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Landes-Hallenmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren : Steinburger Titelflut in Hamburg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Fünf erste, zwei zweite und ein dritter Platz

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Die Leichtathletikhalle Hamburg war Schauplatz der gemeinsamen Hallenmeisterschaften der Landesverbände Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Daran teilgenommen hatten auch Wettkämpfer aus Hingstheide, Itzehoe und Hohenlockstedt. Die Schar war zwar relativ klein, dafür aber um so erfolgreicher: Ute Krause (SCI), Viktor Kirsch (Oase), Jan Voigt (SCI), Horst Pfeiffer (SCI) und der für den LBV Phönix Lübeck startende Hohenlockstedter Marlo Burych landeten jeweils auf ersten Plätzen, Iris Koch (SCI) und Alexander Schilling (Oase) erkämpften sich Vizemeisterschaften, und Stefan Hintze (Oase) wurde Dritter. Darüber hinaus belegte Frank Möller (M50/Oase) zwei Endkampfplätze.

Zu einem der spannendsten Rennen zählte der 3000 Meter Lauf der jüngeren Senioren. Viktor Kirsch (M45/9:03,91 Minuten) und Alexander Schilling (M30/9:23,93) hatten ihre stärksten Konkurrenten in dem Hamburger Philipp Sprotte (M30/9:01,18) und dem Schleswiger Miguel Molero-Eichwein (M45/9:09,27). Zwar war Philipp Sprotte, er war in den Wochen zuvor bereits 8:53,37 Minuten schnell, den anderen von der Papierform her überlegen, doch insbesondere Viktor Kirsch konnte lange mithalten und das Rennen offen gestalten. Zwar machte ihm Miguel Molero-Eichwein das Leben lange Zeit schwer, doch letztlich besiegte der Hingstheider den letztjährigen Deutschen Meister der Altersklasse M45 über diese Distanz noch deutlich. Angesichts des geringen Vorsprungs, mit dem Philipp Sprotte die Ziellinie passierte, ärgerte sich Kirsch darüber, dass er sich zu Beginn des Rennens nicht direkt an den Hamburger angehängt hatte. „Mein zweiter Kilometer war zu langsam, ich hatte mich wohl zu sehr auf Miguel konzentriert, weil ich dachte, ich würde mit ihm noch Probleme bekommen. Mit Platz und Zeit absolut zufrieden war Alexander Schilling, der seine persönliche 3000 Meter Bestzeit um gut 16 Sekunden verbesserte.

Sportlich unterhaltsam war auch das Rennen der Seniorinnen (W50) über 3000 Meter. Zunächst ließ Ute Krause (12:45,12) die Mildstedterin Gönna Jeutter (12:46,57) elf Runden lang führen, um dann den entscheidenden Vorstoß zu unternehmen. Binnen weniger Sekunden setzte sie sich deutlich von ihrer Gegnerin ab, von der sie bei den jüngsten Landes-Crossmeisterschaften noch geschlagen worden war. Ute Krause: „Gönna hat das richtige Tempo vorgegeben und ist mit 51 Sekunden die Zwischenzeiten gelaufen, die auch ich mir vorgenommen hatte.“ Zunächst sei sie hinter der Konkurrentin geblieben, weil sie Jeutter insgesamt stärker als sich selbst eingeschätzt hatte. „Als ich sie dann überholte, war mir klar, dass ich einen großen Vorsprung herauslaufen muss, um nicht im Spurt geschlagen zu werden.“ Und diese Überlegung deckte sich dann auch mit dem Verlauf des Rennens auf den letzten 200 Metern: Die Konkurrentin kam zwar näher, doch auch Ute Krause lief mit 45,4 Sekunden eine schnelle Schlussrunde und rettete einen kleinen Vorsprung ins Ziel.

Über 800 Meter (W40/2:35,15) trat Iris Koch an. Schnell war klar, dass sie mit der Großhansdorferin Beate Kuhlwein (2:27,13) nicht mithalten kann, doch eine schnelle Zeit unter 2:35 Minuten wollte Koch schon laufen. „Ich wollte mir beweisen, dass die 2:33,14 Minuten, die ich vor 14 Tagen in Hamburg gelaufen bin, keine Eintagsfliege war.“ Zwar wurde Iris Koch ihrem Anspruch nicht ganz gerecht, doch sie wusste auch, woran es haperte: „In der dritten Runde habe ich wohl zu viel geträumt und mich zu viel mit den hinter mir Laufenden beschäftigt, anstatt zügig nach vorn zu gehen.“ Allerdings: „Wenn ich vor drei Wochen meine heutige Zeit gelaufen wäre, wäre ich vor Freunde ausgeflippt.“ Doch bezogen auf die aktuelle persönliche Bestzeit, hätten sich die Ansprüche – auch im Hinblick auf die im März stattfindenden Deutschen Meisterschaften – eben verändert. „In Erfurt möchte ich Edelmetall holen.“

Dass Frank Möller überhaupt starten konnte, hatte er in den Tagen vor Hamburg gar nicht mehr vermutet. Eine Woche vor den Meisterschaften trainierte der Landwirt aus Hingstheide den Weitsprung auf dem eigenen Hof. Doch der Frost hatte die Grube hart werden lassen, und bei der Landung tat er sich am Bein „unheimlich weh“. Weil Mannschaftskamerad Viktor Kirsch am Morgen des Wettkampftages aber vor seiner Tür stand, fuhr er mit nach Hamburg: „Ich wollte erst gar nicht starten, denn ich war eigentlich gar nicht richtig vorbereitet.“ Aufgeregt aber umso mehr. Nach dem Weitsprung hatte sich aber alle Anspannung gelegt. Möller: „Was ich heute gezeigt habe, ist ausbaufähig. Ich werde weiterhin auf den Weitsprung hintrainieren.“

Mit einer Weite von 10,56 Metern war Jan Voigt bei den Kugelstoßern (M60) das Maß der Dinge. Sein Kommentar nach der Siegerehrung: „Also, Kugel ist ja nicht gerade meine Hauptdisziplin. Schmerzen in der Stosshand lassen gerade mal einmal Training pro Woche zu. Im Training lag ich – das geht wohl den meisten so – besser. Egal. Gut, dass die Konkurrenz nicht so stark war.“

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