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Trampolin-EM : Nur sieben Zehntel haben gefehlt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Laura König hat den Sprung ins Finale knapp verpasst, ist aber dennoch mit ihrem Auftritt bei der Europameisterschaft in Portugal zufrieden.

Das Finale bei den Junioren-Europameisterschaften (EM) in Guimarães knapp verpasst – dennoch blickt Laura König zufrieden auf ihren ersten großen internationalen Wettkampf zurück. Am Ende belegte die für den Sportclub Itzehoe startberechtigte Turnerin in Portugal den 14. Platz unter 24 Konkurrentinnen. „Das ist in Ordnung. Ich hatte mir zwar die Finalteilnahme gewünscht, aber ich muss berücksichtigen dass ich bei Europameisterschaften gestartet bin, und da ist die Spitze sehr dicht.“

Besser hätte die 16-Jährige dastehen können, wenn sie bei der Landung nach dem zweiten Sprung im ersten Durchgang die Landezone getroffen hätte, die nicht strafbewehrt ist – nämlich die rote. Weil sie aber in der gelben gelandet war und mit einem Fuß dann auch noch die blaue Zone berührte, mussten die Kampfrichter Punktabzüge bei der Benotung berücksichtigen. Dass Laura König regelgerechter turnen kann, hatte sie in der Vergangenheit oftmals bewiesen. So auch bei der EM, wo ihr der zweite Durchgang in Haltung und Schwierigkeit exzellent gelang und auch die Landung nicht zu beanstanden war.

Während die Kampfrichter den ersten Durchgang der Itzehoerin noch mit 30,100 Punkten bewerteten, gaben die Offiziellen ihr für den darauf folgenden gleich zwei Zähler mehr. Ärgerlich war die Situation für Laura König letztlich deshalb, weil sie bei 62,200 Punkten das Finale nur um winzige sieben zehntel Punkte verpasste.

Im Vorfeld der Meisterschaften habe sie nicht darüber nachgedacht, mit welcher Platzierung sie nach Hause kommen könnte. Das sei in Europa als Neuling auf so hoher internationaler Bühne nur sehr schwer zu taxieren: „Beschäftigt hatte mich vorher vielmehr die Frage, wie turne ich am besten und wie bekomme ich meine Nervosität in den Griff.“

Auch wenn am ganz großen Erfolg ein klein wenig gefehlt habe: Laura König hat registriert, „dass ich in Europa konkurrenzfähig bin“. Und das mache ihr Mut für die nächste internationale Herausforderung, die sie in Daytona Beach (USA) finden will – bei den „World Age Groups Championships“ (WAGC) vom 10. bis 17. November. Die Qualifikation dafür habe sie zwar noch nicht in der Tasche, doch mehrmals bestünde dazu noch bei extra angesetzten Wettkämpfen Gelegenheit: „Ich hoffe, dass es klappt.“

Doch zunächst hat Laura König noch ganz viele frische Erinnerungen an die EM: „Es war toll das ganze Drumherum mitzuerleben und cool, die anderen Wettkämpfer auf hohem Niveau turnen zu sehen.“ Neben den Aktiven auf dem Doppelminitrampolin suchten auch noch die Turner auf dem Trampolingroßgerät und diejenigen, die das Tumbling favorisieren, ihre kontinentalen Meister.

Besonders gefallen habe ihr der Umgang innerhalb der deutschen Mannschaft: „Wenn wir Zeit hatten, dann haben wir uns alle gegenseitig bei den Wettkämpfen besucht und Daumen gedrückt und angefeuert. Mir hat das sehr geholfen, meine Nervosität in Griff zu kriegen.“

Im Zuge ihres Aufenthalts hatte Laura König auch Gelegenheit, ihre beiden Mannschaftskameradinnen aus dem ehemaligen Bundesligateam des SC Itzehoe, Franciska Lohmann und Christina Jansen, im Wettkampf mitzuerleben. Während Franciska Lohmann auf dem Doppelminitrampolin ins Finale einzog und dort Rang acht belegte, klappte es bei Christina Jansen im vorangegangenen Qualifikationswettkampf nicht wie gewünscht. Die Itzehoerin in Diensten des VfL Pinneberg verpatzte ihren ersten Durchgang und verbaute sich dadurch alle Chancen, auch um Edelmetall mitkämpfen zu können.

Laura König gehört zu denjenigen Turnern, die von Sigbert Koch (Gut Heil/SC Itzehoe) geformt worden ist und der bereits Christina Jansen, Rieke Tiedemann oder Timo Raß an die nationale Spitze geführt hatte. Sie selbst ist seit rund vier Jahren Trampolinturnerin und hat seitdem neben vielen Landesmeisterschaften auch Mannschaftsgold mit dem Itzehoer Team bei Deutschen Meisterschaften auf dem Doppelminitrampolin (2013) geholt und war einmal Deutsche Vizemeisterin bei den Schülerinnen (2011) auf demselben Gerät. Zuvor pflegte Laura König den Turnsport im MTV Itzehoe sechs Jahre lang.

Sport bedeute ihr zwar sehr viel, und sie möchte weiterhin auch Erfolg haben, doch sie habe auch persönliche Ziele: „Und dazu gehört insbesondere auch die Schule“, sagt Laura König, die die Auguste-Viktoria-Schule im elften Jahrgang besucht.

Dass es mit sportlicher Betätigung von einem auf den andern Tag vorbei sein, das erfuhr die junge Turnerin sehr schmerzhaft im Oktober 2011, als sie sich in Hamburg auf einem Trampolin-Spielgerät eine Halswirbelverletzung zuzog. Es hätte nicht viel gefehlt, und die sportliche Karriere wäre vorbeigewesen, ehe sie überhaupt so richtig in Fahrt gekommen war. Doch das damalige Erlebnis belaste sie heute nicht mehr: „Alles ist verheilt.“

Und diese Figuren turnte Laura König in Guimarães:

Durchgang eins – im Einsprung auf das Gerät: Doppelter Salto vorwärts mit halber Schraube; beim Aussprung vom Gerät: Halbe Schraube rückwärts mit doppeltem Salto vorwärts und halber Schraube vorwärts.

Durchgang zwei – im Einsprung auf das Gerät: Doppelter Salto vorwärts mit halber Schraube in gebückter Position; beim Aussprung vom Gerät: Doppelter Salto rückwärts.

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