Ironman : Neue und bekannte Eisenmänner

Pascal Jeworek in Kopenhagen auf der Laufstrecke.
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Pascal Jeworek in Kopenhagen auf der Laufstrecke.

Einige Triathleten aus der Region absolvierten in diesem Jahr wieder die Langdistanz aus Schwimmen, Radfahren und Laufen.

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28. Dezember 2017, 05:32 Uhr

Am Ende der Saison in Europa können die Steinburger Triathleten wieder eine positive Bilanz ziehen. So gibt es in Itzehoe und Umgebung eine ganze Reihe von Aktiven, die in diesem Jahr erfolgreich eine Ironman-Distanz absolvierten. Sie alle kämpften sich durch 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und liefen zum guten Schluss noch einmal einen Marathon.

Beim ersten Hamburger Ironman ging Dirk Mieling für das Team Erdinger an den Start. In der Altersklasse M 45 kam er dabei in der Gesamtzeit von 10:38:09 Stunden im Gesamtfeld als 452. unter 2500 Startern (Altersklasse 67. Platz) ins Ziel. Mit der Schwimmzeit von 1:07:17 Std. war Mieling noch ganz zufrieden, doch auf der Radstrecke (5:29:33) hatte er Pech mit einem Plattfuß, der ihn glatte zehn Minuten kostete. Die Laufleistung (3:47:53) empfand er im nachhinein als „für einen alten Mann ganz okay“. Stark beeindruckt hatte ihn die Anfeuerung an der Strecke. Etwas genervt hatte ihn während der Vorbereitung ein dreiwöchiger Infekt, der zeitweise nur eingeschränktes Training zuließ. Für 2018 hat er schon wieder für den Ironman in Klagenfurt gemeldet.

Nicht weit davon entfernt kam mit Michael Papert ein weiterer Steinburger Routinier ins Ziel, der nach zwei Jahren Pause in der Hansestadt bereits seine achte Langdistanz absolvierte. Angesichts der Tatsache, dass er wegen eines Muskelfaserrisses drei Wochen nicht ordentlich trainieren konnte, war er mit seinem Ergebnis (601.) durchaus zufrieden. Die 10:54:41 Std. brachten ihn in seiner Altersklasse M50 auf Rang 59. „Wegen des Windes war die Radstrecke aber dann doch anspruchsvoller als erwartet“, sagte er. Zudem musste er bei Kilometer 150 eine Zeitstrafe schlucken (Gesamtradzeit: 5:41 Std.), „weil ein Sportkollege aus England hier links und rechts nicht unterscheiden konnte. Der wurde nicht mehr mein Freund.“ Auf den 42,195 Laufkilometern (3:46 Std.) war dann aber doch die nicht optimale Vorbereitung zu spüren. „Mir fehlten die Laufkilometer aufgrund der Verletzung.“ Im nächsten Jahr will er wieder starten und hofft, dann ohne Verletzung durch die Vorbereitung zu kommen.

Auch Tobias Dressel (M 30) hatte in der Vorbereitung viele Verletzungsprobleme zu überwinden. Dafür war seine Leistung sehr ansprechend: 1:04 Std. Schwimmen und 5:15 Std. Radfahren lauteten seine Eckdaten, ehe er sich auf die vier Runden der Laufstrecke begab. Eine Runde erschien ihm schwerer als die vorherige. „Aber durch die unglaublich vielen Leute, die einen angefeuert und unterstützt haben, und motiviert durch die tolle Laufstrecke, durfte ich nach 3:14 Stunden Marathonzeit endlich ins Ziel am Rathausplatz einlaufen“, meinte Dressel. Mit seiner Gesamtzeit von 9:45:09 Stunden und dem Gesamtrang 110 (AK: 29.) konnte er angesichts seiner Verletzungsserie mehr als zufrieden sein. „Es wird sicher nicht das letzte Mal für mich hier gewesen sein.“

Noch ein wenig schneller war Malte Zander in Hamburg unterwegs. Nach 9:42:28 Std. kam er im Gesamtfeld auf Platz 102, in seiner Altersklasse M 35 schaffte er es sogar auf Rang 18. Seine Zeiten auf den einzelnen Streckenabschnitten: Schwimmen 1:07:17, Radfahren 5:08:31, Laufen 3:13:39.

Seinen Vorsatz, in möglichst schneller Zeit zu finishen, setzte Pascal Jeworek bei seinem Ironman-Debüt in Kopenhagen um. Die aufwändige Vorbereitungszeit von insgesamt zehn Monaten sollte sich letztlich lohnen: Mit seiner Zeit von 9:15:52 Stunden kam er unter allen Startern auf Rang 42 und in seiner Altersklasse M25-29 sogar auf Platz neun. Da war es auch zu verschmerzen, dass die ursprüngliche Zielzeit von glatt neun Stunden nicht zu realisieren war.

Trotz vermuteter „Quallenbelästigung“ (plötzliche Stiche im Gesicht) kam der SCI-Triathlet mit 55:07 Minuten in einer Zeit deutlich unter einer Stunde aus dem Wasser. Auch auf der Radstrecke (4:54:54 Std.) gab es kleine Hindernisse zu überwinden: So gab es aus nicht ganz ersichtlichem Grund eine „Blue Card“ (fünf Minuten Zeitstrafe). Außerdem wurde ab Radstunde vier der mittlerweile eingesetzte Regen immer stärker und die Temperatur sank auf elf Grad. Die letzten sechs Kilometer auf dem Rad musste Jeworek dann frierend mit immer schwächer werdenden Bremsen und einem „Platten“ zurücklegen. „Ich entschied mich gegen das Flicken. Wer schon mal mit kalten Fingern versucht hat, einen Fahrradschlauch zu wechseln, weiß warum“, begründet er. „Die letzten Kilometer haben sich länger angefühlt als die gesamte Radstrecke.“

Auf dem abschließenden Marathon gelang dann trotz einiger Gehpausen eine gute Zeit von 3:18:54, wobei der Itzehoer die 42,195 Kilometer wohl doch etwas zu schnell angegangen war. „Die letzten zwei Kilometer beschleunigte ich durch Euphorie getrieben nochmal das Tempo. Der Zielkanal bot dann nur noch Gänsehaut.“

Zur Riege der Steinburger „Eisenmänner“ im Jahre 2017 gehört auch Ingo Sötje (M 55). In Frankfurt kam er in 11:47:10 Stunden als 1378. des gesamten Feldes ins Ziel. In seiner Altersklasse brachte ihn das auf Platz 38. Über die Erlebnisse von Manfred Schmidt bei der Veranstaltung in Florida berichten wir in einer späteren Ausgabe.

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