Basketball : Rostocker Lauf zu spät gestoppt

Yannick Evans (links) war in Rostock zweitbester Eagles-Scorer.
Yannick Evans (links) war in Rostock zweitbester Eagles-Scorer.

Die Siegesserie der SC Itzehoe Eagles in der 2. Bundesliga ProB endet durch das 74:85 beim Titelaspiranten Seawolves.

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02. Dezember 2014, 04:39 Uhr

Irgendwann musste es passieren: Die Sport-Club Itzehoe Eagles haben in der 2. Basketball-Bundesliga ProB nach sechs Siegen eine Niederlage kassiert. Und wenn es schon passiert, dann wenigstens beim Meisterschaftsfavoriten in dessen ausverkaufter Halle. Die EBC Rostock Seawolves siegten mit 85:74 (16:25, 28:13, 15:17, 26:19).

Die Eagles nahmen es sportlich: „Es ist immer ärgerlich, wenn man verliert“, sagte Coach Paul Larysz. Aber sein Team habe einen „super Fight“ abgeliefert. Zu Beginn dominierte es auch noch mit dem Selbstvertrauen eines Seriensiegers: Sehr variabel und flexibel starteten die Gäste vor fast 1000 Zuschauern ins Spiel, lautstark angefeuert von ihren eigenen Fans. Die Center lieferten unter dem Korb gute Arbeit ab, Yannick Evans übernahm viel Verantwortung. Die Führung wuchs und wuchs bis zum 33:15 in der 13. Minute. „Es gab sehr viele Phasen, in denen wir die Rostocker vor unlösbare Probleme gestellt haben“, sagte Larysz.

Aber der Tabellenführer fand auch immer wieder starke Antworten – nicht umsonst hatte der Eagles-Coach ihm vorher den qualitativ besten Kader der Liga bescheinigt. Das Spiel kippte, und zwar gewaltig: Aus dem 33:15 wurde bis zur Halbzeit ein 38:44. Der Lauf der Rostocker sei zu spät gestoppt worden, „wir haben sie in ihren Rhythmus kommen lassen“. Der eigene ging dafür verloren, Sicherheit und Spielfluss waren weg. Oft hilft es in solchen Fällen, sich auf die Verteidigung zu konzentrieren, doch die Rostocker bekamen Freiwürfe in Serie. Diese Bilanz sprach am Ende mit 41:17 Versuchen deutlich für die Gastgeber, und Larysz stellte nüchtern fest: „An der Freiwurflinie kann man die Spieler nicht mehr verteidigen.“ Hinzu kam eine für die Seawolves eher ungewöhnliche Waffe mit vielen Treffern von der Dreier-Linie. Besonders Yannick Anzuluni (27 Punkte) bereitete den Eagles mit sechs Erfolgen bei zehn Versuchen Kopfzerbrechen.

Die Halbzeitpause half den Gästen, sie stabilisierten sich und blieben dran. Nach einem Dreier von Jeff Wherry kurz vor Viertelende stand es 55:57 aus Eagles-Sicht, vor dem letzten Viertel 55:59. Der Rückstand wuchs wieder in den Zehn-Punkte-Bereich, dennoch war die Wende aus Larysz' Sicht lange möglich, weil sein Team erfolgreich verteidigte und Ballgewinne verzeichnete, daraus aber wenig Kapital schlug. Auf der anderen Seite halfen die vielen Freiwurfchancen erneut den Gastgebern. „Es war auf jeden Fall mehr drin“, sagte der Eagles-Coach. Die Rostocker hätten aber verdient gewonnen, weil sie den gesetzten Rahmen gut ausgenutzt hätten.

Ausschlaggebend sei es gewesen, dass sein Team im zweiten Viertel den Gastgeber aufgebaut habe. Unzufrieden war Larysz aber nicht: „Wir haben sehr guten Basketball gespielt“, bis zur letzten Sekunde habe die Mannschaft gekämpft. So gebe es auch keinen Grund, geknickt zu sein: „Jetzt müssen wir zusehen, dass wir eine neue Serie starten.“ Beginnen soll sie am kommenden Sonnabend in eigener Halle gegen die Hertener Löwen. Und zum Rückrunden-Auftakt am 13. Dezember in Oldenburg fährt wieder ein Fan-Bus. Kontakt: Stefan Flocken, 04821/94413.

Eagles: Jonathon Williams (20, 2 Dreier), Yannick Evans (14), Jeff Wherry (9, 2 Dreier, 3 Ballgewinne), Clayfell Harris (8, 7 Rebounds), Patrick Wischnewski (8, 2 Dreier), Lars Kröger (7), Kosta Karamatskos (4, 7 Assists, 4 Ballgewinne), Nick Tienarend (2, 4 Assists), Robert Daugs (2), Johannes Konradt.

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