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Kellinghusener Reitertage : Paulsen mit starkem Ritt im Stechen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarscher gewinnt S*-Springen auf Connor / Franziska Lucht und Alanyo in S*-Dressur erfolgreich

von
erstellt am 30.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Die von der örtlichen Reit- und Fahrschule Kellinghusen veranstalteten 95. Reitertage werden die Springreiter aus Dithmarschen sicherlich in guter Erinnerung behalten. Sowohl in der Springprüfung der Klasse S* mit Stechen als auch bei der Zeitspringprüfung der Klasse S* gewannen mit Gordon Paulsen beziehungsweise Philip Loven Akteure aus dem Nachbarkreis. Auf hohem Niveau waren auch die Dressurreiter unterwegs. In der ersten Abteilung der S*-Dressur gewann mit Franziska Lucht eine Reiterin aus Nutteln. Die Konkurrenz der zweiten Abteilung entschied die Leckerin Katja Bulgrin für sich.

Den Höhepunkt im Springen bildete wie in den Vorjahren das S*-Springen mit Stechen. An dieser schwierigen Prüfung über Hindernisse, die bis zu 1,40 Meter hoch waren, beteiligten sich 45 Paare. Zehn von ihnen bewältigten den 430 Meter langen Umlauf mit 11 Hindernissen und 14 Sprüngen fehlerfrei. Pech hatten Bastian Schleider und Elmar Gundel, die das Stechen nur deswegen verpassten, weil sie die erlaubte Zeit von 73 Sekunden um wenige zehntel Sekunden überschritten.

Dass die Finalteilnehmer leistungsstarke Pferde unter dem Sattel hatten, beweisen sieben fehlerfreie Ritte über 7 Hindernisse mit 8 Sprüngen im Finale. Gradmesser für die gesamte Konkurrenz war auf der 330 Meter langen Strecke zunächst Philip Loven auf Arcadius, der als erster Nuller mit 40,43 Sekunden eine schnelle Zeit vorlegte. Die zu unterbieten, blieb trotz fehlerfreier Runden sowohl Peter Jakob Thomsen (45,15) und Tim Markus (46,65) als auch Michael Grimm (41,58) und Karl-Friedrich Matthiesen (41,65) verwehrt. Aber da waren ja noch Gordon Paulsen auf dem 13-jährigen Holsteiner Wallach Connor und Kristin Kirchner auf der 8-jährigen holländischen Warmblutstute Elba-Montana, die ihre Chance auf den Sieg nutzen wollten.

Zunächst musste Gordon Paulsen in den Parcours. Von Beginn an machte der Ditmarscher deutlich, dass er Philip Loven diesmal in die Schranken verweisen wollte. Beim Zeitspringen der Klasse S* war er seinem Clubkameraden noch knapp unterlegen. Und wahrlich: Die 38,05 Sekunden, die Gordon Paulsen fehlerfrei geritten war, waren das Nonplusultra innerhalb der Prüfung. Trotz sehr guter Vorstellung gelang es Kristin Kirchner nicht, die von Gordon Paulsen vorgelegte Zeit zu unterbieten. 40,10 Sekunden fehlerfrei über den Stechparcours gebracht, bedeuteten am Ende aber den zweiten Platz in einem gutklassigen Springen auf gut vorbereitetem Boden.

Beteiligt daran waren auch die Peter und Lena Glisic, die mit jeweils einem Abwurf im Stechen auf dem achten beziehungsweise neunten Rang landeten. Damit waren die beiden Breitenburger Reiter nach eigenem Bekunden zufrieden. „Wir freuen uns total, denn unsere Pferde sind erst siebenjährig“, sagte Lena Glisic, besser bekannt unter dem Familiennamen Timm. Und ergänzend fügte ihr Ehemann hinzu: „Für die jungen Pferde war das nicht so leicht.“

Nach der Ehrenrunde, die Gordon Paulsen und Connor nach Übergabe des Siegerpreises durch Anna Junge angeführt hatten, ein gelöster Sieger. In der Stunde des Erfolges lobte der Reiter insbesondere seinen Vierbeiner: „Connor ist im Moment richtig gut in Schuss, deshalb hatten wir auch ein erfolgreiches Wochenende.“ Nach Siegen im S**-Springen in Schenefeld und davor bei einem S*-Springen in Behrendorf und zwei weiteren ersten Plätzen bei M**-Springen könne es besser für ihn nicht laufen. Angesprochen auf seinen furiosen Ritt in Kellinghusen sagte der Reiter: „Wenn man im Stechen ist, will man auch vorne sein. Aber dafür muss man etwas riskieren.“ Und das habe er getan und sei dennoch in keine brenzlige Situation geraten: „Im Umlauf hatte ich ein gutes Gefühl, und auch im Stechen ist Connor super gesprungen, hat keine Stange berührt.“

Respektvoll sprach der Sieger, der in Wöhrden einen Ausbildungsstall leitet und Pferde für andere Reiter entwickelt, über die Konkurrenz: „Es gibt genug, die null springen können.“ Insbesondere im Hinterkopf habe er Philip Loven gehabt, „der immer schnell reitet“. Als er dessen Zeit unterboten hatte, sei ihm aber klar gewesen, dass der Sieg „machbar“ ist.

Den zu ergreifen, war Kristin Kirchner nach eigenen Worten „nicht möglich“. „Mit meiner Stute bin ich noch nicht oft in Stechen geritten. Dass ich Gordon nicht schaffe, war mir deshalb auch klar. Zweite oder Dritte wollte ich werden. Ich bin absolut zufrieden“, betonte die Amazone, die innerhalb des gut aufgebauten Parcours die dreifache Kombination „als Knackpunkt“ ansah. „Da gab es die meisten Fehler.“ Lobend äußerte sich die Amazone aus Friedrichshulde über das Turnier: „Hier war alles gut, und auch der große und gerade Parcours war gut zu reiten. Wir sind gern nach Kellinghusen gekommen, auch wenn es bei vier zweiten Plätzen für mich nicht zum Sieg gereicht hat.“

Die erstmals in Kellinghusen gerichtete S*-Dressur wurde zu einem Erfolg für eine hiesige Reiterin: Franziska Lucht und Alanyo aus Nutteln heißen die Sieger der ersten Abteilung. Mit 835.50 Punkten setzte sich das Paar hauchdünn vor Shereen Giese auf Sir Arthur durch, die einen halben Punkt Rückstand auf die Sieger hatten. In der zweiten Abteilung strahlte eine andere Steinburgerin: Lena Marie Dühring (840.00) freute sich über Rang vier auf Richie.

Mit dem Verlauf der Veranstaltung waren die Offiziellen der Reit- und Fahrschule Kellinghusen „rundum zufrieden“. Die Zuschauerzahl sei gestiegen und das Wetter wäre „wie ein Sechser im Lotto“ gewesen, freute sich Vereinsvorsitzender Carsten Grauerholz-Schmedtje nach Beendigung der Prüfungen. Gefreut habe er sich insbesondere über eine Bemerkung von Breido Graf zu Rantzau, der die Turnierveranstaltung gelobt habe. Der Vereinsvorsitzende: „Er muss es wissen, denn als Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung kommt er überall herum.“  

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