Itzehoer Störlauf : Trainingstipps der Triathletin

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08. Mai 2018, 04:44 Uhr

Geographisch brauchte Ricarda Lisk noch eine kleine Orientierungshilfe. Aber nur kurz, fachlich ist sie nämlich voll auf der Höhe. „Ich dachte am Anfang, das Wort Stör in Störlauf käme von Stören und habe mich gefragt, was das für ein Lauf sein könnte“, sagt die Triathletin, Trainerin und mehrfache deutsche Meisterin schmunzelnd. Ricarda Lisk nimmt zwar selbst nicht am 19. Mai beim 19. Itzehoer Störlauf teil. Tipps hatte sie aber einige und teilte sie mit einer großen Zahl von Interessierten, die sich im Konferenzzentrum der Itzehoer Versicherung zum Störlauf-Symposium eingefunden hatte.

„Zuerst sollte man die richtige Distanz finden“, weiß die gebürtige Schorndorferin, die heute in der Schweiz lebt. Dabei sei besonders wichtig, sich nicht zu überschätzen und klein anzufangen. Kleinere Ziele erreiche man schneller und so steigere sich die Motivation. „Ich bin trotz meiner 17-jährigen Laufbahn als Profitriathletin noch nie einen Marathon gelaufen. Mein Körper ist vielmehr für relativ kurze, schnelle Belastungen gemacht.“ Deshalb sei es auch keine Schande, beim Störlauf „nur“ fünf Kilometer zu laufen, auf das Tempo käme es letzten Endes an.

Wer den Mut hat, sich sofort ein hohes Ziel zu stecken, müsse sich dann umso mehr die Zeit nehmen zu trainieren und nicht erst einen Monat vor dem Lauf anfangen. „Als Erstes müssen – vorausgesetzt sie fehlen – die Grundlagen durch lockere Waldläufe hergestellt werden. Zunächst kann langsam der Trainingsumfang und die Intensität gesteigert werden“, sagt Lisk.

Viele würden dabei vergessen, während des Laufens regelmäßig kurze Sprints einzubauen. Ohne sie verbessere man zwar die Ausdauer, die Schnelligkeit bliebe aber förmlich auf der Strecke. Um die Kraft zu verbessern, empfiehlt die Wahlschweizerin Bergläufe, bei denen man vor allem darauf achten sollte, die Knie und die Arme mit hoch zu schwingen. In der Woche vor dem Wettkampf sollte aber lieber nicht zu hart trainiert werden. „Je weniger Training in der Wettkampfwoche, desto besser, sonst macht man sich nur kaputt.“ Am Tag zuvor könne man aber ohne Bedenken 10 bis 20 Minuten entspannt laufen.

Vorteilhaft sei auch, nicht dauernd alleine zu laufen. „Ich motiviere mich gut, wenn ich gut trainiere. Ich trainiere gut, wenn ich einen guten Trainer habe.“ Oder eine Trainingsgruppe. „Es sollten dort aber alle ungefähr dasselbe Leistungsniveau haben, sonst führt das schnell zu einer Unter- oder Überforderung“, rät die Triathletin. Natürlich solle man aus der Komfortzone herauskommen, Belastung funktioniere aber nie ohne Entlastung. Lisk empfiehlt dementsprechend mindestens einen Ruhetag pro Woche. Teil des Trainings sei ebenso Ernährung: „Esst viel, aber das Richtige. Keine Zuckergetränke und schlechte Fette, dafür viel Gemüse.“

Doch selbst gute Ernährung kann einen Läufer nicht vor Überlastung und Verletzungen schützen. Da helfe nur, sich gründlich auszukurieren und nicht zu vergessen, dass Sport letztlich Spaß machen und die Gesundheit fördern soll. Vor allem durch den Profisport habe die Triathletin eines gelernt: „Am wertvollsten ist, dass die Familie nicht nur auf der Strecke- sondern auch wenn man ins Ziel läuft immer noch hinter einem steht.“

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