zur Navigation springen

Turnen : Mit Beteiligung nicht ganz zufrieden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der gut vorbereitete Nachwuchs zeigt in Glückstadt beim Kreiskinderturnfest sein Können im Mehrkampf. Diskussionen gibt es um die Hilfestellung am Gerät.

Am Kreiskinderturnfest des KTV Steinburg in Glückstadt beteiligten sich 224 Kinder aus zwölf Vereinen. Wettkampfstätten waren der Willi-Holdorf-Platz für die leichtathletischen Übungen einschließlich der Pendelstaffeln und die Halle Nord für die turnerischen Darbietungen und das Showprogramm einschließlich der Siegerehrung.

Mit der Beteiligung war Maren Schümann nur bedingt zufrieden. Zwar hätten sich weniger Vereine mit mehr Kindern als im vergangenen Jahr beteiligt, doch die hohe Zahl von 52 Absagen sei für sie unerklärlich. Am Angebot kann es jedenfalls nicht gelegen haben, eher noch am teilweise unfreundlichen Wetter. Doch auch das sei nicht wirklich eine Erklärung, denn immerhin seinen 81,16 Prozent der Angemeldeten auch beim Turnfest dabei gewesen und hätten durchgehalten, wundert sich die KTV-Vorsitzende über die Abstinenz zu vieler Kinder.

Und dennoch: Der KTV als Veranstalter und der ETSV Fortuna Glückstadt als örtlicher Ausrichter hatten auch viel Grund zur Freude. „Die Halle war zum Abschluss bei der Siegerehrung und davor auch beim Programmpunkt ‚Vereine stellen sich vor’ mit rund 600 Zuschauern brechend voll. Das war schon beeindruckend“, stellte Maren Schümann heraus. Die gleiche Resonanz hätte sie sich zuvor auch bei den Pendelstaffeln gewünscht, die jedes Mal „ein Turnfest-Highlight“ seien. Trotz mehrmaliger Aufforderung hätten die Zuschauer in der Halle „ihre guten Plätze“ aber nicht verlassen und sich zum Willi-Holdorf-Platz begeben wollen. Maren Schümann: „Diejenigen, die bei den Pendelstaffeln nicht dabei waren, haben wirklich etwas versäumt.“

Die sportlichen Übungen waren begleitet von hohen Einsätzen der Wettkämpfer. Viele hatten sich wochenlang vorbereitet und fieberten den Aufgaben entgegen. Einige waren noch an der Wettkampfstätte aufgeregt – so sehr, dass bei ihnen auch Tränchen flossen, wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellte.

Völlig cool war bei seinem Wettkampf der Lolaner Liam Frahm, der den Mehrkampf der neun- und zehnjährigen Jungen für sich entschied. Beim 50-Meter-Lauf kam er nach dem Startsignal als Erster von der Linie weg und löste sich schnell von der Konkurrenz. Hinterher betonte der Allrounder: „Ich habe mich lange auf das Turnfest vorbereitet, auch auf das Bodenturnen, das ich am liebsten mag.“ Die Atmosphäre sei für ihn nicht neu: „Ich bin jetzt zum dritten Mal dabei.“

Gefallen gefunden hatte an dem, was angeboten wurde, auch Kiara Adomat. Die Siebenjährige war Teil von 40 gleichgesinnten Turnern des VfL Kellinghusen. Eine besondere Vorliebe für eine bestimmte Disziplin habe sich nicht: „Mir gefällt alles gleich gut.“ Kein Wunder: „Ich habe mich gut auf die Aufgaben vorbereitet. Ich kann alle Übungen.“

Mit einer Gruppe von Jedermännern sowie einer Gruppe von Kunstturnerinnen in spe angereist war Yvonne König. Grund: Sie habe den jungen Sportlern die Möglichkeit bieten wollen, an einem Sportfest teilzunehmen. „Für viele war es der erste Wettkampf überhaupt, entsprechend aufgeregt waren sie“, stellte die Trainerin des SC Itzehoe fest. Mit dem Ergebnis sei sie zufrieden: „Wir hatten vorher viel geübt, und das, was die Kinder konnten, haben sie gut umgesetzt.“ Das Kreisturnfest bezeichnete Yvonne König als „gute Gelegenheit für Kinder, anderen Kindern beim Sport zuzusehen und mitzuerleben, wie sie turnen“. Außerdem ginge es bei der gut organisierten Veranstaltung auch „um den Spaß“, den die Aktiven haben sollen und darum, „ohne Leistungsdruck mitzumachen“.

Trotz großer Zufriedenheit kritisierte Yvonne König, dass sie als Trainerin keine Möglichkeit habe, beim Wettkampf am Gerät zu stehen, das dürfe den Regularien vom Turnfest zufolge nur der Riegenführer. Dabei ginge es bei ihrer Forderung ausschließlich um Hilfestellung zur Sicherheit. „Ich kenne meine Turner und weiß um Stärken und Schwächen. Da ist es besser, wenn sie wissen, dass ich in ihrer Nähe bin. Außerdem kann ich schnell zugreifen, wenn Gefahr am Gerät droht.“ Dieser Einwurf wurde von Jutta Stegemann voll geteilt. Auch die Sportlehrerin des TSV Lola wies darauf hin, dass Hilfestellungen von Trainern bei anderen Veranstaltungen wie Kreispokalturnen oder Kreismeisterschaften möglich seien. Das müsse es bei einem reinen Breitensportevent auch geben. Die Hinweise der beiden Trainerinnen nahm Maren Schümann so auf: „Wir werden das Thema im Vorstand besprechen und die Sicherheitsfrage neu bewerten.“

Folgende Vereine präsentierten sich beim Showprogramm „Vereine stellen sich vor“: ETSV Fortuna Glückstadt (Mannschaft TGW 3 mit Turnen), TSV St. Margarethen (Gruppen „Fundancer“ und „Body Groove“ mit Tanz), TuS Krempe (Jump Fitness), TSV St. Margarethen (Gruppe „Next Diamonds“ mit Tanz), TSV Wacken (drei Gruppen präsentierten zum Thema „Die Welt der Filmhits und Musicals“ kombinierte Tanz- und Turnübungen).

Am Kreiskinderturnfest beteiligt waren folgende Vereine: ETSV Fortuna Glückstadt (42 Aktive), MTV Wilster (9), Oelixdorfer Schützen (15), SC Itzehoe (17), TSV Kremperheide (12), TSV Lägerdorf (9), TSV Lola (30), TSV Oldendorf (6), TSV St. Margarethen (10), TSV Wacken (34), VfL Kellinghusen (40), TuS Krempe (10).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen