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Radsport : Stefanie Wasmundt: Mit Landestitel in Babypause

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Erfolgreiche Wettkampfsaison für Athletin des SC Itzehoe

von
erstellt am 07.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Die Wettkampfsaison in den Individualsportarten ist vielfach noch in vollem Gange, doch für die Radrennfahrerin und Duathletin Stefanie Wasmund (38) ist sie bereits seit einigen Wochen beendet. Der Grund: Die für den Sportclub Itzehoe (SCI) startberechtigte Athletin erwartet im Dezember ihr erstes Kind. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte die werdende Mutter: „Das Leistungstraining habe ich eingestellt. Sportlich gesehen mache ich jetzt nur noch das, was für das Kind und für mich gut ist.“

Auswirkungen hat die persönliche Situation von Stefanie Wasmundt auch auf Teile des Vereins. Weil sie nicht nur Wettkämpferin sondern auch Trainerin für den Rennrad fahrenden Nachwuchs ist, habe sie sich kürzlich mit Gerd Freiwald in Verbindung gesetzt und sich beim SCI-Vorsitzenden für die nächsten Monate aus der Verantwortung abgemeldet. Zu kurz treten muss der Nachwuchs dennoch nicht. „Für Trainersatz ist gesorgt“, sagt sie und benennt ihr langfristiges Ziel: „Nach der Babypause versuche ich, schnell wieder fit zu werden. Und dann möchte ich wieder in den aktiven Sport eingreifen.“

Bevor es in die Pause ging, hat die Itzehoer Polizeibeamtin noch einmal ihre ganze Klasse gezeigt. Sowohl bei Landesmeisterschafen als auch bei nationalen Titelkämpfen stand sie auf dem Podium. Höhepunkt im Sportjahr war für sie die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften im Cross-Duathlon in Trier. Zu bewältigen waren dort im profilierten Gelände von der Altersklasse IV (35 bis 39 Jahre) ein fünf und ein zweieinhalb Kilometer langer Lauf und dazwischen ein 24 Kilometer langes Radfahren, bei dem die Konkurrenz insgesamt 800 Höhenmeter zu bewältigen hatte. Die Anstrengungen von Trier haben sich zwar längst aus dem Gesicht von Stefanie Wasmundt verflüchtigt, doch in ihren Schilderungen über die Streckenverläufe klingt Respekt mit: „Insbesondere die sechs Kilometer lange Radrunde war extrem steil. Im Schneckentempo ging es drei Kilometer hoch und danach sehr schnell runter. Ich selbst habe nicht zu viel riskiert, denn so gut beherrsche ich das Mountainbike nicht.“ Anstrengend war es auch beim Laufen auf einem Kurs mit viel Profil, der zusätzlich mit Treppenstufen durchsetzt war. Und gerade die taten der Itzehoerin beim abschließenden Laufen sehr weh. „Ich musste wirklich kämpfen“, erinnert sie sich an die Strapazen von Trier. Mit der Bronzemedaille sei sie absolut zufrieden gewesen, denn eine Chance auf Silber hätte sie nie gehabt. „Mit Bronze habe ich das Maximale an dem Tag herausgeholt.“

So gestärkt nahm Stefanie Wasmundt ihre vorerst letzten beiden sportlichen Herausforderungen an: Die Landesstraßenmeisterschaften über 66 Kilometer in den Hüttener Bergen beendete sie im Rennen der Frauen-Elite als Erste, und im Einzelzeitfahren auf dem Flugplatz von Schwesing bei Husum wurde sie über 34,2 Kilometer Dritte. Die gleichzeitig ausgerichteten Nordmeisterschaften beendete sie in jeder Kategorie jeweils als Vierte: „Die Plätze sind zwar undankbar, aber trotzdem gut“, akzeptiert Stefanie Wasmundt die sportliche Ausbeute auf regionaler Ebene.

Dass das Jahr 2017 für sie sportlich gesehen gut werden könnte, das spürte sie frühzeitig. Zunächst ging es für sie nach Queidersbach ins Pfälzische, wo die nationalen Titelkämpfe im Cyclocross veranstaltet wurden. Auf Schnee und Eis erfuhr sie sich – genau wie Clubkamerad Jakob Radau (U23) – einen 15. Rang. Über das 50 Minuten lang dauernde Rennen in der Kategorie Frauen-Elite sagt Stefanie Wasmundt: „Ich hatte das Gefühl, dass die Anstrengungen gar kein Ende nehmen würden. Ein so langes Crossrennen bin ich ewig nicht gefahren.“

Gute Erfahrungen machte Wasmundt auch beim „Bremer Sechstagerennen“, bei dem sie sich in der Kategorie der Jedermänner am Zeitfahren beteiligte. Letztlich beendete sie das Finale, für das sie sich souverän qualifiziert hatte, als Vierte von sechs Endkampfteilnehmerinnen. „Das war für mich super“, sagt sie rückblickend auf den Wettkampf, an dem sie um 21.30 Uhr Höchstleistungen bringen musste – nach einem langen Tag mit Waffenausbildung bei der Polizei und stressiger Autofahrt nach Bremen.

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