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Gratulation : Pionier des Radsports in Itzehoe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gottfried Kaina feiert heute seinen 80. Geburtstag.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 08:15 Uhr

Der Mitgründer der am 1. August 1966 ins Leben gerufenen Radsport-Abteilung beim damaligen Itzehoer Sportverein und Pionier des Radsports in Itzehoe in der damaligen Zeit, Gottfried Kaina, wird am heutigen 4. Januar 80 Jahre alt.

Kaina gilt als wohl bekanntester Fahrrad-Experte im Kreis Steinburg. Zusammen mit Benno Ebach, Ernst-August Wiese und Max Gassner gründete Gottfried Kaina vor fast 48 Jahren die Radsport-Abteilung beim ISV, die in Schleswig-Holstein und über die Landesgrenzen hinaus Erfolge feierte und im August 1968 mit Jochen Kröhnke erstmals einen Teilnehmer an den Deutschen Meisterschaften stellte.

Kaina agierte in seiner ureigenen, typischen Art mit absolutem Engagement in der Rolle des Technikers und Organisators. Die Fahrer konnten sich auf ihren „Rad-Papst“ immer verlassen. „Oftmals habe ich bis in die Nacht hinein gewerkelt und das Material auf Vordermann gebracht“, blickt Kaina zurück.

Der Lohn waren großartige Erfolge. In den Jahren bis 1972 befand sich die Radsportabteilung des ISV in seiner „Blütezeit“. Dies verdankten die Aktiven ganz besonders Gottfried Kaina. Mitte der 1970er Jahre avancierten Reiner Sonnack und Kaina-Sohn Rene zu Spitzenfahrern in Schleswig-Holstein, die Itzehoe 1975 bei den Deutschen Meisterschaften in Rosenheim vertraten. Auch in späteren Jahren von 1976 bis 1978 waren stets Fahrer der Radsportabteilung des ISV bei Deutschen Meisterschaften am Start und erreichten gute Mittelfeldplätze.

Ein ganz besonderes Highlight war für Gottfried Kaina jedoch eine Lokalradsport-Veranstaltung am Albert-Schweitzer-Ring in Itzehoe zugunsten der Aktion Sorgenkind. Zum zehnjährigen Bestehen der Radsportabteilung wurde das Großereignis 1976 mit Fahren aus benachbarten Bundesländern und internationaler Beteiligung (dänische Fahrer) durchgeführt. „Viel Prominenz aus Wirtschaft und Politik folgten unser Einladung“, erzählt Kaina. Der damalige Landesverbandsvorsitzende für Radsport in Schleswig-Holstein, Hugo Wetzel, hatte zu jenem Zeitpunkt gerade Radsport-Legende Rudi Altig in Kiel zu einem Termin zu Gast und offerierte Kaina die Idee, dass Altig den Startschuss abgeben könnte.

Gottfried Kaina: „Rudi Altig war auch bereit, stand bei mir in meinem Fahrrad-Geschäft, doch als es um sein Honorar ging, sind wir uns dann nicht einig geworden. 5 000 Mark sollte uns der Spaß kosten. Diese Summe war für unsere Verhältnisse utopisch.“

Auch ohne den deutschen Spitzenradfahrer und Amateurweltmeister sowie Sportler des Jahres von 1966 wurde die Veranstaltung zu einem Erfolg. „2 500 Mark wurden eingenommen“, erinnert sich Kaina. 1 300 Mark konnten nach Abzug aller Kosten auf das Konto der Aktion Sorgenkind überwiesen werden.

In den 1980-er Jahren wurde es dann ruhiger um den Radsport beim ISV. Gottfried Kaina wurde immer mehr gefordert durch seine Selbständigkeit. Am 1. August 1972 eröffnete der gelernte Zweiradmechaniker das „Zweirad-Center Kaina“ in der Itzehoer Helenenstraße.

Kaina, der am 4. Januar 1934 in Frankfurt an der Oder geboren wurde, kam 1953 nach einer 60-Kilometer-Fahrt mit seinem Rennrad über West-Berlin in die Bundesrepublik. Zunächst verschlug es ihn nach Bayern, ehe ihn Onkel und Tante nach Glückstadt holten und ihm Arbeit in Itzehoe vermittelten, ehe er sich 1972 dann selbständig machte.

Seinen Betrieb baute Kaina in den folgenden Jahren immer weiter aus. Im Jahre 2000 übergab der Senior-Chef die Firmenleitung an seine jüngste Tochter Birge und Schwiegersohn Roland Scheefe. Kaina`s Erfolge im Zweirad-Bereich sind in erster Linie auf sein menschliches Wesen zurückzuführen. Seine zugängliche, offene und ehrliche Art machten ihn weit über die Grenzen Itzehoes hinaus beliebt. „Fahrräder sind mein Leben“, sagt der nunmehr 80-Jährige, der nach wie vor ein gefragter Berater ist.

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