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Handball : Nimmermüder Kampfeswille

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die männliche Handball-Jugend A des MTV Herzhorn hat sich die Meisterschaft in der SH-Liga dank makelloser Rückrunde redlich verdient.

von
erstellt am 07.Mai.2014 | 04:38 Uhr

Es klingt ein bisschen wie die Geschichte von David gegen Goliath: In der Handball-SH-Liga der männlichen Jugend A triumphierte am Ende mit dem MTV Herzhorn der klassische kleine Klub vom Dorf. Dafür hatte mit dem SV Henstedt-Ulzburg ein Verein das Nachsehen, der über die weitaus besseren Ressourcen und wohl auch das stärkere Spieler-Potenial verfügt. Trainer Matthias Radden nennt vor allem drei Gründe: „Zum einen hatten wir mit Mehmet Ataman sicher den herausragenden Torhüter der Liga. Dann hat unsere offensive Abwehr, mit der wir den Gegner stets unter Druck setzen wollen, hervorragend funktioniert. Außerdem verfügt die Mannschaft über einen überragenden Kampfgeist.“

Der Abstand war am Ende sogar sehr deutlich – gleich sieben Punkte lagen die Radden-Schützlinge vor dem Drittliga-Nachwuchs aus Segeberg. Entscheidend war dabei das direkte Duell der Kontrahenten im drittletzten Saisonspiel vor riesiger Kulisse in eigener Halle. Das 20:18 bildete schließlich den Auftakt zu ausgelassenen Freudentänzen. Daran konnte sich der Coach allerdings nur sehr verhalten beteiligen, denn beim Jubeln über eine Torhüter-Parade rutschte Matthias Radden auf einem Wasserfleck aus und riss sich dabei unglücklicherweise die Achillessehne. Schon am nächsten Tag wurde operiert.

Doch das Team ließ sich davon überhaupt nicht beirren und gewann auch die letzten beiden Partien. Den Kampfeswillen der Mannschaft spiegelt exemplarisch der Verlauf des letzten Saisonspiels bei HFF Munkbrarup. Die Aussichten schienen beim 13:20-Zwischenstand in der 35. Minute sehr bescheiden, aber mit einer noch offensiveren Ausrichtung der Deckung als ohnehin schon blies man zur Aufholjagd. Ergebnis: Am Ende gewannen die MTV-Youngster noch mit 28:17. Radden: „Es zeichnet diese Mannschaft einfach aus, dass sie niemals aufgibt. Auch nicht in dieser Situation, obwohl die Entscheidung über den Titel ja schon längst gefallen war.“ Der MTV-Coach verhehlt nicht, dass ihm diese Mentalität sehr sympathisch ist.

Programmiert war diese Meisterschaft nicht unbedingt. Trainer Matthias Radden hatte sich zum Ziel gesetzt, einen guten Mittelfeldplatz zu belegen und jeden einzelnen Spieler in seiner sportlichen Entwicklung möglichst weiter voranzubringen. Schließlich ist der MTV Herzhorn darauf angewiesen, eigene Talente für den Seniorenbereich aufzubauen – erfahrungsgemäß sind Zugänge von außen im Steinburger Handball-Dorf die große Ausnahme. Im Team reichten die Vorstellungen von „ganz oben mitspielen“ bis „hoffentlich können wir mithalten“.

Doch das Team stabilsierte sich nach zwei Auswärtsniederlagen in der Hinrunde bei Hohn/Elsdorf und Tills Löwen (die einzigen Punktverluste der gesamten Saison) im weiteren Verlauf der Spielzeit immer mehr. Nach Siegen im Januar und Februar bei ziemlich schwierigen Auswärtspartien in Flensburg, Hürup sowie Ostenfeld erschien plötzlich vieles möglich. So hielt das Team die Konzentration hoch und blieb in der Rückrunde ohne einen einzigen Minuspunkt.

Erfolgreichster Torschütze ist Birger Dittmer. Viele seiner 173 Treffer resultieren aus direkten Ballgewinnen, die er als Spitze der offensiven 5:1-Deckung oft zum erfolgreichen Tempogegenstoß nutzte. Ihm folgen Mattes Olde (98), Finn Jonas Krebs (91), Timo Schirner (64), Johann Hauke Holst (51) und Elias Apenburg (35).

Fünf der 14 Spieler, die im September in die Saison gegangen waren, werden die Mannschaft aus Altersgründen verlassen – aber alle bleiben der Herzhorner Handball-Abteilung erhalten. Birger Dittmer und Johann Hauke Holst versuchen, in der ersten Herren-Mannschaft (Oberliga) den Durchbruch zu schaffen. Timo Schirner, Fyn Kardel und Lennart Gehr wollen sich in der MTV-„Zweiten“ (Kreisoberliga) etablieren. Torhüter Mehmet Ataman wird wohl sowohl A-Jugend als auch erste Herren spielen.

Verändern will sich auch der Trainer. „Die Qualifikation für die neue Saison werde ich mit dem neuen A-Jugend-Kader noch angehen“, sagt Matthias Radden. „Dann übernehme ich die männliche D-Jugend, um von unten neu aufzubauen. Es war schon länger mein Wunsch, wieder etwas im unteren Bereich zu machen.“

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