zur Navigation springen

Pferdesport : Schnellster von sieben „Nullern“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Kellinghusener Reitturnier gewinnen Michael Grimm und „Vanea“ das S-Springen mit Stechen. Lena Timm und „Carmencita“ sind bestes Steinburger Paar.

Vier Tage Pferdesport auf der Turnieranlage der Reit- und Fahrschule Kellinghusen: Für Dennis Kanau und das von ihm geführte Organisationsteam waren 33 zu richtende Prüfungen in Springen und Dressur eine hohe Herausforderung, doch am Ende meldete der Vereinsvorsitzende: „Ich bin mit dem Verlauf zufrieden. Die mehr als 2700 genannten Starts bereiteten uns als kleiner ländlicher Verein zwar Kopfzerbrechen, doch logistisch haben wir die Herausforderung dank unserer unermüdlichen Helfer bewältigt.“

In der Praxis bedeutete das dann für die Aktiven, dass ihnen in Kellinghusen optimale Voraussetzungen für ihren Sport geboten wurden. Und der konnte sich wahrlich auch sehen lassen, denn die vielen Paare zeigten sich oft in bester Verfassung.

Zu einer wahren Schaubühne des Turniersports wurde das S*-Springen mit Stechen, das die Veranstaltung traditionell abschließt. 38 Paare hatten ihre Startbereitschaft erklärt, 13 bewältigten den von Norbert Jakubowski gestellten Parcours mit elf Hindernissen und 14 Sprüngen bis zu 1,45 Meter Höhe und 1,55 Meter Tiefe auf einer Länge von 470 Meter in der erlaubten Zeit (81 sec.) fehlerfrei. Das anschließende Stechen auf verkürzter Länge (330 m) und in der reduzierten Zeit (57 sec.) wurde dann zu einer klaren Angelegenheit von Michael Grimm und seiner neunjährigen Holsteiner Stute „Vanea“ (Quintero/Lavall II). Mit einem Nuller in 43,77 Sekunden waren sie das Maß der Dinge. Zwar blieben sechs weitere Paare ebenfalls ohne Abwurf oder sonstige Malaisen, doch so schnell wie das Paar vom RV Concordia a.d. Miele war kein anderes.

Etwas Pech in der Finalrunde hatte die einzige Stechteilnehmerin aus dem Kreis Steinburg: Lena Timm und „Carmencita“ (Casall/Capitol I) unterliefen ein vermeidbarer Fehler am vorletzten Hindernis.

Er habe nicht mit dem Sieg gerechnet, doch sein Pferd sei in guter Form, betonte Michael Grimm nach der Übergabe des Preises durch die Vertreterinnen der Itzehoer Versicherungen, Pferdesportbeauftragte Birgit Lamke und Vertrauensfrau Anna Junge, sowie Dennis Kahnau. „Mein Pferd hat den Reiter glänzen lassen.“ Und diese Aussage bezog sich in erster Linie auf das Galoppvermögen der Stute, der die langen Wege im Stechen offensichtlich entgegen kamen. Nachdem dem Sieger dann auch noch die Wendungen gut gelangen, ahnte er nach dem letzten erfolgreichen Sprung: „Bei der schnellen Zeit wird es die Konkurrenz schwer haben.“ Und mit dieser Vermutung lag Michael Grimm dann auch bis zum Ende richtig.

Auch wenn der Sieg für den Berufsreiter, der über sieben Jahre lang in Diensten des früheren Weltklassereiters Karsten Huck im nah gelegenen Borstel stand und jetzt als selbständiger Reiter auf der Anlage von Boje Peters in Bargenstedt wirkt, aus seiner Sicht unerwartet kam: Eine faustdicke Überraschung war der Erfolg nicht, denn er und „Vanea“ präsentierten sich bereits im Umlauf exzellent und in schneller Zeit. Mit Blick auf seine Stute, die er dreijährig erworben und langsam aufgebaut habe, sagte Michael Grimm: „Ich glaube, es ist ein sehr, sehr gutes Pferd.“ Deshalb wolle er sich auch in wenigen Wochen an den Landesmeisterschaften in Bad Segeberg beteiligen. Eine dahingehende Erfolgsprognose wolle er jetzt jedoch nicht abgeben: „Es kommt so, wie es kommen soll.“ Aber mit dem Gefühl, das schnelle Reiten bei Karsten Huck gelernt zu haben, sollte ihm im Zusammenhang mit der Teilnahme zumindest in punkto Schnelligkeit eine Last genommen sein.

Den Schritt nach Bad Segeberg wagen will auch Lena Timm, die Kellinghusen insgesamt in guter Erinnerung behalten wird – nicht nur wegen ihrer Siege in drei anderen Prüfungen. „Ich komme immer wieder gern hierher, denn das Turnier wird liebevoll ausgerichtet.“ Speziell mit „Carmencita“ sei sie sehr zufrieden gewesen: „Das Pferd ging erst bei drei Youngster-S-Springen in Tasdorf, Ehlersdorf und Hademarschen und war zweimal platziert. Heute hat es erst seit viertes S-Springen absolviert.“ Über den Fehler zum Schluss äußerte sich Lena Timm so: „Das war Pech. Weil ich das Risiko eingehen wollte, nahm ich vor dem Hindernis den kürzeren weg, und dann ist die Stange gefallen“

Neben dem S*-Springen nahmen weitere Prüfungen die Zuschauer in ihren Bann: Zum Beispiel das Stilspringen der Klasse L für Junioren der Leistungsklasse 4 und 5, eine Qualifikationsprüfung der Warsteiner Reitsportförderung. Bei über 30 Qualifikationsturnieren auf Bundesebene qualifizieren sich die Besten letztlich über drei Halbfinals für das Finale vom 17. bis 19. Oktober im Warsteiner Reitsportzentrum. Bei dem Qualifikationswettbewerb in Kellinghusen standen am Ende mit Frida Felixmüller auf „Cornedo“ (PSG Hof Nordpol/Wertnote 8.0), Paul Moritz Ahlmann auf „Curly Sue“ (RC Damp/7.7) und Svea Malin Lienau auf „Boris“ (RFV Uetersen/7,6) die Besten fest. Dennis Kahnau: „Diese Prüfung ist auch von der Teilnehmerzahl her so erfolgreich, dass wir sie auch im nächsten Jahr mit in unser Programm aufnehmen werden.“

Mit Blick auf den sportlichen Teil des Kellinghusener Turniers freute sich der Turnierchef insbesondere über das gute Abschneiden einiger Mitglieder seines Vereins: „Ich freue mich über das Abschneiden von Frauke Poser. Sie hat in einer Dressurprüfung der Klasse M* gesiegt und war einmal gut platziert. Ebenfalls gut behauptet hatte sich Tine Rickers, die zweimal platziert war.“

Trotz aller Entspannung zum Schluss: Anfänglich stand Ratlosigkeit im Gesicht von Dennis Kahnau und Meldestellenchefin Ina Hennings: „Als die Reiter am Mittwochabend ihre Starbereitschaft erklären sollten, fiel unsere Telefonanlage aus, und die Telekom konnte das Problem nicht beheben.“ Erst am nächsten Tag stünde ein Mitarbeiter bereit. „Für uns wäre das aber zu spät gewesen. Gut, dass uns ein befreundeter Elektriker zur Seite stand, der helfen konnte“, sagte Dennis Kahnau. Für ein Turnier in dieser Größenordnung sei eine perfekt funktionierende Technik eben unerlässlich.


Ein-Sterne-S-Springen im Stechparcours: 1. Michael Grimm (RV Concordia a.d. Miele) auf Vanea, 0 Fehler/43.73 Sekunden; 2. Laura Jane Hackbarth (RV St. Peter-Ording) auf Carisma, 0/45.24; 3. John Walther (RFV Uetersen) auf Carisma, 0/46.80; 4. Jakob Kock-Evers (RV Rehagen-Hamburg) auf Cadeau du Ciel, 0/46.85; 5. Alejandro Merli Soler (RFV Elmshorn) auf Cassilux, 0/46.96; 6. Thomas Lehmann (RFV Rausdorf) auf Qui Vie und Antonio Montanchez Garcia (RFV Hohenwestedt) auf Chiara, beide 0/48.80; 8. Lena Timm (RV Breitenburg) auf Carmencita, 4/47.08; 9. Stefanie Bachmann (RuFV Neuengörs) auf Vlicka, 4/50.62; 10. Sebastian Bockholt (RV Rehagen-Hamburg) auf Salusa Secunda, 4/51.84; 11. Marie-Sophie Schneider (RV „Frisia“ Friedrichskoog) auf Colombo, 8/50.74; 12. Stefanie Bachmann (RuFV Neuengörs) auf Gräfin Gamba, 8/54.81; 13. Alessa Hennings (RuFV Hanerau-Hademarschen) auf Cerano, 24/72.75.

Weitere Ergebnisse unter www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten/

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen