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Leichtathletik : Mehr Starter als im Vorjahr

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Organisationsteam des Kellinghusener Liliencronlaufs ist mit der 22. Auflage sehr zufrieden. Die Favoriten siegen ungefährdet.

von
erstellt am 29.Aug.2017 | 04:53 Uhr

Schnelle Siegerzeiten und gute Bedingungen: Die Aktiven beim 22. Kellinghusener Liliencronlauf fühlten sich sichtlich wohl, und auch aus Sicht der Veranstalter gab es keinen Grund zur Beanstandung: „Wir sind rundum zufrieden“, sagt für das Organisationsteam Birgit Dethlefs. „Es ist alles sehr gut gelaufen. Wir hatten mit 158 Startern eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr (138), und auch die Technik hat im Gegensatz zu den beiden Jahren davor gut funktioniert.“ In sportlicher Hinsicht gab es keine Überraschungen. Mit Viktor Kirsch und Alexander Schilling (beide LC Oase Hingstheide) siegten bei den Männern die beiden dominierenden Akteure der Laufserie im Steinburg-Cup. Und auch Carolin Johannsen (SC Itzehoe) und Iris Koch (LC Oase Hingstheide) als Siegerinnen bei den Frauen waren mit den besten Vorleistungen nach Kellinghusen gekommen.

Gar nicht mal mit Vollgas war Iris Koch über 5,4 Kilometern gelaufen. Trotzdem kam sie in 20:57 Minuten unangefochten als Erste vor den beiden Nachwuchs-Läuferinnen Lina Rohwer (22:17) und Caroline Than (22:51) ins Ziel. „Ich hatte die Handbremse ein wenig angezogen, weil ich am Mittwoch noch mit anderen Hingstheidern beim MoPo-Teamstaffellauf starten werde.“ Sie hatte gehofft, dass kurzfristig noch eine stärkere Kontrahentin wie Johanna Grell nachmelden würde. Aber das geschah nicht, so nutzte sie die Chance, die gesamte Strecke mit Sohn Leon (20:55) gemeinsam zu laufen, ehe sie dem Filius dann doch den Vortritt beim Zieleinlauf überließ.

Aber nicht nur an der Spitze des Feldes wurde mit großem Ehrgeiz gelaufen. Elsbeth Grelck (Jahrgang 1955) war bisher bei jedem der 22 Liliencronläufe dabei und auch diesmal unterbot sie mit ihrer Zeit von 27:49 Minuten, die sie im Gesamtklassement auf Rang elf führte, die 30-Minuten-Grenze klar. „Meist bin ich über die kürzere Strecke gestartet, aber drei Mal auch über die zehn Kilometer.“

Auch Kochs Vereinskollege Viktor Kirsch wird am Mittwoch mit der Hingstheider Staffel in Hamburg laufen. Am Sonnabend rannte er mit riesengroßem Vorsprung in 16:14 Minuten im Männer-Wettbewerb über die kürzere Strecke als Erster ins Ziel. „Mir wäre es ganz lieb gewesen, wenn von hinten noch einmal jemand herangelaufen wäre“, sagt Kirsch. „Aber nach eineinhalb Kilometern war ich ganz allein und bin dann nur noch gegen die Uhr gelaufen.“ Ihm am nächsten kam als Zweiter Max Wörner. Der 15-Jährige, der für die TG Viktoria Augsburg startberechtigt ist, verbringt derzeit mit den Eltern seinen Urlaub in der Region und lief in Kellinghusen nach 17:18 Minuten eine gute Minute später ins Ziel. „Bis etwa zur Hälfte war ich noch dran, aber dann habe ich mich darauf konzentriert, den zweiten Platz zu sichern.“ Wie im Vorjahr beim Klinkerlauf im ostfriesischen Wittmund nutzte er auch diesmal die Ferien für einen Volkslauf-Start. Relativ dicht dahinter folgte Marcel Krüger vom SC Itzehoe (17:31). Er war die ersten drei Kilometer noch mit dem Vereinskollegen Thilo Köhne (am Ende Fünfter in 18:12 min. hinter Tobias Klähn/17:54) gemeinsam gelaufen, ehe Köhne abreißen lassen musste. „Am Ende habe ich nochmal versucht, näher heranzulaufen“, sagte Krüger. „Aber dafür hätte ich dann doch früher das Tempo anziehen müssen.“

Über die längere Distanz von 10,1 Kilometern war wieder Alexander Schilling das Maß aller Dinge. Der Hingstheider (34:34) lief quasi in einer eigenen Liga und hatte am Ende fast vier Minuten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Stefan Hintze (38:29). „Schon nach der ersten Ecke war Alex nicht mehr zu sehen“, berichtete Hintze über den Rennverlauf. „Es macht dann keinen Sinn, hinterher laufen zu wollen. Ich habe mich dann darauf konzentriert, mein eigenes Tempo zu laufen.“ Bis zur Hälfte der Strecke war Hintze noch mit dem späteren Dritten Marco Reimers (39:02) gemeinsam gelaufen, ehe er sich sukzessive absetzte. Am Ende lagen etwa 250 Meter zwischen den beiden. Sieger Alexander Schilling, der zuvor auch die fünf Kilometer komplett gelaufen war, sah die Veranstaltung in Kellinghusen eher als Training unter Wettkampfbedingungen. „Ich bereite mich auf die Landesmeisterschaft im Halbmarathon am 8. Oktober in Lübeck vor“, sagt er. „Ich würde dort gern unter 1:15 Stunde laufen.“

Noch größer war der Abstand der beiden Erstplatzierten auf derselben Strecke bei den Frauen. Hier landete Carolin Johannsen (SC Itzehoe) in 42:10 Minuten einen ungefährdeten Sieg. „Ziel war es zu gewinnen, das ist mir gelungen. Eigentlich war es trotzdem ein entspannter Lauf“, sagte die Itzehoerin. Sie distanzierte Frederike Liu (46:16), Natalie Willsch (46:47) und Petra Kayßer (46:48) deutlich. Neuen Ehrgeiz entwickelte die Siegerin noch einmal auf der Zielgeraden, als sie vor sich den Lauf- und Trainingspartner Axel Kamp erspähte. Kurz vor dem Ziel ließ sie ihn dann doch noch hinter sich. Den vielen guten Ergebnissen im Steinburg-Cup kann die Itzehoerin aber bei den abschließenden Läufen in Wilster (16. September) und Hohenlockstedt (23. September) keine weiteren hinzufügen. Nach bestandenem Abitur schaut sie sich erst einmal für einige Zeit die Welt an: Gestern erfolgte die Abreise nach Neuseeland.  

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