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Glückstädter Citylauf : Sänger fängt Kock auf letzten Metern ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

23. Auflage voller Überraschungen: Sebastian Uridat und Johanna Grell über zehn Kilometer vorn

von
erstellt am 02.Jun.2015 | 05:00 Uhr

Die 23. Auflage des Glückstädter City-Laufs steckte sportlich gesehen voller Überraschungen. Den Nutzen hatten davon Zuschauer, Veranstalter und Aktive gleichermaßen, denn es wurde nie langweilig. Dabei waren Johanna Grell und Sebastian Uridat über zehn Kilometer , sowie Fynn Sänger und Marie Gründel auf der fünf Kilometer Strecke nicht zu schlagen

Über zehn Kilometer hatten sich die beiden schnellsten Läufer, Sebastian Uridat (35:57) und Kai Neumann (36:36), vorher daraufhin verständigt, möglichst lange zusammen zu laufen – mindestens bis zur Hälfte der Strecke. Schnell setzten sie sich nach dem Start vom übrigen Feld ab, so dass Nils Meyer (39:08) und Kai Fischer (39:38) schon bald nicht mehr Schritt halten konnten.

Als es zum ersten Mal auf den Marktplatz ging, hielt Kai Neumann zwar noch Anschluss an Sebastian Uridat, doch es war bereits zu sehen, dass der Gast von der LAV Bayer Uerdingen-Dormagen seinem Itzehoer Konkurrenten überlegen ist. 200 Meter weiter, die Läufer bogen in die zweite und letzte Runde ein, machte Uridat ernst und setzte sich peu à peu von Neumann ab. Im Ziel betrug der Vorsprung des Siegers dann knapp 40 Sekunden: „Ich wollte ein kontrolliertes Rennen und unter 36 Minuten laufen, das ist mir geglückt“, sagte der Sieger im Gespräch mit unserer Zeitung. Verausgaben wollte er sich deshalb nicht, „weil ich morgen noch ein Straßenrennen in Kiel habe“. Um von Kai Neumann wegzukommen, habe er das Tempo im zweiten Streckenabschnitt aber „verschärfen“ müssen. Kommentar des Zweiten zum Renngeschehen: „Nach knapp sechs Kilometern war Sebastian weg. Ich hatte keine Möglichkeit zu folgen.“

Zufrieden mit sich und der Welt war auch Nils Meyer (32). „In meinem hohen Alter rechnet man nicht mehr mit dem dritten Platz.“ Der Podestplatz sei für ihn optimal, „denn ich wusste, dass ich nicht an die beiden Führenden heran laufen kann“.

Bei den Frauen war die erst 14-Jährige Johanna Grell (42:58) das Maß der Dinge. Sie setzte sich von Anfang an an die Spitze des Feldes und ließ der wahrlich nicht langsamen Ute Krause (43:52) keine Möglichkeit, ganz nach vorn zu kommen: „Ich hatte es zwar versucht, aber Johanna war zu schnell für mich. Sie ist wirklich toll gelaufen“, anerkannte die Landes-Seniorenmeisterin (W45) die starke Leistung ihrer jungen Konkurrentin.

Rückblickend auf ihr Rennen sagte die Siegerin: „Ich bin zwar vom Start gut weggekommen, am Anfang aber dennoch zu schnell gelaufen.“ Grund für den scharfen Rennbeginn? „Ich wollte unter 45 Minuten laufen und schnellste Glückstädterin werden.“ Trotz aller Anstrengungen sei es ihr aber doch gelungen, dass Tempo stets hochzuhalten – auch zum Schluss: „Ich dachte, Ute kommt noch auf. Deshalb habe ich nicht nachgelassen.“

Als Dritte lief Janin Hildebrand über die Ziellinie, gefolgt von Godje Roß (49:14) und Rike Friedrichs (49:19), die ebenfalls noch unter 50 Minuten blieben. „Ich bin in Glückstadt zwar schon deutlich schneller gewesen, aber momentan hindert mich mein Beruf an einem kontinuierlichen Training“, sagte Janin Hildebrand im Ziel. Aber keine Angst: „Ich komme wieder.“ Und dann erwarte sie von sich auch schnellere Zeiten.

Der fünf Kilometer Lauf lebte von der Auseinandersetzung zwischen Fynn Sänger (17:11) und Christian Kock (17:12), in die sich Xhevat Krasniqi (17:39) und Marcel Krüger (18:42) nicht in vollem Maße einbringen konnten. Bis weit in den zweiten Kilometer hinein lief das Quartett auf Augenhöhe, dann bestimmte Christian Kock die Pace. Doch in Erwartung eines sicheren Sieges bemerkte er zu spät, dass Fynn Sänger aufkam. Dreihundert Meter vor dem Ende erfolgte der Zusammenschluss, und im Ziel trennten beide eine Sekunde: „Ich habe geschlafen, Fynn hat es klug gemacht“, stellte Christian Kock am Ende nüchtern fest. Eigentlich wollte Fynn Sänger nur den zweiten Platz halten: „Doch dann sah ich, dass ich immer dichter an Christian herankomme.“ Den Rest besorgte dann das bessere Sprintvermögen des Siegers gegenüber dem Zweiten.

Bei den Frauen jubelte eine Teilnehmerin ganz besonders: Nina Gründel (19:57) hatte zum ersten Mal die 20 Minuten Grenze geknackt. Die Siegerin wäre auch mit dem zweiten oder dritten Platz zufrieden gewesen: „Hauptsache unter 20 Minuten, das war mein Ziel.“ Da hatten es die anderen schwer, mit der 15-Jährigen Schritt zu halten. Ihr am nächsten kamen Birgit Friedrich (21:14), Anna Grunewald (21:47) und Christiane Lemor (21:51).

Wie sich Siege anfühlen, wusste auch Birgit Friedrich aus dem Kehdinger Land, die in Glückstadt vor gut einem Jahrzehnt auf derselben Strecke gewonnen hatte – in einer deutlich schnelleren Zeit als diesmal: „Eine Minute schneller, aber was ist das schon.“ Um so mehr habe sie sich gefreut, in Christiane Lemor eine Teilnehmerin aus früheren Jahren wieder gesehen zu haben. Ja, auch dazu seien Volksläufe da.

Viel jünger und mit ganz viel Elan bestückt waren die Teilnehmer am 1000 Meter langen Lauf. Schnell setzten sich bei den Jungen Moray Zirpins (4:00) sowie Niklas Sass (4:16) und bei den Mädchen Mare Malin Meyer (4:20) sowie Fenja Gutt (4:31) ab. Diese Reihenfolge ergab sich bereits, nachdem die Aktiven 500 Meter bewältigt hatten. Im Ziel strahlende Gesichter: „Ich hatte gehofft zu siegen, und finde das ganz schön“, sagte Mare Malin Meyer. Und Moray Zirpins stellte heraus: „Ich habe mit sechs Jahren begonnen zu laufen und bin danach zu jedem Volkslauf hingelatscht. Dadurch bin ich schnell geworden.“. Mit der insgesamt zweitbesten Zeit lief der Sieger von Herzhorn, Niklas Sass, über die Ziellinie: „Mein Ziel war, aufs Treppchen zu kommen, nachdem ich im vergangenen Jahr weiter hinten gelegen hatte.“

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