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Speedway : Titelverteidiger ist diesmal „Gejagter“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bundesliga-Meister MSC Brokstedt empfängt am Freitag auf dem Holstein-Ring zum Auftakt die Norden „Haie“.

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erstellt am 30.Apr.2015 | 11:10 Uhr

Der MSC Brokstedt rüstet sich für den Auftakt der Speedway-Bundesliga-Saison, der für den amtierenden Deutschen Meister mit einem „Heimspiel“ beginnt. Für das Rennen am Freitag, 1. Mai, auf dem Holsteinring gegen das neuformierte Team der „Norden Haie“ planten die Verantwortlichen um Teammanagerin Sabrina Harms eigentlich mit den Akteuren Kai Huckenbeck und dem Dänen Peter Kildemand, doch musste nun kurzfristig umdisponiert werden. „Leider haben sich unsere beiden Wunschkandidaten verletzt“, so MSC-Pressesprecher Michael Schubert (wir berichteten). „Wir mussten handeln, erwarten wir doch mit dem Bundesliga-Neuling aus Norden einen Gegner, der zu den großen Unbekannten der Liga zählt.“

Wieder einmal konnte sich der MSC aber auf Teammanagerin Harms verlassen, die ihre guten Kontakte in der internationalen Speedway-Szene glänzend nutzte und mit Christian Hefenbrock und Antonio Lindbäck aus Schweden für schnellen Ersatz sorgte, der als hochkarätig eingestuft werden kann. Harms: „Beide sind in der vergangenen Saison für uns gestartet und beide gehören derzeit zu den leistungsstärksten Fahrer, die für einen Bundesliga-Einsatz bereit stehen.“

Zählte Brokstedt in der vergangenen Saison noch als Außenseiter um die Vergabe der Speedway-Krone, mutiert der Jäger in diesem Jahr zum Gejagten und wird in Expertenkreisen als einer der Favoriten unter den sechs Liga-Teams gehandelt.

Premiere in der Bundesliga feiert dabei das Nachwuchstalent Lukas Fienhage aus Vechta, der in diesem Jahr seinen ersten Startvertrag beim MSC Brokstedt unterschrieben hat. Der 15-Jährige aus Lohne (Niedersachsen) wechselte jüngst von der Jugendklasse in den Bereich der Erwachsenen und hat den Sprung in die Bundesliga auf Anhieb geschafft. Das Engagement bei den „Wikingern“ aus Brokstedt ist für Fienhage nach eigenen Angaben nicht nur eine sportliche Herausforderung. „Es ist natürlich eine ganz große Ehre für mich, dass ich vom amtierenden Deutschen Speedway-Meister unter Vertrag genommen wurde.“

Große Sprüche sind dabei nicht das „Handwerk“ des talentierten Bahnsportlers. „Lukas ist absolut bescheiden, freundlich und höflich. Gepaart mit seinen Fähigkeiten bringt er perfekte Voraussetzungen für eine große Karriere mit“, so Michael Schubert. Die Leistungen des Niedersachsen in den letzten Jahren waren ausschlaggebend für ein Engagement in Brokstedt.

Für die Teammanagerin des MSC, Sabrina Harms, ist Fienhage eine Investition in die Zukunft. „Wir müssen langfristig planen und sind natürlich bestrebt, norddeutsche Talente an unseren Club zu binden.“ Dabei sind es Akteure wie Fienhage, die eine „goldene Zukunft“ bedeuten könnten. Harms: „Wir üben überhaupt keinen Druck auf die jungen Fahrer aus. Mit internationalen Top-Fahrern und erfahrenen deutschen Speedway-Piloten können sich die jungen Fahrer perfekt ergänzen.“ Technisch ist Fienhage, dem sein Vater Uwe als Mechaniker zur Seite steht, für den Start in der deutschen Eliteklasse bestens gerüstet. Seine Motoren lässt er bei Robert Barth, selbst ehemaliger Rennfahrer und vierfacher Langbahn-Einzelweltmeister, in Memmingen im Allgäu präparieren.

Der Bundesliga-Neuling aus Norden kämpft ebenfalls gleich bei seiner Premiere mit Besetzungsproblemen. „Für uns ist das alles eine große sportliche Herausforderung“, sieht Teamchef Robert Lienemann die Lage realistisch. „Natürlich wäre es schön, wenn Mathias Schultz dabei wäre, aber der Markt der B-Fahrer ist leergefegt und so werden wir mit drei C-Fahrern antreten. Grundsätzlich ist aber die vereinbarte Gastfahrerregelung sehr sinnvoll. Unser Vorteil ist vielleicht, dass man uns nochnicht einschätzen kann.“

Für Norden geht auch der gebürtige Steinburger Marcel Limberger an den Start. Limberger: „Das hängt damit zusammen, dass mein Teammanager und Hauptsponsor Robert Lienemann gleichzeitig der Macher beim MC Norden ist und mich in das neuformierte Team integriert hat.“ Hinter dem 27-Jährigen aus Rethwisch bei Itzehoe liegen harte Wochen der Vorbereitung. Nach mehr als dreijähriger Abstinenz vom Rennsport stand das einstige Ausnahmetalent vor einem Nichts. „Ohne die Unterstützung aus meinem Umfeld hätte ich den Weg zurück in die Speedway-Szene wohl nicht geschafft. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Die Ankündigung zur Rückkehr ins Renngeschehen im Herbst vergangenen Jahres ließ indes die gesamte Speedway-Szene aufhorchen – jetzt gilt es für Limberger, Taten auf der Rennbahn folgen zu lassen.

Der Start zum Bundesliga-Auftakt seiner Mannschaft in Brokstedt passt für den bescheidenen Norddeutschen dabei nahezu perfekt. „Brokstedt ist natürlich für mich ein Heimrennen. Viele Freunde, Fans und Bekannte werden dort sein und das allein ist für mich Motivation genug, alles zu geben.“ In Limbergers Brust schlagen vor dem Duell gegen die „Wikinger“ jedoch gleich zwei Herzen in der Brust. „Im Speedway-Teamcup der zweiten Bundesliga starte ich zusammen mit Matten Kröger für die Mannschaft aus Brokstedt. In der Bundesliga fahre ich nun gegen ihn – aber das ist der Sport.“

Bei aller Freundschaft zum Club vom Holsteinring will Limberger für den MC Norden am Freitag alles geben. Es sei eine große Chance, einen weiteren Schritt zurück in das Bahnsportgeschehen in Deutschland zu gehen, so Limberger, der schon in frühester Kindheit auf dem Motorrad saß und bereits mit 14 Jahren – damals noch für den MSC Neuenknick - in der Speedway-Bundesliga startete.

Nicht nur an den Motoren wurde in den letzten Wochen und Monaten akribisch gearbeitet, auch personell gab es im Racing-Team-Limberger einige Veränderungen. Neben Henning Loof konnte Limberger mit Michael Deppe einen weiteren erfahrenen Mechaniker für sich gewinnen. Technische Unterstützung bei der Präparation seiner Rennaggregate kommt zudem aus der Tuningwerkstatt von Egon Müller, bis heute einziger deutscher Speedway-Weltmeister. Er war bei den letzten Trainingseinheiten Limbergers dabei, um die Entwicklungen der Motoren zu beobachten und zu betreuen.

Zeitplan am 1. Mai in Brokstedt: ab 10 Uhr Training und Rahmenprogramm; ab 14 Uhr Start.

MSC Brokstedt „Wikinger“: 1. Antonio Lindbäck, 2. Mads Korneliussen, 3. Tobias Kroner, 4. Christian Hefenbrock, 5. Matten Kröger, 6. Lukas Fienhage.

MC Norden „Haie“: 11 Grzegorz Zengota, 12 Kamil Brzozowski, 13 Rene Deddens, 14 Marcel Limberger, 15 Marco Gaschka, 16 Henning Loof.

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