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Steinburg Cup : Topleistungen beim Scanafeld-Lauf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Silvana Stief und Kai Neumann über zehn Kilometer nicht zu schlagen – Caroline Than und Johan Makoschey gewinnen fünf-Kilometer-Rennen

von
erstellt am 12.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Die fünfte Auflage des Scanafeld-Laufes bot durchweg guten Sport und war nicht frei von Überraschungen. Insbesondere über fünf Kilometer dominierten junge Nachwuchsläufer. Am Ende hatten Caroline Than und Johan Makoschey die Nase vorn. Dagegen setzten sich über zehn Kilometer die Etablierten durch. Es siegten Silvana Stief und Kai Neumann. Insgesamt beteiligten sich rund 310 Aktive an den Rennen.

Nach Schenefeld gekommen war Kai Neumann (36:06), um eine gute Zeit zu laufen. Folgerichtig ergriff der Itzehoer bereits zu Beginn des Rennens von sich aus die Initiative und stürmte los. Marvin Salto (38:23) ging das scharfe Tempo zunächst mit, drosselte die Pace aber nach zwei Kilometern und sah zu, wie der spätere Sieger auf und davon zog. Zurückhaltend blieb Salto auch, nachdem Holger Ziehe (37:44) kurz darauf zu ihm aufgeschlossen hatte und unbedrängt an ihm vorbei lief: „Ich hatte eigentlich erwartet, dass Marvin mitkommt“, sagte Holger Ziehe danach im Ziel. Ganz verstehen konnte er die Passivität seines jungen Clubkameraden nicht. „Wir sind ähnlich stark und nehmen uns nicht viel“, stellte er mit Blick auf den Dritten fest, der sich eigentlich unter Wert schlagen ließ. Eine genaue Erklärung für die Passivität konnte Marvin Salto nicht liefern. Nur soviel: „Die ersten zwei Kilometer waren zu schnell, aber ich habe auch Tempo rausgenommen. Mit Holger konnte ich nicht mitgehen. Es wäre für mich wohl zu schnell gewesen.“ Lob fand Holger ziehe dagegen für Kai Neumann: „Kai war deutlich schneller als ich. Obwohl ich voll durchzog, wuchs der Abstand kontinuierlich.“

Bei den Frauen zeichnete sich der Sieg von Silvana Stief (41:45) bereits in der Anfangsphase des Rennens ab, denn die schärfste Rivalin der früheren Deutschen Seniorenmeisterin über 800 Meter (W40), Ute Krause (43:17), fiel frühzeitig ab. Hoffnungen auf einen Sieg gab die Itzehoerin bereits bei Kilometer vier endgültig auf. Bis dahin bemühte sich Ute Krause nach Kräften, an ihre Konkurrentin heranzukommen. Vergeblich war das Unterfangen schon deshalb, weil Ute Krause in allen Phasen des Rennens auf sich alleine gestellt war. Ihr fehlte schlicht die männliche Begleitung, von der sie sich hätte ziehen lassen können. Doch auch wenn es anders gekommen wäre: Ute Krause war bewusst, dass sie gegen Silvana Stief so oder so auf verlorenem Boden gestanden hatte. Als sie hörte, wer ihre Gegnerin war, die 2012 als Deutsche Seniorenmeisterin für die zwei Stadionrunden nur 2:24,87 Minuten benötigt hatte, sagte Ute Krause: „Dann darf sie auch in Schenefeld gewinnen.“

Als Dritte lief Friederike Liu (48:46) über die Ziellinie. Wegen einer erst vor wenigen Wochen ausgeheilten langwierigen Knieverletzung noch nicht ganz im Training, fehlten ihr die konditionellen Voraussetzungen, um näher beim Spitzenduo zu bleiben. Unzufrieden mit sich war die Dritte aber keineswegs. Mit Blick auf ihr Ergebnis sagte sie selbstbewusst: „Ich versuche, die abhanden gekommene Leistungsstärke wieder zu erlangen und werde entsprechend trainieren.“ Schließlich habe das Knie nicht mehr gezwickt.

Packend war der Zieleinlauf über fünf Kilometer insbesondere bei den Frauen. Caroline Than (22:29) hatte sich schon bald nach dem Startschuss an die Spitze des Feldes gesetzt und lief einem vermeintlich sicheren Sieg entgegen. Zwar spürte sie die Konkurrenz in Person von Lina Rohwer (22:34) bei Kilometer vier noch im Nacken, doch eine Tempoverschärfung sollte das Allheilmittel für den leichten Sieg werden. Zunächst hatte sie damit auch Erfolg, doch Lina Rohwer wollte sich nicht abschütteln lassen und reagierte entsprechend. Letztlich rettete Caroline Than einen relativ geringen Vorsprung über die Ziellinie. Was für den Charakter beide Läuferinnen spricht? Sie schonten sich, trotz gesundheitlicher Defizite am Wettkampftag, nicht.

Hinter den beiden Führungsläuferinnen gelang Martje Labuj (23:22) eine ebenfalls feine Leistung. Lange Zeit in Begleitung ihres Vaters, Rüdiger Labuj (23:38), laufend, setzte sich die junge Glückstädterin 1000 Meter vor dem Ziel von der Unterstützung ab, und rannte letztlich ungefährdet als Dritte ins Ziel ein. Entsprechend gelöst redete sie: „Ich bin sehr zufrieden mit mir. Ich habe lange darauf trainiert, um im Steinburg-Cup mitlaufen zu können.“ In der Schülerinnenwertung strebe sie einen vorderen Platz an.

Auch bei den Männern dominierte über fünf Kilometer ein Schüler. Johan Makoschey (18:12) nutzte nach zweieinhalb Kilometern die Gelegenheit und folgte Tim Berkhahn (18:23) auf dem Fuß, nachdem der Hinstheider gerade Tobias Klähn (18:56) überholt und sich an die Spitze des Männerfeldes gesetzt hatte. Bis etwa 200 Meter vor Schluss liefen beide Führungsläufer dicht an dicht, ehe Johan Makoschey vor einem kleinen Hügel den Turbo zündete und sich von dem Konkurrenten löste. Mit schnellen Schritten vergrößerte der spätere Erste den Abstand zum Konkurrenten zusehends.

Hinter dem Führungsduo hielt sich Patrick Hintze (18:46) ebenfalls wacker. Einen Kilometer vor Schluss, überholte der U14-Läufer Tobias Klähn (U20) und kämpfte unermüdlich bis ins Ziel. Nur mit ein klein wenig Glück rettete Tobias Klähn die vierte Position über den Zielstrich. Dennis Born (18:57) kam ihm letztlich noch sehr nahe.

 

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