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86-Jähriger Itzehoer ganz oben auf dem Siegerpodest : Trotz Zerrung zweifacher Weltmeister

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Senioren-Leichtathlet Horst Pfeiffer bei Hallen-WM in Budapest im Weit- und Dreisprung vorn

Riesen Erfolg für Horst Pfeiffer (86): Der für den Sportclub Itzehoe startberechtigte Leichtathlet holte sich bei den Hallen-Weltmeisterschaften der Seniorensportler in der Budapester SYMA-Sporthalle zwei Weltmeistertitel. In der Altersklasse M85 siegte er im Weitsprung mit 2,93 Meter, und im Dreisprung bedeuteten 6,32 Meter die Goldmedaille. „Für mich war das ein erhebendes Gefühl, auf dem Siegerpodest ganz oben zu stehen und zu wissen, dass die deutsche Nationalhymne für mich gespielt wird“, sagte der Senioren-Doppelweltmeister im Gespräch mit unserer Zeitung.

Und dennoch: Insbesondere mit dem Ergebnis im Weitsprung war der Itzehoer nicht zufrieden. Er sprach von seiner schlechtesten Weite, die er jemals bei einer großen Meisterschaft auf nationaler beziehungsweise internationaler Ebene gesprungen war. Doch das hatte Gründe: „Eine Zerrung, die ich mir vorher im Training zugezogen hatte, behinderte mich stark. Sie zog Sprung für Sprung durchs ganze Bein.“

Folge des Handicaps war auch, dass sich Horst Pfeiffer nicht wie gewollt im 60 Meter Sprint entfalten konnte. „Bis zur Streckenhälfte lag ich im Finale vorn. Dann machte sich die Verletzung bemerkbar, und ich wurde Vierter.“ Am Ende reichten dem Sieger 11,25 Sekunden zum WM-Titel. Eine Zeit, die Horst Pfeiffer in diesem Jahr bereits unterboten hatte: Bei den Landeshallenmeisterschaften der Senioren bewältigte er die Strecke im Februar in Hamburg in 11,0 Sekunden. Doch er will nicht klagen. „Kurz vor den Weltmeisterschaften sah es noch so aus, als könnte ich gar nicht daran teilnehmen.“ Wenn es so gekommen wäre, hätte er der Konkurrenz aus Finnland, Spanien, Schweden, Norwegen, Deutschland oder Australien die Lorbeeren allein überlassen müssen.

Für den Itzehoer war es nicht das erste Mal, dass er bei Welttitelkämpfen der Seniorensportler auf dem Treppchen stand und Edelmetall umgehängt bekam: 2004 in Linz und 2006 in Sindelfingen holte er jeweils Bronze im Weit- und im Dreisprung.

Vorbereitet hatte sich Horst Pfeiffer „auf meinen großen Wurf in Budapest“ den ganzen Winter über auf dem Schulsportplatz der Wolfgang-Borchert-Regionalschule. „Dort habe ich regelmäßig trainiert.“ Die milde Witterung habe das gezielte Außentraining – anders als im vergangenen Jahr – zugelassen. Anteil an seinen Erfolgen hätte auch seine Partnerin, Ute Eisermann, gehabt: „Ohne sie könnte ich meinen Sport nicht in dem Maße ausüben, wie ich es gern habe. Sie unterstützt und motiviert mich sehr und hat mich nach Ungarn begleitet und ist auch sonst immer bei meinen Wettkämpfen dabei.“

Obwohl schon 86 Jahre alt: Horst Pfeiffer ist weiterhin motiviert und will im Sport noch weitere persönliche Erfolge miterleben: „Für mich stellen das Training und die Wettkämpfe keine Strapazen dar. Ganz im Gegenteil: Wenn ich den Sport nicht habe, fühle ich mich nicht wohl und bin auch nicht ausgelastet.“ Sein nächstes Ziel – die Europameisterschaften vom 22. Bis 31. August in Izmir. Auch in der Türkei möchte er in den Sprungwettbewerben und über 100 Meter mit dabei sein. Und 2014 gäbe es die Freiluftweltmeisterschaften in Lyon. Natürlich koste das auch Geld: „Deshalb suche ich auch noch einen Sponsor.“

❍ Kontakt: Horst Pfeiffer, Telefon 04821/42430.

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