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Handball : Neuer Schwung mit Olaf Winter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Kiebitzreiher sitzt in der kommenden Saison bei Herzhorner Oberliga-Frauen als Trainer auf der Bank

von
erstellt am 17.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Olaf Winter ist der neue Mann auf der Bank bei den Handballerinnen des MTV Herzhorn. Diese Verpflichtung sorgte in Steinburger Handballkreisen sicherlich bei einigen für Verwunderung, denn Winter kommt vom Nachbarverein HSG Horst/Kiebitzreihe, zu dem der MTV nicht immer die besten Beziehungen hatte. Doch Olaf Winter sieht dies ganz gelassen und glaubt nicht, dass sein neuer Trainerjob zu Komplikationen führen wird, zumal er seine Tätigkeit als Handballvorstand der HSG ruhen lässt.

Sicher ist auf jeden Fall, dass sich der MTV Herzhorn mit dieser Verpflichtung einen leidenschaftlichen und sehr erfahrenen Handballer an die Seite geholt hat. Bereits ganz früh begann die Liebe zum Handballsport bei dem heute 41-Jährigen. Durch seine Eltern, ebenfalls Handballer, begann er bereits als kleiner „Steppke“ mit dem Ballsport und dies auch noch überaus erfolgreich. Die Grundlagen legte er beim RW Kiebitzreihe ehe ihn 1992/93 ein Angebot der SG Flensburg/Handewitt lockte. Winter wurde jedoch nicht wirklich glücklich im hohen Norden. „Ich hatte es mir anders vorgestellt und mich dort nicht wohl gefühlt. Als junger Spieler will man eben auch spielen und nicht nur auf der Bank sitzen“, so Winter. So hatte dieses Gastspiel nur kurze Dauer und bereits ein Jahr später ging es zurück in die Heimat nach Kiebitzreihe in die Oberliga. Werner Zink und Roberto Pries als Trainer formten den jungen Akteur weiter und es folgte noch ein Abstecher nach Bad Bramstedt in die Regionalliga. Doch bereits mit 24 Jahren beendete er seine Karriere als aktiver Spieler. „Nach vielen Jahren mit nahezu täglichem Training reichte es mir.“

Doch der Handballsport bietet ja viele Betätigungsfelder und so blieb er seiner Leidenschaft treu. Parallel zum eigenen Sport hatte er bereits viele Jahre Jugendmannschaften trainiert und so lag es nahe, diese Arbeit zu intensivieren. Er traute sich in den Seniorenbereich und übernahm die Damen des Münsterdorfer SV. Dann folgte die Anfrage von RW Kiebitzreihe, ob er nicht Lust hätte, den Posten des Handballobmannes zu übernehmen. Winter sagte nicht nein und drei Jahre intensiver Arbeit folgten. Vor sieben Jahren dann ein weiterer Schritt: Die HSG Horst/Kiebitzreihe wurde gegründet und Olaf Winter mischte munter mit. Er übernahm die Leitung im gesamten Spielbereich, fand jedoch nebenher immer noch Zeit, gemeinsam mit Oliver Krause bis hoch zur Oberliga als Schiedsrichter durch die Hallen zu reisen.

Nun also der nächste Schritt für den engagierten Handballer. „Ich habe mich schon ein wenig gewundert, als der Anruf von Frank Bruhnsen kam. Doch nur kurz. Das Miteinander mit Frank hat schon immer geklappt und so erbot ich mir lediglich zwei Tage Bedenkzeit“, so Winter. Er wollte den Job nämlich nur übernehmen, wenn ihm sein Freund Nils Brämer zur Seite stünde. Beide hatten schon lange die Idee, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen und als Brämer „ja“ sagte, war alles klar.

Nils Brämer hat jahrelang Erfahrung beim TSV Ellerbek gesammelt und so steht Olaf Winter ein erfahrener Mann zur Seite. Beide teilen sich derzeit die Aufgaben. „Nils hat ganz viel Ahnung von Trainingsinhalten und ich bin der Mann für die taktischen Maßnahmen.“ Und bisher klappt diese Aufteilung sehr gut. Nach sechs Wochen Training mit seiner neuen Mannschaft zeigt sich Olaf Winter zufrieden. Laut Winter hat die Mannschaft sehr positiv auf ihn reagiert und dies ist bei einer Damenmannschaft durchaus nicht zu unterschätzen. Zunächst ging es darum, Fitness und damit die Grundlagen für eine lange und anstrengende Saison zu schaffen. Die ersten Berührungsängste (die meisten Spielerinnen kannten Olaf Winter bislang nur als Schiedsrichter) sind abgebaut und der Coach sieht optimistisch auf die Saison: „Ich habe die Zeit zum Kennenlernen genutzt, einige Veränderungen eingeführt und denke, eine Leistungssteigerung ist möglich und damit auch der angestrebte Klassenerhalt. Ich habe auf jeden Fall jetzt schon ein gutes Gefühl, was die Saison angeht.“

Jetzt geht es langsam „richtig zur Sache“: Die Anzahl der Trainingseinheiten wurde auf viermal wöchentlich erhöht und nun ist abzuwarten, ob der alte Spruch „Neue Besen kehren gut“ auch bei den Herzhorner Oberliga-Handballerinnen neue Verwendung findet.

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