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Leichtathletik : Schnelle Rennen auf schwerem Kurs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei der Crosslauf-Kreismeisterschaft dominieren in Kremperheide Ute Krause, Iris Koch und Viktor Kirsch.

Wasser von oben und Wasser von unten, dazu Laufstrecken mit starken Anstiegen und durchsetzt mit kräftezehrenden Sandpassagen: All das lässt erahnen, dass die Teilnehmer der Kreismeisterschaften im Crosslauf keine leichten Bedingungen in der Nordoer Heide vorfanden. Beeindrucken ließen sie sich davon aber nicht.

Erfolgreichster Athlet der Meisterschaften, die von den Offiziellen des TSV Kremperheide und des SC Itzehoe glänzend durchgeführt worden waren, war Viktor Kirsch. Der Hingstheider, im vergangenen Jahr Senioren-Europameister über 5000 Meter (M40), setzte sich sowohl über die Mittel- als auch über die Langstrecke durch.

Über 2500 Meter lief Viktor Kirsch (8:34) das erste Drittel couragiert an und erarbeitete sich im hügeligen Terrain einen Vorsprung von knapp zehn Sekunden. Offenbar beeindruckte das den an sich starken Fynn Sänger (8:43) so sehr, dass sich der letztjährige Landes-Crossmeister (M15) nicht aufraffen konnte, dem späteren Sieger zeitig zu folgen. Ein Fehler, wie der jugendliche Triathlet aus Itzehoe nach dem Zieleinlauf eingestand: „Ich hätte dranbleiben müssen, weil die Strecke nach hinten raus leichter wurde.“ Beweis: Fynn Sänger sputete sich fortan und gab so keinen weiteren Raum mehr preis. Eine Möglichkeit, dichter an den Führenden heranzukommen, hatte er aber dennoch nicht. Dafür war der Seniorenläufer zu erfahren.

Die Idee von Viktor Kirsch war, „von Anfang an Abstand aufzubauen und dann konstant zu laufen“. Das habe funktioniert. „Überlegt hatte ich mir diese Taktik beim Einlaufen“, betonte der Kreismeister im anschließenden Gespräch mit unserer Zeitung. Viel lieber gesehen hätte er es aber, „wenn Fynn mitgekommen wäre“. So habe er, Kirsch, „nicht mehr als nötig tun“ müssen. Und dennoch: Der Rennverlauf kam Viktor Kirsch schon deshalb entgegen, weil er sich 100 Minuten später noch auf die Langstrecke begeben wollte. Und da wartete kein Geringerer als Alexander Schilling auf ihn, der mit einem möglichst guten Ergebnis Crosslauf-Premiere feiern wollte.

Schon kurz nach dem Start war klar, dass beide Langstreckler den Gesamtsieg unter sich ausmachen würden: Weder Kai Neumann (30:30) noch Mirco Carstens (31:13) oder Andreas Ehlers (32:17) hatten das läuferische Potential, um Kirsch (28:01) und Schilling (28:17) zu folgen. Dass am Ende Viktor Kirsch erneut vorn liegen könnte, deutete sich ausgangs der ersten Runde an, die der spätere Sieger mit leichtem Vorsprung beendete. Am Ende trennten beide rund 100 Meter. „Das war verdammt anstrengend und ganz anders als beim Straßenlauf“, sagte Alexander Schilling im Ziel. Geschont hatte sich aber auch Viktor Kirsch nicht, der herausstellte: „Das war viel anstrengender als auf der Mittelstrecke, ich musste sehr auf Alexander aufpassen. Und wir beide haben uns nicht geschont.“

Die ganze Zeit an dritter Stelle gelegen hatte innerhalb des Rennens Kai Neumann. Er war mit sich zufrieden, allerdings musste er bekennen, dass das Rennen an der Spitze für ihn „zu schnell“ gewesen wäre.

Gut mitgemischt als Vierter des Gesamteinlaufes hatte Mirco Carstens. Dem Läufer aus St. Margarethen gelang es immerhin, den wahrlich nicht langsamen Andreas Ehlers in Schach zu halten. Die Kraftausdauer, so Mirco Karstens, habe er sich beim Fußball geholt und die Ausdauer bei Volksläufen wie dem Störlauf oder dem Lauf zwischen den Meeren. Im Übrigen trainiere er regelmäßig. Beeindruckt vom Vermögen des Vierten war insbesondere Viktor Kirsch, der sich gut vorstellen kann, „dass du zu uns nach Hingstheide kommst“.

Das Rennen der Frauen wurde von Ute Krause (36:38) bestimmt, die keine Mühe hatte, sich gegen Uta Sjut (42:03) und die neu in der Leichtathletik mitmischende Bianca Rohwer (43:01) zu behaupten. Über ihren ersten Start im Cross betonte die Schenefelderin: „Es war ein schöner Lauf auf landschaftlich reizvoller und abwechslungsreicher Strecke. Die Steigungen waren schwer, aber wenn man die genommen hatte, war der Lauf entspannt.“

Insgesamt wäre die Frauenkonkurrenz sicherlich spannender geworden, wenn Iris Koch, die Siegerin über die Mittelstrecke (11:14), auch die Langstrecke mitgelaufen wäre. Doch dafür hatte die Deutsche Hallenmeisterin (W40) ihre Startbereitschaft kurz zuvor zurückgezogen. Grund war das schwere Geläuf und der eigene Körper: „Ich brauche meine Knochen noch“, sagte Iris Koch mit Blick auf die kommende Hallensaison mit den Höhepunkten Landesmeisterschaft in Hamburg und nationale Titelkämpfe in Erfurt. Die Mittelstrecke sei sie „komplett aus der Grundlage gelaufen“, und das sei „nett gewesen“ und habe „Spaß gemacht“. Die Langstrecke hätte für sie dagegen „zur Qual“ werden können, begründete Iris Koch ihre Abstinenz auf der langen Cross-Strecke in Kremperheide.

Unglücklich verliefen die Meisterschaften für den Jugendlichen Marten Möller. Im Rennen über 2500 Meter stürzte der Steinburg-Cup-Sieger aus Hingstheide so schwer, dass eine Knieverletzung im Krankenhaus behandelt werden musste. Mit Blick auf die zum Teil rutschige Strecke stellte Andreas Ehlers heraus: „Mit Spikes wäre Martens Sturz wohl zu verhindern gewesen.“ Weitere Ergebnisse siehe unter „Leichtathletik in Zahlen“.

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