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Trampolin : Titelgewinn statt Klausurvorbereitung

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei den Trampolin-Landesmeisterschaften im Synchron-Springen gab es zwei Titel für Itzehoer Aktive. Sowohl Daniel Schmidt und Timo Raß wie auch Saskia Dibbern und Laura König waren nicht zu schlagen.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Landesmeisterschaften Synchron: In der Gutenberghalle holten sich die Trampolinturner des SC Itzehoe zwei Titel. Bei den Schülerinnen des Jahrgangs 1998/1999 siegten Saskia Dibbern und Laura König nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch souverän, und bei den Turnern waren die Bronzemedaillengewinner der diesjährigen Deutschen Meisterschaften, Daniel Schmidt (28) und Timo Raß (24), eine Klasse für sich.

Dass der Landestitel der Turner überhaupt an die Itzehoer fallen konnte, dafür sorgte letztlich Sigbert Koch: Nachdem nämlich Timo Raß im Vorfeld der Meisterschaften hatte verlauten lassen, er wolle aufgrund von Studienbelastungen („Ich stecke in der Klausurenphase“) lieber nicht starten, griff der Abteilungsleiter der SCI-Trampolinturner zum Hörer und setzte sich mit dem Sportler in Kiel in Verbindung. Lange überreden musste er Timo Raß dann nicht mehr: „Wenn Sigi möchte, dass ich turnen soll, komme ich auch“, erklärte Timo Raß nach der Finalkür im Gespräch mit unserer Zeitung.

Sportlich profitiert hatte davon neben Timo Raß auch Daniel Schmidt, der nach längerer Pause im Sommer schon wieder ganz gut in Form ist, und die Meisterschaften auch nutzte, um sich für Vergleiche mit internationaler Konkurrenz in Westfalen (Kiepenkerlcup) und Sörup (Ostseepokal) in Schwung zu bringen.

Auch wenn beide in den letzten Wochen kein Synchrontraining absolviert hatten, so blieben sie in Itzehoe dennoch ohne ernsthafte Konkurrenz und hatten letztlich 18,5 Punkte Vorsprung vor Jörn Andresen und Rasmus Epha aus Barmstedt. Nach dem klaren Erfolg freute sich Timo Raß ebenfalls über Pokal und Medaille: „Ich bin froh, dass ich gekommen bin, eigentlich waren wir echt gut. Und wenn man gewinnt, ist es ja auch ein Titel für den Verein.“

So sah es auch Sigbert Koch: „Die Stärksten im Lande müssen immer bereit sein, bei Landesmeisterschaften anzutreten, denn das ist für uns Trampoliner der wichtigste Wettbewerb nach den Deutschen Meisterschaften.“

Dass Daniel Schmidt und Timo Raß auch mit dezimierter Synchronvorbereitung im Lande eine Ausnahmestellung behaupten können, läge nach Worten von Timo Raß daran: „Da spielt natürlich viel Erfahrung eine Rolle und die entsprechende Wettkampfhärte – beides haben wir.“ Deshalb wollen die beiden erfolgreichen Synchronspringer auch solange zusammen weiter springen, wie es geht und wie es ihnen Spaß bringt. Acht Jahre springen sie nun schon zusammen.

Dass Saskia Dibbern (14) und Laura König (15) den Sieg perfekt machen konnten, war zunächst nach einem Fehler von Saskia Dibbern nicht abzusehen. Mit Schrecken musste Sigbert Koch miterleben, „wie Saskia nach dem neunten Sprung auf die Abdeckung des Trampolins trat“. 30,80 Punkte aus der Pflicht bedeuteten nach der ersten Runde den letzten Platz innerhalb des Starterfeldes. Doch schon in der Vorkampfkür glich das Paar den Patzer aus und setzte sich nach starker Vorstellung mit schwierigen Figuren und einer Wertung von 39,40 Punkten an die Spitze der Gruppe. In der Finalkür (38,90) wurden beide zwar nicht mehr so hoch bewertet, doch am Ende ging der Sieg mit 109,10 Punkten deutlich an das Itzehoer Paar, das vor den Norderstedtern Laura Gallego und Michelle Maywald (105,50) gewann.

Nach dem Wettkampf eine unzufriedene Saskia Dibbern: „Ich bin nicht so gut gesprungen. Insbesondere fehlte es mir an Sauberkeit in der Finalkür, und dann war da ja auch noch der Fehler in der Pflicht. Heute war nicht mein Tag, aber ich muss bei schwierigen Sprüngen auch noch stabiler und besser in der Ausführung werden.“

Sie habe nach der Pflicht „gezittert, weil wir nicht wussten, ob es fürs Finale reichen wird“, gab Laura König freimütig zu. Mit sich selbst sei sie aber relativ zufrieden gewesen. „Ich bin dreimal durchgesprungen, aber auch ich hätte noch sauberer turnen können. Letztlich bin ich aber froh, dass wir Landesmeister geworden sind.“

Einen Vizemeistertitel erturnten sich Felix Dibbern und Hannes König. Sie waren letztlich aber den neuen Landesmeistern Maurice Maywald und Moritz Ritter deutlich unterlegen und hätten wohl auch bei einer besseren Finalkür (Abbruch nach dem fünften Sprung) keine Chance gegen das Duo aus Norderstedt und Barmstedt gehabt.

Nach den Titelkämpfen äußerte sich Sigbert Koch so: „Wir haben allgemein prima geturnt und können im Großen und Ganzen zufrieden sein, auch wenn sich die Erwartungen nicht ganz erfüllt haben.“ Der Grund für die leichte Ernüchterung: Mona Krüger fiel schmerzhaft aufs Trampolin und musste die Halle vorzeitig verlassen, und Lena Brockmann, die eigentlich mit Annika Bolten aufs Tuch steigen sollte, hatte sich zwei Tage vor den Meisterschaften einen Außenbandriss am rechten Fuß zugezogen. Die Schülerin kam beim Absprung vom Trampolin unglücklich mit dem Fuß zwischen zwei Bodenmatten und knickte um. Den Verlust der angestammten Partnerin kompensierte Annika Bolten so: Sie fand in der Barmstedterin Lisa Ritter wider Erwarten schnell eine Ersatzpartnerin und holte deshalb noch den vierten Rang.

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