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2.. Segel-Bundesliga : SVI segelt an die Tabellenspitze

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Crew trotz Rollentausch zwischen Steuermann und Taktiker beim dritten Spieltag in Warnemünde Dritter

von
erstellt am 05.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Mit Hexenschuss an die Tabellenspitze – die Voraussetzungen beim 3. Spieltag der 2. Segel-Bundesliga war für die Seglervereinigung Itzehoe alles andere als optimal. Trotz eines crewinternen Positionstausches fuhren Christian Soyka, Julian Ramm, Oliver Lewin und Sören Woitack in Warnemünde auf Platz drei und sicherten sich damit die Gesamtführung in der 2. Liga.

Eigentlich sollte Julian Ramm das Itzehoer Boot in Warnemünde steuern. Am Donnerstag fing sich der ohnehin nur als Ersatz eingesprungene Crew-Senior Christian Soyka im Training auf der Kieler Förde aber einen Hexenschuss ein und musste als Taktiker passen. Ein weiterer Ersatzmann stand an diesem Wochenende nicht zur Verfügung, so dass nur innerhalb der Mannschaft gewechselt werden konnte. Soyka setzte sich also, wie sonst auch gewohnt, an die Pinne und Ramm übernahm seinen Job als Taktiker. „Bei dem starken Wind, war für mich nur noch das Steuern möglich und das am Ende auch nur noch mit Schmerzen“, sagt der 54-jährige Hohenlockstedter. Sein 20 Jahre jüngerer Kollege stellte sich dabei ganz in den Dienst der Mannschaft. „Wir haben nur das eine Ziel, wieder in die erste Bundesliga aufzusteigen. Deshalb war bei dem Tausch nicht lange zu überlegen“, erklärt Julian Ramm. Er habe schon mit vielen guten Taktikern gefahren und dabei einiges gelernt. „Dass es dann aber so gut läuft, damit war natürlich nicht zu rechnen“, so der Kieler. „Wir sind stolz auf das, was wir hier geleistet haben“, fügt Christian Soyka hinzu. „Normalerweise brauchen Steuermann und Taktiker ein Jahr, um perfekt zu harmonieren.“ Man habe das besser hinbekommen, als erwartet, so Soyka. „Julian hat einen Super-Job gemacht.“

Nach einem Sieg im ersten Flight, lief es am Sonnabend zwar nicht mehr ganz so gut. Mit zwei dritten, einem vierten und zum Abschluss einem zweiten Rang rangierte die SVI nach dem ersten Tag auf Platz fünf, wobei die Spitzengruppe ganz eng zusammenlag. Der Sonntag begann mit einem fünften Rang eher schlecht, doch dann drehte das Itzehoer Team mächtig auf und lag nach vier Siegen hintereinander an der Spitze des Feldes. Eine etwas längere Pause brachte Soyka und Co. allerdings aus dem Rhythmus. Ein verpatzter Start und ein Steuerfehler ließen die SVI-Crew im 11. Flight hinter dem Feld hinterherfahren. Zum Abschluss folgte noch ein vierter Rang und die Führung war wieder weg. Nach dem zweiten Tag hatte sich die SVI aber dennoch auf Gesamtplatz drei vorgearbeitet. „Zum Schluss machten sich die Schmerzen wieder bemerkbar und ich war einfach unkonzentriert“, räumt Soyka eigene Fehler ein.

Die Bedingungen waren am Sonntag in den letzten Rennen aber auch so extrem, dass sogar ein gekentertes Boot mit gebrochenem Mast in den Hafen geschleppt werden musste. Am Montag war die Rennleitung deshalb vorsichtig und ordnete erst einmal eine Startverschiebung an, um auf weniger Wind zu warten. Der war zwar kaum abgeflaut, als es weiterging, aber das Warten war für die Itzehoer Crew nicht unbedingt von Vorteil. Sie verschlief den Start und musste nach einem weiteren Steuerfehler Soykas, als ihr Gennaker das Segel eines anderen Bootes berührt hatte, einen Kringel drehen – erneut nur Letzter. Jetzt war Taktiker Julian Ramm noch einmal besonders gefordert, denn der durch seine Rückenschmerzen gehandicapte Soyka benötigte mehr Unterstützung durch häufigere Taktik-Kommandos, um die Konzentration aufrecht zu erhalten. „Es war nicht einfach das richtige Maß zu finden, aber letztlich ist es mir doch noch ganz gut gelungen“, freute sich Julian Ramm hinterher. Er hatte auch allen Grund dazu, denn zum Abschluss segelten die Itzehoer noch einen Sieg und einen zweiten Rang heraus, womit der dritte Gesamtplatz gehalten werden konnte.

Wie schnell es bergab gehen kann, bekam die nach dem zweiten Tag führende Flensburger Crew zu spüren, die noch hinter die Itzehoer auf Rang vier zurückgefallen war. Tagessieger wurde der Joersfelder Segelclub vor den Lokalmatadoren aus Warnemünde, die sich nach einem Fehlstart am Sonnabend immer weiter nach vorn gearbeitet hatten. „Wir haben jetzt in der Tabelle drei Punkte Vorsprung vor den zweitplatzierten Flensburgern“, stellte Christian Soyka lächelnd fest. Die Itzehoer seien sehr gut mit den unterschiedlichen Bedingungen in den ersten drei Regatten zurecht gekommen. „Du musst nicht unbedingt gewinnen, aber immer vorne mitsegeln. Das ist uns am besten gelungen.“ Nun müsse sich das Itzehoer Team aber auf den nächsten Bundesliga-Wettkampf in drei Wochen bei der Travemünder Woche konzentrieren. „Wir dürfen nicht nachlassen, wenn wir in die erste Liga zurück wollen“, so Christian Soyka, der beim nächsten Mal nur als Zuschauer dabei sein will, so wie es eigentlich auch schon für Warnemünde geplant war. In Travemünde soll Julian Ramm dann endlich zu seinem ersten Einsatz als Steuermann im Itzehoer Boot kommen. Frontmann Soyka will aber bereits am kommenden Wochenende wieder aktiv sein. Trotz seiner Rückenbeschwerden ist er fest entschlossen bei den deutschen J-70-Meisterschaften auf der Flensburger Förde zu starten. 

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