Strapazenreiche Alpenläufe : Schweinert zieht es in die Berge

Volker Schweinert zieht es schon seit über 30 Jahren zu den Bergläufen in den Alpen. Unser Foto zeigt ihn auf dem Osterfelder Kopf.
Volker Schweinert zieht es schon seit über 30 Jahren zu den Bergläufen in den Alpen. Unser Foto zeigt ihn auf dem Osterfelder Kopf.

61-jähriger Itzehoer rennt in Seefeld und Garmisch-Partenkirchen

shz.de von
26. Juli 2018, 04:26 Uhr

Volker Schweinert (SC Itzehoe) ist der einzige Ausdauerathlet aus dem Kreis Steinburg, der schon seit über drei Jahrzehnten in die Alpen fährt, um an Kräfte zehrenden Bergläufen teilzunehmen. In diesem Jahr zog es den mittlerweile 61-Jährigen nach Garmisch-Partenkirchen in Bayern und nach Seefeld in Österreich – übrigens als einziger Schleswig-Holsteiner.

Trotz monatelanger und intensiver Vorbereitung auf den Straßen rund um Itzehoe und im welligen Cross des Pünstorfer Gehölzes gelang es Volker Schweinert nicht, leistungsmäßig an frühere Zeiten anzuknüpfen. „Schuld“ daran sei sein fortgeschrittenes Alter, begründete der Seniorenläufer das mühsamer gewordene Bewältigen der steilen Anstiege.
Am Anfang stand für den Langstreckler die Teilnahme am 13. Internationale Raiffeisen Mountainrun in Seefeld. Gelaufen wurde von der Talstation Rosshütte bis hinauf zur Bergstation Rosshütte. Auf der cirka sechs Kilometer langen Strecke waren von den Teilnehmern 540 Höhenmeter zu überwinden. Schon da fielen ihm die Schritte schwerer als sonst. Eine Erklärung dürfte sein, dass Volker Schweinert erst drei Tage vor dem Start in die Berge gereist war. Seine eigene Erkenntnis: „Um sich an die Strecken mit den steilen Anstiegen zu gewöhnen, war das wohl etwas zu kurzfristig.“ Im nächsten Jahr wolle er die Eingewöhnungsphase auf jeden Fall länger gestalten. „Da reise ich zehn Tage früher an.“

Mit seiner diesjährigen Leistung von 52:54 Minuten und dem sechsten Platz in der Altersklasse M60/65 war er deshalb auch nicht zufrieden. „Im vergangenen Jahr wurde ich hier noch Zweiter.“
Schon eine Woche später und nun mit einigen Trainingskilometer am Berg mehr in den Beinen stand auf dem Programm des Itzehoers der Osterfelder Berglauf. Diesmal war der wohl schwerste Alpenlauf wegen einer Baustelle auf dem traditionellen Kurs einen guten Kilometer länger als sonst – 13 statt 11,9 Kilometer. Gestartet wird beim „Osterfelder“ traditionell auf einer Höhe von 765 Metern. Von dort aus erstreckt sich der Weg bis zum Endpunkt auf dem Osterfelder Kopf über 1297 Höhenmeter. Nach 1:55:30 Stunden querte Volker Schweinert den Zielstrich auf 2022 Meter Höhe – ausgepumpt, aber doch glücklich, „den inneren Schweinehund“ überwunden zu haben. „Gründe, den Lauf unterwegs zu beenden, gibt es viele. Doch das ist nicht mein Anspruch. Wenn ich antrete, will ich auch oben ankommen.“

Um zumindest den gleichaltrigen Mitkonkurrenten wieder Paroli bieten zu können, habe er sich vorgenommen, zukünftig vermehrt „auf längeren und knüppelharten Anstiegen“ zu trainieren – nicht nur im Pünstorfer Gehölz, sondern auch vor der eigenen Haustür. „Die Suder Allee und die Königsberger Allee sollten mir ideale Trainingsvoraussetzungen bieten – aber nur dann, wenn ich gegen die lange Steigung anlaufe.“ Sie werde er sich in den nächsten zwölf Monaten oftmals vornehmen.

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