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Steinburger Talente : Olympia 2020 in Tokio als großes Ziel

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Itzehoer Judoka Leon Philipp lebt seit August im Olympia-Stützpunkt in Hannover.

von
erstellt am 11.Jan.2014 | 05:11 Uhr

Erfolgreich wie noch nie zuvor war im vergangenen Jahr der junge Itzehoer Judoka Leon Philipp. Schon im ersten Quartal räumt er bei Landes-, Norddeutschen und Deutschen Meisterschaften alles ab, was national so geht in seiner Altersklasse U 18 und der Gewichtsklasse bis 60 kg. Bei den U21-Junioren und zudem in der höheren Gewichtsklasse bis 66 kg sichert er sich als damals 16-Jähriger auch noch den Landestitel.

Aber auch bei international ausgeschriebenen Turnieren sammelt der Gymnasiast seine Erfahrungen, verpasst zunächst aber noch den Sprung ins Viertelfinale. Nach den Bremen-Masters startet er beim EU-Cup in Kiew (Ukraine) erstmals für den Bundeskader. Zuvor wird er erstmals vom damaligen Bundestrainer Sven Hesse in das Nationalteam berufen. Mit den siebten Rängen bei den EU-Cups in Teplice (Tschechien) und Bielsko-Biala (Polen) setzt Leon Philipp dann auch international schon mal erste Ausrufezeichen. Noch besser läuft es zuvor bei den Holstein-Open in Neumünster, wo der 16-Jährige in seiner Gewichtsklasse den Wettbewerb bei den Männern gewinnt.

Richtig gut klappt es dann bei den internationalen deutschen Meisterschaften Anfang Mai in Berlin. „Das war in sportlicher Hinsicht mein bestes Turnier, das ich im vergangenen Jahr gekämpft habe – vor allem angesichts der starken Konkurrenz“, meint Leon Philipp. Dort ackert er sich bis ins kleine Finale, nach insgesamt acht Kämpfen landet er am Ende auf einem tollen fünften Platz. Im Laufe der Zeit wird er nun auch Stammgast bei Bundes- oder internationalen Lehrgängen.

Die guten Platzierungen bringen dem Itzehoer dann einen echten Saisonhöhepunkt: Er qualifziert sich für die Europäischen Jugendspiele im Juli im niederländischen Utrecht. Allerdings läuft es dort überhaupt nicht nach Wunsch – nach einem Sieg und einer Niederlage scheidet der Steinburger etwas unglücklich früh aus dem Turnier aus. Leon Philipp: „Damit war ich überhaupt nicht zufrieden.“ Schon in der Vorbereitung auf dieses Event hat Leon etwas Pech, weil er wegen eines Innenbandanrisses im Knie eine längere Pause einlegen muss.

Dennoch geht es auf der Erfolgsleiter weiter nach oben: Im August darf Leon vom SSG in Itzehoe auf ein Sportinternat in Hannover wechseln. Die dortige Humboldt-Schule kooperiert mit dem Olympia-Stützpunkt, was Leon ein gezieltes tägliches Training, auch mehrmals am Tag ermöglicht. „Wir waren sehr dankbar, dass das SSG die Fehlzeiten wegen der vielen Starts mitgemacht hat. Im Rahmen der Möglichkeiten wurde Leon auch dort schon toll gefördert“, erinnert sich Mutter Birgit Philipp. Sie leidet nach eigenem Eingeständnis offenbar ein wenig mehr als der Filius selbst über dessen frühes Abnabeln von der Familie. Aber wer sich auf diesem hohen Niveau große Ziele setze, müsse auch diesen Einsatz leisten. „Ich selbst habe nicht wirklich lange gebraucht, um mich dort einzugewöhnen“, erinnert sich Leon. „Nach zwei, drei Wochen war ich schon voll im Ablauf drin.“ Das Training sei natürlich schon auch umfangreicher, aber in erster Linie sehr viel intensiver als zuvor. Auch Zeit wird zum kostbaren Gut, mit dem es sinnvoll hauszuhalten gilt. Schließlich muss ja auch die Schule noch bewältigt werden.

Im Herbst schnuppert Leon Philipp in Hannover schon einmal in Bundeslehrgänge der höheren Altersklasse U21 hinein; herausragend in dieser Zeit sind der Erwerb des schwarzen Gürtels zum 1. Dan sowie ein dritter Platz bei einem U20-Sichtungsturnier in Mannheim. Zum krönenden Jahresabschluss wird dann ein zweiwöchiger U21-Bundeslehrgang in Japan – dem Mutterland des Judosports.

Für Leon Philipp, der in einer judobegeisterten Familie aufgewachsen ist und bereits im Alter von dreieinhalb Jahren mit seinem Sport begonnen hat, ist es vor allem die mentale Stärke, die einen guten Judoka auszeichnet. „Kraft und Schnelligkeit kann man trainieren. Mitbringen sollte man auf jeden Fall ein gutes Körpergefühl, sowohl was die Selbstwahrnehmung betrifft als auch das Empfinden für die Bewegung des Gegners. Das Wichtigste: Man darf nie aufgeben und muss durchziehen, auch wenn es mal wehtut.“

In diesem Jahr hat Leon Philipp seine sportliche Erwartungen nicht ganz so hoch angesetzt. Schließlich muss er in 2014 in der Altersklasse U21 sowie in der höheren Gewichtsklasse antreten, obwohl er erst im November das 18. Lebensjahr beendet. „Mein Mimimalziel ist die Qualifikation zur DM. Dazu braucht man auf der Norddeutschen mindestens den dritten Platz. Außerdem würde ich gern eine Medaille bei einem EU-Cup gewinnen.“

Doch da ist noch etwas anderes – in zwar ferner, aber schon sichtbarer Zukunft. Im Jahre 2020 finden die Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt Tokio statt. Dort würde Leon Philipp nur allzu gern starten. Olympia im Mutterland des Sports – für einen Judoka kann es wohl kaum etwas Größeres geben.
 

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