Leichtathletik : Über 1000 Aktive dabei

Auch das hat Tradition: Horster Leichtathleten als Weihnachtsmänner an Altjahrsabend unterwegs.
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Auch das hat Tradition: Horster Leichtathleten als Weihnachtsmänner an Altjahrsabend unterwegs.

Auch der 12. Lägerdorfer Holcim-Silvesterlauf 2014 war wieder eine sehr gelungene Veranstaltung.

shz.de von
02. Januar 2015, 04:41 Uhr

Welch ein Erfolg für die Macher des wohl größten Silvesterlaufs in Schleswig-Holstein: Auch in diesem Jahr ist es dem TSV Lägerdorf und der Firma Holcim mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer gelungen, zum Jahresausklang eine Veranstaltung der Extraklasse auf die Beine zu stellen. Zu Beginn des Tages sah es zwar noch so aus, als würde Petrus den Volkssportlern nicht wohl gesonnen sein. Doch kurz vor dem Hauptstart zeigte sich der Wettergott gnädig und schob den tristen Vorhang am Himmel zur Seite und ließ Licht durch die Wolken hindurch auf die Erde fallen.

Unter den gut 1000 Teilnehmern hielten sich wie jedes Jahr auch die auf, die das Wettkampfgeschehen bei Rennläufen entscheidend mitbestimmen. Auch diesmal fehlten Viktor Kirsch, André Beltz, Thomas Ebel, Anna Gehring oder Sabine Eim nicht. Doch das Entscheidende beim Lägerdorfer Holcim-Silvesterlauf sind nicht die Cracks allein. Das Flair der Gesamtveranstaltung ergibt sich aus dem bunten Allerlei, das sich aus der Leistungsspitze und noch viel mehr Volkssportlern aller Altersklassen ergibt.

Extra aus Lübeck mit ihren Eltern angereist war Lara Sophie Voß. Die Vierjährige war nach 2013 zum zweiten Mal Teil des Silvesterlaufs und hielt stolz ihre Medaille in die Höhe: „Es hat mir hier gut gefallen, nächstes Jahr will ich wiederkommen und wieder mitlaufen“, ist sich das Laufküken sicher. „Das ist dann das dritte Mal, das kriegen wir auch auf die Reihe“, unterstützte Hannelore Voß den Wunsch ihrer Enkelin.

Mitgemacht hatten aber nicht nur Zweibeiner, denn so mancher Läufer ließ sich von seinem treuen Hund begleiten. So zum Beispiel Ellen Gatow aus Itzehoe, die sich besonders darüber freute, dass auch ihr Golden Retriever Toshan im Ziel eine Teilnehmermedaille umgehängt bekam. „Wir sind acht Kilometer in 45 Minuten gelaufen und machen so etwas etwa alle zwei Wochen. Häufiger nicht, denn sonst wird es Toshan zu langweilig. Wenn wir laufen, kann er ja nicht schnüffeln“, sagte Ellen Gatow, die ganz genau weiß, was Vierbeinern am meisten gut tut. Die Hundeführerin selbst hatte sich beim Silvesterlauf wohl gefühlt: „Ich bin hier wirklich gern. Die Veranstaltung macht Spaß, und ich verspüre keinen Stress. Und obwohl ich mit Hund hier bin, bekam ich auf der Strecke nur nette Kommentare zu hören.“

Gut integriert fühlte sich auch Atlantik-Segler Karl-Heinz Faust. Der Itzehoer startete ebenfalls über acht Kilometer. „Ich bin fast immer dabei, wenn hier gelaufen wird“, sagte er und gab als Grund an: „Weil es Spaß bringt, vor Neujahr frische Luft zu tanken und Bewegung zu haben.“

Über ein Jahr lang hatte sich Xhevat Krasniqi im Kosovo aufgehalten, jetzt ist der Itzehoer Gastwirt zurückgekehrt und möchte wieder ins Steinburger Renngeschehen eintreten. Der Holcim-Silvesterlauf sei ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen. Doch wer glaubt, Xhevat Krasniqi hätte sich auf dem Balkan auf die faule Haut gelegt, dem könnte eine Überraschung ins Haus stehen. „Ich habe mich im Kosovo an vielen Volkslaufveranstaltungen beteiligt, und wenn ich gesund und munter bin, dann bin ich 2015 auch in Steinburg wieder dabei.“ Die Konkurrenz dürfte sich darüber wirklich freuen.

Stark vertreten war in diesem Jahr auch wieder der TSV Kremperheide, der mit 17 Teilnehmern am Start war. Für Annelie Fahl war dabei das Wichtigste, „Gemeinschaft“ mitzuerleben. „Wir sind in der Gruppe zusammengelaufen und haben uns dabei nach dem schwächsten Glied orientiert.“ Klubkameradin Tanja lobte die Atmosphäre auf dem Sportplatzgelände: „Und das Tollste ist die Musik, ich liebe Schlager.“

Dass es den vielen Läufern, Walkern und Wanderern im Ort gut gefallen hatte, lag nicht zuletzt an der freundlichen Aufnahme durch die Bevölkerung. Wie in jedem Jahr, so hatten die Bürger der Norderstraße ihre Grundstücke auch diesmal wieder farbenfroh geschmückt. Rentnerin Thea Timm betonte: „Das hat bei uns Tradition. Wir machen das aus Verbundenheit zum Dorf. Wenn etwas los ist, dann muss man schmücken und alles schön machen, damit die Leute einen guten Eindruck von unserem Dorf bekommen.“

Für den guten Ton sorgte auch diesmal wieder die Trommlergruppe „Watt’n Groove“ unter der Leitung von Norbert Niehuus. Sie präsentierte zweieinhalb Stunden lang einen Mix aus Samba, Reggae und Funk und unterhielt damit Aktive wie Zuschauer bestens.

Einziger Wermutstropfen in einer insgesamt gelungenen Veranstaltung waren auch in diesem Jahr wieder einige unbelehrbare Autofahrer, die partout nicht akzeptieren wollten, dass Lägerdorfs Straßen an Altjahrsabend für wenige Stunden den Sportlern gehören. Sie machten den Feuerwehrkräften, die für Sicherheit sorgen wollten, das Leben unnötig schwer. Schade eigentlich.

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