Pferdesport : Titel an Much, Scheil und Komoß

Holte sich den Kreismeistertitel im Springen der Leistungsklasse 1-3: Kevin Much auf Leuchtfeuer.
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Holte sich den Kreismeistertitel im Springen der Leistungsklasse 1-3: Kevin Much auf Leuchtfeuer.

Große Spannung bei den Kreismeisterschaften der Reiter in Springen und Dressur in Herfart

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18. Juli 2018, 05:30 Uhr

Nachdem im vergangenen Jahr die Kreismeisterschaften des Reiterbundes Steinburg aus organisatorischen Gründen ausgefallen waren, fand sich in diesem Jahr mit dem Reit- und Fahrverein Kremperheide/Krempe ein bewährter Ausrichter. Die Organisatoren, die die Titelkämpfe in den vorangehenden Jahren oftmals ausgerichtet und sich nur aus personellen Gründen zwei Perioden lang nicht um die Ausrichtung bemüht hatten, ließen jeweils zwei Wertungsprüfungen (Springen LK 1-3, Dressur LK 4+5, Springen KL 4+5) im Rahmen der offenen Prüfungen richten.

Das Springen der Leistungsklasse 1-3 bestand aus Prüfungen der Kategorien M* und M* mit Stechen. Aus der ersten Konkurrenz gingen mehrere Paare fehlerfrei über den Parcours, darunter auch die Steinburger Marieke Reimers auf Elena (58,24 Sekunden), Carmen Rolfs auf Landiego (60,47), Lena Hahn auf Casparie (62,16) und Meike Dehmelt (64,52) auf Zalina. Sie konnten also mit einer sehr guten Ausgangsposition in das finale Springen am zweiten Veranstaltungstag gehen. Doch dort spielten andere die ganz große Rolle. Während Marieke Reimers und Co. patzten, schafften es Kevin Much auf Leuchtfeuer, Henrike Blohm auf Carwitt, Tabea Kreft auf Goldstern und Katrin Magens auf Valeska fehlerfrei über die Hindernisse zu kommen.

Die Titelentscheidung musste also im Stechen fallen und dort hatte Kevin Much die besseren Karten. Sein Leuchtfeuer blieb ohne Abwurf. Dahinter reihten sich Henrike Blohm (4), Tabea Kreft (4) und Katrin Magens (10) mit Fehlerpunkten ein. Much wurde damit neuer Kreismeister, obwohl er in der ersten Wertungsprüfung noch einen Springfehler gemacht hatte. Aufgrund des schlechteren Ausgangswertes fiel Henrike Blohm in der KM-Wertung hinter Tabea Kreft (2.) und Katrin Magens (3.) zurück.

Seine Taktik offenbarte der neue Titelträger im Gespräch mit unserer Zeitung: „Ich wollte platziert sein und trotzdem Gas geben, um die Anderen auf Distanz zu halten.“ Weil er die Kreismeisterschaft zum Schluss dicht vor Augen hatte, sei er an die beiden letzten Hindernisse auch ruhiger herangeritten.

Die Kreismeisterschaft in der Dressur (LK 4+5) gewann Celina Scheil auf dem sechsjährigen Hannoveraner Wallach Fabulous Nougat vor Katharina Rübhausen auf Jasper und Larissa Wolf auf Hugo Boss. Nach der ersten Wertungsprüfung war mit diesem Ausgang noch nicht zu rechnen, denn in der hatte sich die neue Titelträgerin erst als Neunte eingereiht. Katharina Rübhausen (5.) und Larissa Wolf (6.) lagen deutlich vor ihr. Die Entscheidung fiel in der abschließenden Dressurreiterprüfung Klasse L*. In dieser Konkurrenz distanzierte Celina Scheil die anderen Mitbewerber klar, so dass am Ende der Gesamtsieg für sie feststand.

Nach der „eher schlechten A*-Dressur“ habe sie nicht mehr mit dem Gewinn der Kreismeisterschaft gerechnet, „weil viele andere 7er-Noten hatten“ und sie selbst nur mit dem Wert 6,80 benotet worden war. Vorstellen habe sie sich aber auch nicht können, in der Finalprüfung mit 7,50 Punkten benotet zu werden. Grund: Ihr Viebeiner sei noch „relativ jung“, und sie reite in dieser Saison erstmals auf L-Niveau. Aber Fabulous Nougat, den sie seit zwei Jahren reitet und den sie selbst ausgebildet hat, nachdem er 2016 lediglich „Reitpferdeniveau“ hatte, habe seine Sache gegen gute Konkurrenz mehr als gut gemacht.

Genügend Spannung herrschte auch bei den Meisterschaftsdurchgängen für die Springer der Leistungsklassen 4+5. Am Ende ritten drei Amazonen zur Meisterfeier ein, die in beiden Wertungsprüfungen (Springprüfungen Kl. A** und L) fehlerfrei geblieben waren: Constanze Komoß auf Con-Tico, Lotta Kluczynski auf Easy Girl und Katrin Eder auf Cheeky Lou. Den Ausschlag für das Ranking gab die benötigte Zeit in der zweiten Wertungsprüfung, in deren Verlauf schnellere Paare Springfehler gemacht hatten.

Ihre Idee, so die neue Kreismeisterin, sei vorher gewesen, „einfach mal mitzumachen“, und das habe letztlich auch „geklappt“. „Kreismeisterin zu werden, davon habe ich immer geträumt, und nun ist es so“, freute sich die Siegerin, die auf ihrem zehnjährigen Holsteiner Wallach in den Wertungsprüfungen die Ränge zwei und drei belegt hatte. Und dennoch: „Ich hatte zwei Mal richtiges Glück, denn Con-Tico hat mich gerettet. Ich bin froh und stolz, so ein tolles Pferd zu haben“, sagte Constanze Komoß, die ihren Vierbeiner einjährig bekommen und im Laufe der Zeit selbst ausgebildet hat.

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