Portrait : Mit ISV in die Oberliga aufgestiegen

Hans-Jürgen Ehlert  ist heute als Schiri aktiv.
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Hans-Jürgen Ehlert ist heute als Schiri aktiv.

Der Vaaler Hans-Jürgen Ehlert blickt auf eine erfolgreiche Karriere als aktiver Fußballer und Trainer zurück

shz.de von
12. April 2018, 05:00 Uhr

Als die Fußballerfamilie mit einem Alleinstellungsmerkmal mindestens im Kreis Steinburg gelten ohne Zweifel die Ehlert`s aus Vaale. Neben dem heute 54-jährigen Hans-Jürgen Ehlert, der es in seiner aktiven Zeit beim Itzehoer SV bis in die seinerzeit viertklassige Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein schaffte, kickte Ehefrau Anja (47) viele Jahre erfolgreich im Frauenteam des SV Vaale (später SG Vaale/Wacken) und spielen die beiden Söhne Marvin (22), aktuell beim Landesligisten BSC Brunsbüttel, und Calvin (19), aktuell beim Kreisligisten TSV Heiligenstedten.

Der Fußball beherrscht das tägliche Leben im Hause Ehlert daher auf eine besondere Art und Weise. Auch wenn der ehemalige Torjäger Hans-Jürgen Ehlert inzwischen seine Karriere im Leistungsfußball längst beendet hat und auch den nach seiner aktiven Laufbahn eingeschlagenen Weg als Trainer der Frauenfußball-Mannschaft in Vaale inzwischen aufgab, ist er nach wie vor auf den Sportplätzen der Region und als Zuschauer auch in großen Fußballstadien präsent. Vor dreieinhalb Jahren machte Ehlert seinen Schiedsrichter-Schein („Ich sehe das Geschehen jetzt aus einem ganz anderen Blickwinkel.“) und pfeift für seinen Heimatverein bis zur A-Klasse. Der in Gelsenkirchen geborene Fußballer ist erklärter Schalke 04-Fan und besucht regelmäßig die Heimspiele des Bundesligisten.

Beim SV Vaale begann vor rund fünf Jahrzehnten für Ehlert sein Leben mit dem runden Spielgerät. Dort durchlief er alle Jugendabteilungen bis einschließlich B-Jugend. Da es in Vaale keine A-Juniorenmannschaft gab, wechselte er vorübergehend zum TSV Heiligenstedten, kehrte 18-jährig aber wieder nach Vaale zurück und spielte bis zu seinem 23. Lebensjahr für die Seniorenmannschaft auf Kreis- und Bezirksebene. Dass Hans-Jürgen Ehlert überhaupt fünf Jahre in dieser Phase seiner aktiven Laufbahn für die Vaaler spielte, verdankt der Verein übrigens den Überredungskünsten des damaligen Trainers Gerd Brzoska. Ehlert, der in der Saison 1982/83 insgesamt 48 Saisontore markierte, hatte damals bereits ein Angebot vom ISV vorliegen und sogar schon einen Vertrag unterschrieben. Ehlert: „Der wurde dann wieder rückgängig gemacht. Gerd Brzoska meinte damals, zum ISV könne ich immer noch gehen“, erzählt der 54-jährige mit einem Augenzwinkern.

Bevor es später tatsächlich zum Itzehoer Lehmwohld ging, schloss sich für den Goalgetter noch eine vierjährige Zeit beim damaligen Landesligisten Alemannia Wilster an. Dort wurde er in der Spielzeit 1989/90 ebenfalls Torschützenkönig und mit dem SVA in der Landesliga Süd Vizemeister. „Die Aufstiegsspiele mit Alemannia, vor allem das Heimspiel vor tausend Zuschauern, gegen den Rendsburger TSV waren ein Highlight für mich“, blickt Ehlert zurück. Letztlich verpassten die Alemannen (1:1, 1:4) aber den Aufstieg. Danach wechselte Hans-Jürgen Ehlert 1990 für viereinhalb Jahre zum Itzehoer SV und stieg mit den Itzehoern 1994 in die Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein auf. Die Saison 1993/94 beim ISV unter Trainer Wulf Ohlsen bezeichnete der Offensivmann als seine beste Serie beim ISV.

Eine Meniskus-Verletzung im Oktober 1994 stoppte die Karriere von Hans-Jürgen Ehlert, der dann inzwischen 31-jährig im Winter 1994/95 nach Vaale zurückkehrte und dort seinen Heimatverein mit seinen Toren zum Aufstieg in die Bezirksklasse und danach in die Bezirksoberliga führte.

Bis zu seinem 40. Lebensjahr war er für die Vaaler Liga-Mannschaft noch aktiv, ehe er dann als Trainer der Frauenfußball-Mannschaft der Vaaler seine Erfahrung an die Kickerinnen des Vereins weitergab. „Wir sind dann zwei Mal Kreismeister geworden, in die Verbandsliga aufgestiegen und sind nur knapp am Aufstieg in die SH-Liga gescheitert“, blickt Hans-Jürgen Ehlert auch hier auf eine erfolgreiche Zeit zurück.

Nachdem er nun seine Karriere auch als Fußballtrainer beendet hat, gilt seine ganze Aufmerksamkeit den beiden Söhnen Marvin und Calvin. „Bislang hat zumeist meine Frau Anja die Jungs begleitet, jetzt werde auch ich das tun“, sagt der Polizeibeamte, der sich in seiner täglichen Arbeit seit 26 Jahren um die Verkehrsüberwachung im Lande kümmert. Eine besondere Rolle in der Familie nimmt für Hans-Jürgen Ehlert in seiner Freizeit nicht zuletzt auch der Border-Collie Labrador-Rüde „Yoda“ ein, der viel Auslauf braucht. „Quasi unser drittes Kind“, sagt Ehefrau Anja.

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