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Nachwuchs-Handballer stehen Spalier

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Achim Witt als Leiter der HSG Kremperheide/Münsterdorf verabschiedet - Sohn Sebastian tritt die Nachfolge an

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erstellt am 14.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Münsterdorf | Spalier, La-Ola-Welle und standing ovation - die Mannschaften der Handballspielgemeinschaft (HSG) Kremperheide/Münsterdorf hatten sich einiges einfallen lassen, um Achim Witt vor vollbesetzter Tribüne aus dem Amt des HSG-Leiters zu verabschieden. Mit Erfolg, denn der 57-Jährige war schier sprachlos, als er die vielen Mädchen und Jungen sah, die ihm in der Münsterdorfer Halle einen "großen Bahnhof" bereiteten.

Dem Gratulationschor der 100 Handballer aus allen verfügbaren HSG-Mannschaften hatten sich auch die Vorsitzenden der Mitgliedsvereine Lars Eggers (TSV Kremperheide) und Sven Röttger (Münsterdorfer SV) angeschlossen. Alle zusammen wollten einem Sportsmann danken, der 40 Jahre für den Handballsport gelebt hat und seit 2006 sieben arbeitsame Jahre lang Führungskraft für die HSG war. In diesem Jahr hatte er sich aus der Leitungsfunktion verabschiedet: "Auch wenn es immer Spaß gemacht hat, für den Handball tätig zu sein, aber nach 40 Jahren ist irgendwann Schluss", stellte Achim Witt im Gespräch mit unserer Zeitung heraus.

Unter dem Beifall der Versammlung hatte zuvor Lars Eggers in Richtung Achim Witt betont: "Wir alle wollen dir Dank sagen: Danke für sieben tolle Jahre, in denen du vielen eine neue sportliche Heimat gegeben hast; danke für viele neue Freundschaften, gemeinsamen Spaß und Erfolg; danke für ganz viel Zeit, die du in uns investiert hast."

Dankbar zeigte sich auch Sven Röttger: "Du hast mit deinem Engagement die Orte Kremperheide und Münsterdorf in Handballkreisen überregional bekannt gemacht. Vielen Dank für die geleistete Arbeit."

Doch ganz allein mit guten Worten wollten ihn "seine Handballer" nicht aus der Halle schicken. Sie überreichten ihm einen Gutschein für eine Fahrt nach Berlin. Vieldeutig stellte Lars Eggers mit einem Augenzwinkern heraus: "Damit du zusammen mit deiner Frau über Handball nachdenken kannst."

Dass der Handballsport in Kremperheide und Münsterdorf durch Achim Witt eine Blüte erfahren hat, steht außer Zweifel. Während die Oberliga-Jahre in beiden Orten vor seiner Zeit rund 40 Jahre zurückliegen, haben es die beiden Vereine seit ihrem Zusammenschluss geschafft, in jedem Jahr mit mindestens einer Jugend-Mannschaft in der Oberliga vertreten zu sein.

Engagiert für den Handballsport ist Achim Witt seit 1974. Damals wurde er für den TSV Kremperheide aktiv. Übertragen hat sich "der Handball-Bazillus" nach seinen Worten aber nicht nur auf ihn: "Da beziehe ich meine ganze Familie mit ein" - Ehefrau Monika (53) ebenso wie seine Kinder Sebastian (25), Mareike (23) und Katharina (20). Und aus dieser Gruppe kommt auch sein Nachfolger: Sohn Sebastian wird die Geschicke der HSG künftig leiten.

Rückblickend auf die vier Jahrzehnte in Diensten des Handballs stellt Achim Witt insbesondere die HSG-Zeit heraus: "Diese Zeit war für mich die schönste." Darin enthalten: Reisen zu großen Turnieren nach Dänemark, viele Aufstiegs- und Ligaspiele. Und dennoch: Achim Witt ist trotz aller Erfolge bodenständig geblieben. Er sieht sich lediglich als Teil eines Ganzen. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass er mit Blick auf Merle Linse und Marten Most betont, die künftig für den Buxtehuder SV beziehungsweise für den HSV Hamburg spielen werden: "Das ist nicht mein Verdienst, ich schaffe nur die Voraussetzungen."

Auf seine Vorstellungen und Ziele für die Zukunft angesprochen, betonte Achim Witt seine Mitarbeit im Handballverband Schleswig-Holstein als Vizepräsident Jugend. Das Amt wird er noch bis 2014 ausüben: "Und dann wird man sehen." Doch eines sei für ihn jetzt schon klar: "Dann gehe ich in Handball-Rente, ein Amt strebe ich nicht mehr an."

Dass es bei Achim Witt ganz ohne Handball gehen wird, dessen ist sich Sven Röttger nicht ganz sicher: "Wir werden Achim hegen und pflegen und sehen, was für ihn abfällt. Ich wünsche mir für ihn ein neues Aufgabenfeld." Was es sein könnte? Man wird sehen - doch vor der Halle war Achim Witt schon wieder ganz der Alte und sprach so etwas wie "Saison vorbereitende Trainingscamps" an. Ob er da schon wieder den Wink mit dem Zaunpfahl von Lars Eggers im Ohr hatte, in Berlin mal über Handball nachzudenken?

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