Testspiel : St. Paulis U23 überrennt Kellinghusen

Abwehrversuch: Kellinghusens Marc Deppe (rechts) gegen St. Paulis Yannick Deichmann.
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Abwehrversuch: Kellinghusens Marc Deppe (rechts) gegen St. Paulis Yannick Deichmann.

Standesgemäßer 9:0-Erfolg des Hamburger Regionalligateams beim VfL

shz.de von
30. Juni 2014, 05:00 Uhr

Fußball-Kreisligist VfL Kellinghusen hatte zum Auftakt der Vorbereitungsphase auf die neue Saison am Sonnabend auf dem Sportplatz an der Eichenallee hohen Besuch. Zum ersten Testspiel trat das Team von Trainer Elmar Czekalla gegen die Regionalliga-Vertretung des FC St. Pauli (U23) an. Vor leider nur rund 150 Zuschauern unterlag der Gastgeber am Ende standesgemäß mit 0:9 (0:2)-Toren. „Wir sind in der zweiten Halbzeit von den konditionell überlegenen Hamburgern überrannt worden“, stellte Czekalla treffend fest.

Der Start in diese Partie fand mit 25-minütiger Verspätung statt, weil der Schleswig-Holsteinische Fußballverband trotz nach Angaben des Gastgebers korrekter Spielanmeldung versäumt hatte, ein Schiedsrichter-Gespann anzusetzen. Dadurch musste der vergeblich auf die Unparteiischen wartende VfL improvisieren. Glücklicherweise konnte mit dem Wrister Referee Sven Martens („Ich war gerade von der Arbeit gekommen, als der Anruf bei mir einging. Da ich nur zwei Straßen weit weg wohne, war es aber kein Problem für mich.“) sowie den Assistenten Falko Möller (Kellinghusen) und Reinhold John (Hohenlockstedt) Ersatz herantelefoniert werden, so dass die Partie dann mit der logischen Verzögerung angepfiffen wurde. Beide Teams, die schon minutenlang auf dem Platz waren und insbesondere die St. Pauli-Verantwortlichen waren jedoch schon richtig nervös geworden.

Mit dem Anpfiff startete der St. Pauli-Nachwuchs wie die Feuerwehr in die Partie. Dennis Bergmann (3.) volley ins lange Eck nach einer weiten Linksflanke und Erdogan Pini (7.) aus 16 Metern trafen zum 0:2. „Jungs, das ist zu einfach“, rief Elmar Czekalla seiner Mannschaft von der Seitenlinie zu, die sich dann mit zunehmender Spieldauer besser auf die permanenten Angriffe des Regionalligisten einstellte und bis zur Pause mit bisweilen konsequenter Abwehrarbeit, Glück und Geschick weitere Gegentore verhinderte.

Starke Szenen hatte Julian Engelbrecht in der 29. Minute gegen Bergmann und Keeper Christoph Dethlefs (36., 40.), der per Fußabwehr einen Schuss von Andrej Startsev klärte und mit einer Glanzparade einen Freistoß von Angelo Langer, Pauli-Neuzugang vom Hamburger SV, aus dem Winkel holte.

Zur Halbzeit drohte der Partie witterungsbedingtes Ungemach. Ein heftiger Gewitterschauer zog über den Platz. „Wenn es blitzt, brechen wir ab“, machte sich St. Pauli-Trainer Thomas Meggle Sorgen um die Gesundheit der Spieler. Dazu kam es dann aber nicht. Das Gewitter zog relativ schnell über die Sportplatzanlage wieder ab und es konnte weitergehen.

Dafür fegte nun St. Pauli über die immer mehr an ihre Grenzen stoßenden Kellinghusenern hinweg. „Man, sind die schnell“, war Julian Engelbrecht nach seiner Auswechselung in der 87. Minute beeindruckt. Timo Stegmann (51.), Andrej Startsev (54., 72.), Mustafa Zazai (57., 64., Foulelfmeter, 75., Foulelfmeter) und Federico Bastek (62.) schraubten das zur Pause noch achtbare Zwischenergebnis auf 0:9.

Eine reine Abwehrschlacht ging für den VfL dann zu Ende. Das Geschehen spielte sich mit ganz wenigen Ausnahmen ausschließlich in der Kellinghusener Hälfte ab. Eine Torchance hatte der Gastgeber im gesamten Spiel nicht.

Die Partie wurde übrigens durch St. Pauli-Betreuer Andreas Kreft (42), der aus der Nähe von Kellinghusen kommt, eingefädelt. „Nach Ende eines einwöchigen Trainingslagers unserer Mannschaft in Malente war es der Wunsch von Trainer Thomas Meggle auf der Rücktour nach Hamburg noch ein Testspiel zu bestreiten“, berichtete Andreas Kreft, dessen Anfrage beim VfL natürlich gerne erfüllt wurde. Für die Hamburger, zu deren Trainerstab mit Beginn der neuen Saison auch Ex-Profi Fabian Boll als Co-Trainer zählt, war diese Partie vier Wochen vor dem Punktspielstart in der Regionalliga (Saisonstart: 26. Juli) das erste Vorbereitungsspiel unter Wettkampfbedingungen.


Statistik





VfL Kellinghusen: Dethlefs – Göttsche, Ratjen, F. Stukenberg, Inderhees (46. Kehl), Reimers (46. Wannewitz), Deppe, Barth (69. Noss), Engelbrecht (87. Barth), Scheel (76. Reimers), Hagemann.
FC St. Pauli: Bieren (46. Schau) – Ambrosius, Deichmann (46. Tiedemann), Zazai, Bergmann (33. Rahn), Bastek, Startsev, Rogowski (46. Nachjem), Stegmann, Langer, Pini (46. Rosenboom).
SR: Sven Martens (Wrist)
Zuschauer: 150
Tore: 0:1 Bergmann (3.), 0:2 Pini (7.), 0:3 Stegmann (51.), 0:4 Startsev (54.), 0:5 Zazai (57.), 0:6 Bastek (62.), 0:7 Zazai (64., Foulelfmeter), 0:8 Startsev (72.), 0:9 Zazai (75., Foulelfmeter).

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