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Leichtathletik : Schneller als der „innere Schweinehund“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Wald- und Heidelauf des TSV Kremperheide verzeichnet über 300 Teilnehmer. Die Organisatoren freuen sich über einen Melderekord.

Der elfte Wald- und Heidelauf in Kremperheide zog auch diesmal Aktive aus Nah und Fern an. Rund 320 Ausdauersportler aller Altersklassen ließen sich von dem durchwachsenen Wetter nicht abhalten und sorgten so für einen neuen Teilnehmerrekord. Angeboten hatte der veranstaltende TSV Kremperheide drei Strecken, die allesamt durch die Nordoer Heide führten. Dazu gab es auf dem Sportplatzgelände einen Lauf für Kleinkinder.

Die Ersten, die nach Verlassen der Startlinien ins Ziel zurückkehrten, waren Kinder, die die drei Kilometer in Angriff genommen hatten. Schnellster Junge war der elfjährige Mats Blosat aus Kollmar, und bei den Mädchen überquerte die sechsjährige Mariella Magens vor den anderen den Zielstrich. Für die Läuferin aus Krempermoor war das ein Riesen-Erfolg: Weil sie für den Bambinilauf zu alt war, lief sie erstmals eine solange Strecke beim Wald- und Heidelauf mit. Abgekämpft, aber stolz betrachtete sie ihre Medaille: „Ich bin richtig schnell gelaufen und habe aufs Tempo gedrückt“, freute sie sich und bekam Lob von Oma Helga Jöns: „Das hast du toll gemacht.“

Mit vollem Tempo gelaufen war auch Mats Blosat. Der Junge, der regelmäßig an den Steinburg-Cup-Läufen teilnimmt, trat erstmals vor zwei Jahren in Kremperheide an. Diesmal nutzte er den Wald- und Heidelauf, um gezielt auf den Crosslauf der Schulen am 12. Oktober in Itzehoe hinzuarbeiten. „Ich bin sehr zufrieden mit mir und für den Schülercross gut vorbereitet“, sagte er. Die Anstrengung hatte Mats Blosat bereits wenige Augenblicke nach dem Zieleinlauf aus dem Gesicht.

Mit 21 Handball-Mädchen bei der HSG Kremperheide-Münsterdorf war Nina Stabenow nach Kremperheide gekommen. Sie und alle anderen aktiven D- und E-Jugendlichen liefen sechs Kilometer. „Wir sind als Gruppe gelaufen, von denen einige aber fix dabei waren“, sagte die Trainerin. Geplant war eine Mannschafts-Gemeinschaftsaktion mit dem Ziel, gemeinsam durchzukommen. „Aber offensichtlich hatten wir einige Renner dabei“, sagte Nina Stabenow. Über den Wald- und Heidelauf äußerte sie sich positiv und betonte: „Wir kommen jedes Jahr, denn wir sind mit der Veranstaltung sehr zufrieden.“

Gut gelaunt war auch Gabriela Praefke. Die Seniorenläuferin vom LC Oase Hingstheide war gekommen, um über sechs Kilometer zu testen, ob noch Auswirkungen von ihrem Sturz beim jüngsten Wilstermarschlauf zu spüren sind: „Die Zeit war heute egal. Wichtig war nur, ob das Knie wieder mitspielt und ob ich durchhalte.“ Letztlich waren ihre Erfahrungen gut. Als noch besser stufte Gabriela Praefke ein, was viele Kinder geleistet hatten: „Viele im hinteren Bereich haben durchgehalten und sich dabei durchgebissen, obwohl es ihnen schwer fiel.“ Und zu denen gehörte auch Jette Profé, die über ihren Auftritt sagte: „Es ging, ich bin durchgelaufen.“ Diese Äußerung der Zehnjährigen kommentierte Gabriela Praefke so: „Jette ist so gelaufen wie ich: ‚Innerer Schweinehund, komm mit’.“

Stärkster Läufer über zehn Kilometer war Axel Kamp. Anfangs zusammen mit Marcel Krüger hinter Sven Stammer hinterherlaufend, forcierte das Mitglied der Laufgemeinschaft Happy Feet nach fünf Kilometern das Tempo und ging seinerseits an die Spitze des Feldes. Während Sven Stammer seinen Rhythmus beibehalten wollte und Marcel Krüger von seiner Seite aus keine Anstalten unternahm, um an Axel Kamp dranzubleiben, ließ sich der Führende die Spitzenposition fortan nicht mehr nehmen.

Positionsveränderungen ergaben sich aber hinter ihm: Marcel Krüger überholte Sven Stammer, und der bis zum achten Kilometer an vierter Stelle liegende Christian Behrendt musste sich noch zwei schnelleren Konkurrenten beugen. Axel Kamp, der im Kreise Steinburg erstmals einen Lauf als Schnellster beendete, beschrieb seine Überlegungen vor dem entscheidenden Vorstoß so: „Als ich merkte, dass der Vorsprung von Sven nicht mehr wuchs, sagte ich mir: ‚Versuch es’.“ Sven Stammer selbst war mit seiner Leistung zufrieden: „Ich bin für mich selbst gelaufen und wollte dabei meine Zeit aus dem vergangenen Jahr unterbieten.“ Mit 42:32 Minuten sei ihm das auch perfekt gelungen. „Ich war eine Minute schneller als 2016.“ Zu schaffen gemacht habe ihm dabei der schwere Boden mit tiefen Pfützen nach den schweren Regenfällen. Seinen Eindruck über die Strecke fasste sechs Kilometer Läufer Hauke Rathjen so zusammen: „Trail!“

Mit dem Verlauf das Wald- und Heidelaufes „absolut zufrieden“ war Veranstaltungsleiter Axel Schülke: „Bei dem Wetter hatte ich nie damit gerechnet, dass wir eine so hohe Teilnehmerzahl haben.“ Dazu beigetragen haben könnte unter anderem der Facebook-Auftritt. Noch vormittags habe Internetbetreuer Axel Kahl gepostet: „Kommt alle, hier scheint die Sonne.“ Lobend äußerte sich Axel Schülke auch über die Mitglieder des Organisationsteams, zu dem auch Manuela Enstipp gehörte: Ihr sei es zu verdanken, dass 156 Tombolapreise an die Läufer vergeben werden konnten. „Mit Akribie und Fleiß hat Manuela die Preise zusammengetragen.“ Gestiftet hatten Geschäfte aus den Bereichen Itzehoe, Krempe und Wilster.

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