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Störlauf : Sitzen ist das neue Rauchen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zweites Symposium bei der Itzehoer Versicherung mit Physiotherapeut Lars Lassen zum Thema „Verletzungen und Überlastungen“.

von
erstellt am 14.Feb.2015 | 04:21 Uhr

Zunächst einmal ganz grundsätzlich: Sitzen, so Lars Lassen, „ist das neue Rauchen. Sitzen ist für’n ...“ Sein Appell: „Ihr müsst euch mehr bewegen.“ Also stundenlange Schreibtischhockerei auch mal durch den bewussten Gang zum Kopierer und dergleichen unterbrechen. Gebeugte Sitzhaltung schränkt auf Dauer die Streckung der Schulter ein – und das tut dem Laufstil gar nicht gut.

In seinem eineinhalbstündigen, mit einer Fülle von medizinischen Fakten gespickten und mit trockenem Humor aufgelockerten Vortrag demonstrierte er am Donnerstag Abend, wie sich Verletzungen und Überlastungen vorbeugen lassen. Das Mitarbeiterrestaurant der Itzehoer Versicherungen verwandelte sich in ein sportmedizinisches Seminar.

Absolut gesund ist niemand, jeder hat mal irgendwelche Verletzungen erlitten. „Aber der Körper kann das kompensieren“, so Lassen, Geschäftsführer von PhysioTrain. „Doch irgendwann kann es zu viel werden. Und diesen Schalter muss man finden.“ Sonst dekompensiere der Körper – der Schmerz breche aus. Er zeigte verschiedene Risikofaktoren auf, von abrupter Steigerung des Trainingsumfangs über ältere Verletzungen – sie können wieder ausbrechen – bis zum fehlenden Trainingsplan. Die in Läuferkreisen verbreitete Glaubensdiskussion um den richtigen Laufstil hält er für überflüssig: Ob man bevorzugt mit dem Vor-, dem Mittel- oder dem Rückfuß auftritt, sei nicht entscheidend. Er sei kein Laufpapst, der eine Richtung propagiere. „Laufen ist individuell, jeder Stil ist o.K., wenn man damit zurechtkommt.“ Allerdings solle man auf langer Strecke auch mal wechseln, während für Sprints der Vorfuß am besten sei. Wer sich jedoch ausschließlich mit dem 12-fachen seines Gewichts auf Ferse fallen lassen, riskiere Schmerzen in Knie, Hüfte und Becken. Schaumstoff im Schuh nütze dann auch nicht viel. Dem massiv gepolsterten Laufschuhwerk steht er skeptisch gegenüber: „Viele Probleme können dadurch langfristig nur verstärkt werden.“ Er rät zum Kauf eines zusätzlichen zweiten Paars Schuhe mit weniger Dämpfung und flacherer Fersenkappe, um leichter mit dem Mittelfuß aufsetzen zu können. Das reduziere die Verletzungsgefahr.

Von großer Bedeutung sei der Marionetten-Effekt: „Bewegen Sie die Arme richtig“, so Lassen, am besten parallel zum jeweils anderen Oberschenkel, Voraussetzung für harmonischen und effektiven Schwung beim Laufen.

Rumpfspannung, Hüftstreckung, Pronation, Dehnung, die Bedeutung des Kreuz-Darmbein-Gelenks, Tipps zur Laufstilanalyse – Lassen ließ kaum ein Thema aus. Einen Kontrapunkt zur Informationsdichte setzte am Ende Frank Kossiski mit einem stimmungsvollen Trailer zu seinem Störlauf-Film, den Läufer und Interessierte für zehn Euro per Anmeldeformular bestellen können.

Störlauf-Organisator Volker Buhmann zeigte sich äußerst zufrieden mit dem zweiten Symposium mit knapp 100 Teilnehmern. „Lars Lassen hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die ganzheitliche Betrachtung des Körpers ist.“ Die Itzehoer Versicherungen hatten als Hauptsponsor des diesjährigen Störlaufs nach dem Ernährungs-Symposium vor zwei Wochen auch diesmal ihr Restaurant zur Verfügung gestellt. „Wir haben unser Engagement für den Störlauf intensiviert, weil die Veranstaltung überregional die größte ihrer Art und für die Stadt von immenser Bedeutung ist“, so Gastgeber und Marathonläufer Martin Röhrs (Itzehoer Versicherungen) in seiner Begrüßung. Störlauf-Leiterin Susanne Hansen überreichte den Beteiligten am Ende der Veranstaltung als Dank Blumensträuße und die aktuellen Lauf-Shirts.

Nach dem Erfolg der ersten beiden Symposien mit Elke Lehmberger und Lars Lassen geht es nun mit dem ersten Störlauf-Workshop weiter: Am Sonnabend, 21. Februar, bearbeitet Physiotherapeutin Lena Schülke (Kompetenzteam Physiotrain) mit den Teilnehmern das„Stabilitätstraining für Läufer“. Der Workshop beginnt um 14.30 Uhr beim Sportclub Itzehoe (Beethovenstraße 2-4). Dafür gibt es noch einige freie Plätze (verbindliche Anmeldung unter 04821/85057). Der Workshop am 7. März mit Lars Lassen zum selben Thema ist dagegen bereits ausgebucht.

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