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Portrait : Tore am Fließband für Wellenkamp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bernd Alexandre schoss den damaligen SV Rantzau bis in die Landesliga / Großer Fan von Borussia Mönchengladbach

von
erstellt am 07.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Der Itzehoer Stadtteilklub SV Wellenkamp und der langjährige Ligaspieler Bernd Alexandre sind zwei Namen, die untrennbar miteinander verbunden sind. Der heute 55-jährige ehemalige Allrounder spielte bis zu seinem 45. Lebensjahr mehrere Jahrzehnte an der Christian-Lohse-Straße in Itzehoe Fußball. Während dieser Zeit wechselte er nur kurz für eine Saison zum BSC Sportfreunde Itzehoe und spielte ein halbes Jahr beim Itzehoer SV. Danach kehrte „Alex“, wie er auf allen Sportplätzen der Region nur genannt wurde und noch heute wird, zu seinen Wurzeln zurück.

Der gegenüber der Sportplatzanlage im Itzehoer Stadtteil Wellenkamp beheimatete Fußballer kickt noch heute regelmäßig in der Altliga des Vereins. Fußball ist einfach sein Leben. Dies wird besonders deutlich, wenn man den einstigen Torjäger des SVW, der nicht selten in jungen Liga-Jahren an die 30 Tore in einer Spielzeit erzielte, besucht. „Alex“ empfängt Gäste gerne in einem Trikot von Borussia Mönchengladbach. Dadurch wird seine Fan-Leidenschaft zu diesem Bundesligisten sofort deutlich.
Er führt Besucher dann erstmal auf seinem Hausgrundstück in den lang gezogenen Garten, wo am Ende ein großes Holzgebäude steht, das Bernd Alexandre liebevoll „Borussia-Park“ nennt. Eingerichtet mit Bundesliga-Accessoires insbesondere der Gladbacher und einem überdimensionalen Flachbildschirm, Bänken und Tischen geht diese Fan-Oase als kleines „Kino“ im besten Sinne weg. Hier trifft sich „Alex“ jede Woche mit seinen ehemaligen Kameraden und heutigen Altliga-Teamgefährten zu einem „Stammtisch“ der besonderen Art. Alexandre: „Selbstverständlich immer dann, wenn Borussia Mönchengladbach spielt“. Darüber hinaus steht einmal im Jahr ein Live-Spiel der Gladbacher auf dem Programm. „Dann fliegen wir nach Mönchengladbach und sehen uns eine Partie im echten Borussia-Park an“, erzählt Bernd Alexandre.

Seine sportlich größten Erfolge hatte „Alex“ in den 1980er Jahren unter anderem mit der Meisterschaft in der Bezirksliga und dem Aufstieg seines Sportvereins in die damalige Landesliga Süd. Damals noch unter dem Namen SV Rantzau – die Umbenennung erfolgte 1985.

Der Landesliga-Aufstieg war ein Riesenerfolg, die größte Herausforderung der Vereinsgeschichte. Die Euphorie war in Itzehoe-Wellenkamp damals sehr groß. Mit Fan-Bus und PKW ging es nach Eutin, Lübeck und Hoisdorf. Die Wellenkamper hielten sich allerdings nur zwei Jahre, mussten nach den Spielzeiten 1982/83 und 1983/84 wieder in die Bezirksliga zurück.

Eine enge Verbundenheit hatte Bernd Alexandre stets zu Trainer Bernd Reibe, der allein 15 Jahre lang sein Teamchef war. An ein besonderes Erlebnis zum 30-jährigen Bestehen des SVW im Jahre 1980 erinnert sich Bernd Alexandre heute gerne. An der Christian-Lohse-Straße gastierte zu einem Jubiläumsspiel der große Lokalrivale Itzehoer SV, der damals drei Spielklassen höher in der drittklassigen Oberliga Nord angesiedelt war. Alexandre und sein Team schlugen den nahezu in Bestbesetzung angetretenen ISV mit 2:0 – „Alex“ erzielte den Führungstreffer zum 1:0.

Außerhalb des „Alltagsgeschehens“ rund um Punkt- und Freundschaftsspiele hatte Bernd Alexandre aber auch noch andere Highlights, über die er gerne berichtet. So hatte er bei seinem einjährigen Gastspiel bei Sportfreunde Itzehoe den Spielhallenbetreiber und Mäzen Siegfried Dous kennen gelernt. Und dieser lud ihn 1983 zum Europapokal-Endspiel der Landesmeister zwischen dem HSV und Juventus Turin in Athen ein. „Das Siegtor von Felix Magath in der achten Minute habe ich live erlebt“, bringt dieses Erlebnis vergangener Glanzzeiten des Hamburger SV noch heute ein Funkeln in die Augen des Itzehoers.

Aber auch für den Box-Sport ist Alexandre zu haben. 2008 gewann er einen Wettbewerb eines großen Boulevardblattes und reiste mit seinem langjährigen Trainer Bernd Reibe zu einem Boxkampf zwischen Wladimir Klitschko und dem Russen Sultan Ibragimow nach New York in den Madison Square Garden.

Seine Fan-Liebe zu Borussia Mönchengladbach, die Familie und die Aktivitäten zusammen mit seinen Altliga-Kumpels Mike Raabe, Stephan Gerullis, Thomas Möller, Andreas Schwien, Matthias Deters und Hans-Günter Kanschat prägen seinen Alltag heute. Ferienreisen sind indes nicht so sein Ding. „Ich habe mit Haus, Garten, Swimmingpool und nicht zuletzt meinem Borussia-Park alles was ich brauche“, sagt Bernd Alexandre.  


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