf Canstakko (46,79), Stefanie Bachmann auf Gräfin Gamba (40,09) und Laura-Jane Hackbarth auf Carisma (36,76) trotz fehlerfreier Runden nicht, denn ihre Zeiten reichten nicht an die von Maximilian Gräfe und Uriko heran.

Für den Gesamtsieger kam der Erfolg „ein bisschen unerwartet“, denn er reite Uriko erst seit Herbst vergangenen Jahres, und dann wäre ja auch noch „viel starke Konkurrenz mit viel Beteiligung am Stechen“ dagewesen, die ebenfalls viel vorgehabt hätte.

Um „nicht zuviel Kraft aus dem Pferd zu holen“, hatte sich der Berufsreiter vom Holsteiner-Verband entschieden, den achtjährigen Hengst innerhalb des Gesamtturniers lediglich im Hauptspringen vorzustellen. Das sei zwar „gewagt“ gewesen, doch der Sieg in der „Mittleren Tour“ eine Woche zuvor beim Turnier in Bad Segeberg hätte ihm Sicherheit für diese Entscheidung gegeben.

Als Grund für seine schnelle Zeit beim Siegesritt in Horst-Horstmühle nannte Maximilian Gräfe die kurzen Wege und die passenden Distanzen: „Ich konnte alles im Fluss durchreiten.“ Als weitere Ziele innerhalb des Jahres hätte er für sich und Uriko „das Landes-Championat in vier Wochen in Elmshorn und das Bundes-Championat im Herbst in Warendorf“ gesetzt.

Zufrieden war auch Lena Timm, die mit Blick auf Carmencita von einem Vierbeiner sprach, „der ein vorsichtiges Pferd ist, alles richtig machen will“ und auf dem sie „ein sicheres Gefühl“ habe. Deshalb gab es für Lena Timm auch keinen Grund, nicht schnell zu reiten. „Das lässt Carmencita zu, man kann mit ihr auf Tempo gehen.“

Eine Klippe innerhalb der Prüfung sei die dreifache Kombination vor dem Richterwagen gewesen. „Der Aufbau des Hindernisses hat die Pferde schon beeindruckt, stellte Lena Timm fest. Auch sie patzte mit ihrem zweiten Pferd, Quaitana, am zweiten Sprung und hatte dabei eine Stange in Stücke gehen lassen. Doch auf Carmencita hätte sie an der Stelle keine Schwierigkeiten gehabt. Die achtjährige Holsteiner Stute von Breido Graf zu Rantzau hätte die Situation gut gelöst: „Sie will ja auch nichts verkehrt machen.“

Guter Sport wurde aber auch bei anderen Gelegenheiten geboten – zum Beispiel in den Mannschaftswettbewerben: Im „Kombinierten Wettkampf für Reitabteilungen“ siegte das von Monika Schreiber vorgestellte Team des RV Breitenburg mit Nina Laskowski, Alina Sakowski, Fenja Gads und Bianka Tonn (59,40 Punkte) vor dem RFV Elmshorn (55,10) und dem RFV Hanerau-Hademarschen (54,30).

Sieger des Mannschaftsspringens – vier von zehn Teams blieben fehlerfrei – wurden die „Magens Mädels“ Antonia Thormählen, Anna-Lena Rix, Finja Kapell und Lena Magens, eine Kombination aus Elmshorn und Breitenburg, in 128,91 Sekunden vor den „Grashoppers“ (140,02) und der Stallgemeinschaft Thormählen (145,36), beide aus Elmshorn. Fehlerfrei in 152,43 Sekunden blieb auch der Pferdehof Losse aus Lohbarbek, für den Henriette Hawerlant, Juliana Garbers und Lena Hansen ritten.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sprach Karl-Heinz Kruse-Soenke von einer interessanten Veranstaltung mit vielen Höhepunkten. Aus Sicht des Vereinsvorsitzenden besonders beeindruckend: Die Teilnehmer am „Schleswig-Holsteinischen Pony-Cup“, die „gehobenen Sport“ geboten hätten. Im Stilspringen der Klasse A** setzten sich Marike Reimers (Nutteln) auf Maradonne mit der Wertnote 8,70 durch, und in der Springprüfung der Klasse L waren Johanna Becker (Westerdeichstrich) und Mondrian (0 Fehler/45,53 sec.) nicht von der Spitze zu verdrängen. Dieser Wettbewerb, bei dem Horst-Horstmühle eine Zwischenstation war, endet im Herbst mit dem Finale in Bad Segeberg. Karl-Ernst Kruse-Soenke: „Wir wollen diese Prüfungen auch um nächsten Jahr in unserem Programm haben.“ 

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