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Was macht eigentlich ? : Start ins Fußballerleben zwischen zwei Bäumen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ehemaliger Torhüter des Itzehoer SV und TSV Lägerdorf Michael Sierk hat auf Laufen und Kochen umgestellt

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 05:01 Uhr

Zwischen zwei Bäumen unweit der St. Martin-Kirche in seinem Geburtsort Oelixdorf begann das Fußballerleben von Michael Sierk, der damals noch seinen Geburtsnamen „Kahl“ trug. „Die Bäume standen ungefähr so weit auseinander, wie ein Fußballtor breit ist“, erzählt der 49-Jährige und erinnert sich noch genau: „Wir haben damals ein Kirchenfenster kaputt geschossen und unheimlichen Ärger bekommen.“

Etwas später schloss sich Michael Sierk mit 12 Jahren dem BSC Sportfreunde Itzehoe an. „Dort bestand die Sportplatzanlage an der Itzehoer Kaiserstraße noch aus einem Sandplatz und der Keks-Geruch der nahe liegenden Gebäckfabrik Weese stieg uns in die Nase“, brichtet der ehemalige Keeper, der 1976 bereits das Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken trug.

Im Sommer 1980 wechselte Michael Sierk zum damaligen Itzehoer SV, schaffte dort als A-Jugendlicher den Sprung in die Landesauswahl und wurde zum Sichtungslehrgang nach Duisburg-Wedau eingeladen. Dort kam der Kontakt zum VfR Neumünster zustande. Zusammen mit dem ehemaligen Trainer Heino Brehmer und Mitspieler Karsten Melzer wechselte Sierk in seinem zweiten A-Juniorenjahr zu den Lila-Weißen.

„Das war damals mein erfolgreichstes Jahr“, blickt Michael Sierk auf die Vizemeisterschaft in der A-Jugend-Verbandsliga Schleswig-Holstein und die Landespokalfinal-Teilnahme mit dem VfR zurück. Ein unvergessliches Highlight war für den Torhüter in jenem Jahr ein internationales A-Jugendturnier in Augsburg unter anderem mit Gegnern wie Dynamo Kiew.

1983 ging Michael Sierk als Herrenspieler zum Itzehoer SV zurück, musste sich in der Serie 1983/84 hinter dem damaligen Stammtorhüter des ISV in der Verbandsliga Schleswig-Holstein, Gerd Abeldt, aber mit der Reservistenrolle arrangieren. Diese Konstellation gefiel dem ehrgeizigen und in der Jugend so erfolgreichen Schlussmann natürlich nicht. „Ich habe in jener Saison nur zwei Spiele gemacht und war richtig gefrustet“, erinnert sich der 49-Jährige.

Sierks damals fast schon perfekter Wechsel zum TSV Lägerdorf konnte der ISV dank der Überredungskünste des damaligen Trainers Volker Bernsee aber noch abwenden. In der Saison 1984/85 bekam Michael Sierk seine Chance und stand im Tor des Lehmwohld-Klubs, als dieser 1985 Landesmeister und Landespokalsieger wurde, war in Freundschaftsspielen gegen den FC St. Pauli und Werder Bremen dabei und hütete das ISV-Tor in der ersten DFB-Pokalhauptrunde beim Bayern-Ligisten Spvgg Plattling. „Wir fuhren mit dem Zug quer durch die Republik und verloren dort mit 0:2. Bei einem Sieg wäre Bayer Leverkusen der nächste Gegner gewesen“, blickt Sierk einerseits auf das Lospech 1985 und der vergebenen Chance, auf einen Bundesligisten zu treffen, zurück.

Im darauf folgenden Jahr feierte Michael Sierk mit dem ISV wieder die Landesmeisterschaft. Nach dem verpassten Oberliga-Aufstieg 1986 waren für Michael Sierk und dem ISV die erfolgreichen Fußballzeiten am Itzehoer Lehmwohld in den Folgejahren nicht mehr so ausgeprägt, wie Mitte der 1980er Jahre. Nach der Saison 1988/89 stieg der ISV sogar in die Landesliga Süd ab.

Ein ganz besonderes Highlight gab es für Michael Sierk dennoch. Im September 1988 stand der Keeper zwischen den Pfosten des Itzehoer Tores, als Bayern München im Lehmwohldstadion ein Gastspiel gab. „Kurios das Endergebnis. 4:7 hieß es nach 90 Minuten, wobei wir unter dem Jubel von weit mehr als 4.000 Zuschauern in der Endphase noch drei Gegentore erzielten“, erzählt Michael Sierk von der Begegnung gegen Klaus Augenthaler und Co.

Nach dem direkten Wiederaufstieg in die Verbandsliga SH spielte Sierk Anfang der 1990er Jahre noch drei Jahre für den Lehmwohldklub, ehe er Ende der Spielzeit 1992/93 zusammen mit Frank Krause und Carsten Tesch zum damaligen Bezirksligisten TSV Lägerdorf wechselte.

„Der Schritt von der Verbandsliga in die Bezirksliga war natürlich gewöhnungsbedürftig“, sagt Sierk. Dennoch ging es für den Torhüter in den 1990er Jahren auch in Lägerdorf relativ schnell wieder nach oben. Dort wurde unter dem damaligen Macher und Sponsor Manfred Krause etwas aufgebaut, was rein sportlich rückblickend gesehen für die Beteiligten einen ebenso besonderen, wie einmaligen Charakter hatte. Innerhalb von sechs Jahren stieg das Team aus dem Zementdorf von der Bezirksliga (1993) bis in die Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein (1999 / seinerzeit viertklassig) auf. Diesen Weg ging Michael Sierk aktiv mit, bekam in der Oberliga dann aber durch die Verpflichtung des Elmshorner Torhüters Andre Asmus zu starke Konkurrenz.

„Ich bekam dann in der Punktrunde keine reelle Chance mehr, durfte nur noch einmal beim Hallenmasters in der Kieler Ostseehalle ran“, berichtet Michael Sierk, der mit damals inzwischen 36 Jahren die Saison ausklingen ließ und seine Karriere beendete.

2007 gab es zwar beim TSV Heiligenstedten in der Bezirksoberliga noch ein Kurz-Comeback, doch nach einer Sehnenverletzung im Finger musste Sierk schnell wieder passen.

Heute hält sich Michael Sierk als passionierter Läufer fit. Neben unzähligen Volkslauf-Teilnahmen absolvierte der 49-Jährige zwischen 2001 und 2004 drei Mal den Hamburg-Marathon mit einer Bestzeit von 3:12 Stunden. Traditionell nimmt Michael Sierk noch heute alljährlich am Sylt-Lauf über 33,333 km teil.

Michael Sierk ist seit 1997 mit Ehefrau Steffi verheiratet und hat zwei Kinder. Sohn Konstantin (9) hat sich dem Fußballsport zugewandt und kickt in der Jugend des BSC Nordoe. Sohn Maximilian (13) spielt hingegen lieber Tennis. Beruflich ist Sierk bei der Bundespolizei im Rechenbetriebszentrum Bad Bramstedt als Polizeivollzugsbeamter im IT-Bereich tätig. Privat ist er ein leidenschaftlicher Koch, hat die Kochschule in Hamburg besucht und gibt seine Fertigkeiten an den Töpfen nicht nur im eigenen Familienkreis zum Besten, sondern kocht auch in einem großen Itzehoer Kaufhaus anlässlich von Aktionstagen für ein breites öffentliches Publikum.


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